Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: CDU verliert deutlich
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 19:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie CDU hat bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin schwere Verluste erlitten. In Berlin wurde die Linke stärkste Kraft, in Mecklenburg-Vorpommern lag die AfD vorn.
CDU verliert in beiden Ländern deutlich
Nach den Hochrechnungen stürzte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern auf ihr schlechtestes Ergebnis seit der Nachkriegszeit in einem Land, im Bund und in Europa ab. In Berlin fiel sie auf 19,8 bis 20 Prozent zurück und verlor damit deutlich gegenüber der vorangegangenen Wahl.
Linke in Berlin vorn
In der Hauptstadt kam die Linke auf 25,1 bis 25,5 Prozent. Damit könnte sie mit Spitzenkandidatin Elif Eralp erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen und der CDU den Posten abnehmen.
Merz setzt auf Fortsetzung des Kurses
Bundeskanzler Friedrich Merz machte trotz der Niederlagen deutlich, dass er an seinen Ämtern festhalten und den Reformkurs der Bundesregierung fortsetzen will. Die Ergebnisse erhöhen zugleich den Druck auf die schwarz-rote Koalition im Bund.
AfD in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft
In Mecklenburg-Vorpommern kam die AfD laut Hochrechnungen auf 37,7 bis 37,9 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig blieb zwar stark, rutschte aber auf 35,5 bis 35,9 Prozent ab.
Die CDU kam dort auf 5,2 Prozent und könnte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Auch Grüne, BSW und FDP lagen teils knapp an oder unter der Schwelle zum Parlamentseinzug.
Politische Erschütterung in zwei Ländern
Die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verschieben die politische Lage im Osten und in der Hauptstadt deutlich. Für die CDU sind die Verluste ein schwerer Rückschlag, weil sie nicht nur im Bund unter Druck gerät, sondern in zwei symbolisch wichtigen Ländern an Gewicht verliert.
In Mecklenburg-Vorpommern zeigt das Ergebnis vor allem die Stärke der AfD und die Schwäche der Union. Zugleich bleibt die Regierungsbildung dort schwieriger, weil die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben. Damit wird nicht das stärkste Ergebnis automatisch zum Regierungsauftrag, sondern die Frage nach tragfähigen Mehrheiten im Landtag.
Mehrheiten statt bloßer Platzierungen
Auch in Berlin reicht der Vorsprung einer Partei nicht allein für die Machtfrage. Entscheidend ist, ob sich ein Bündnis bilden lässt, das im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit trägt. Die Linke erhält mit ihrem starken Ergebnis eine reale Chance auf Regierungsverantwortung, doch die künftige Koalitionsarithmetik bleibt offen.
Für Bundeskanzler Friedrich Merz erhöhen diese Resultate den Druck zusätzlich. Wenn die Union in zwei Ländern gleichzeitig verliert, wird die Debatte über Kurs, Führung und Wirkung der Bundesregierung schärfer. Für Leser ist besonders relevant, dass die Ergebnisse nicht nur landespolitische Folgen haben, sondern auch die Stabilität der Bundespolitik beeinflussen.
