CDU in MV fürchtet den Rauswurf aus dem Landtag
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
In der CDU in Mecklenburg-Vorpommern wächst vor der Landtagswahl am 20. September die Sorge vor dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.
CDU warnt vor Absturz
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Marc Reinhardt, sprach von einer ernsten Lage seiner Partei im Land. Auch der frühere Partei- und Fraktionschef Eckhardt Rehberg warnte vor einem möglichen Rauswurf der CDU aus dem Landtag.
Umfragen sehen die Partei bei sieben Prozent
Auslöser der Debatte ist der Blick auf die aktuellen Umfragen. Die CDU liegt dort bei sieben Prozent und damit nur noch knapp über der Grenze, die für den Wiedereinzug ins Parlament nötig ist.
CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters sprach von einer ernsten Lage und sagte, die Partei befinde sich mitten in einem Existenzkampf.
Kritik an Schwesig im Wahlkampf
Rehberg machte Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig für die zugespitzte Stimmung im Wahlkampf mitverantwortlich. Sie polarisiere, hieß es aus der CDU, und stärke damit nach dieser Lesart die AfD.
Auch Grünen-Co-Bundeschefin Franziska Brantner griff Schwesig an und stellte den Wert eines möglichen SPD-Siegs infrage, falls die Grünen nicht in den Landtag einziehen.
MV-Wahlkampf unter Druck
Die jüngsten Umfragen verschärfen den Endspurt vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Während SPD und AfD im Zentrum des Wahlkampfs stehen, gerät die CDU in eine Lage, in der schon wenige Prozentpunkte über den Wiedereinzug in den Landtag entscheiden können.
Für die Christdemokraten ist das mehr als ein kurzfristiger Stimmungseinbruch. In einem politisch polarisierten Rennen zwischen Regierungschefin Manuela Schwesig und der AfD droht der CDU, zwischen beiden Lagern aufgerieben zu werden. Die Partei versucht zwar, mit Landesfragen wie Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Sicherheit zu punkten, doch die bundespolitische Lage und der schrille Wahlkampf prägen die Wahrnehmung im Land deutlich stärker.
Folgen für Mehrheiten und Opposition
Ein Einzug der Grünen und der Ausgang bei der CDU sind für die spätere Regierungsbildung ebenso relevant wie der Abstand zwischen SPD und AfD. Sollte die CDU an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, würde das die parlamentarische Opposition in MV grundlegend verändern und den Spielraum für Koalitionen enger machen.
Für Leser in Mecklenburg-Vorpommern ist das vor allem deshalb bedeutsam, weil sich an diesem Wahltag nicht nur die Machtfrage zwischen SPD und AfD entscheidet. Auch die Rolle der CDU als klassische Volkspartei im Nordosten steht auf dem Prüfstand, mit möglichen Folgen weit über das Land hinaus.
Landespolitische Signalwirkung
Das Ergebnis dürfte zudem bundespolitisch registriert werden. Ein sehr schwaches CDU-Abschneiden würde die Debatte über Führung, Kurs und Rückhalt der Partei weiter verstärken, während ein starkes SPD-Ergebnis Schwesigs Position im Land festigen könnte. Zugleich würde ein enger oder überraschender Ausgang zeigen, wie offen die politische Lage in MV trotz klarer Umfragebilder bleibt.
