Ukraine-Krieg, AfD-Sachsen-Anhalt

Ukraine-Botschafter warnt nach AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der ukrainische Botschafter Oleksij Makejew reagiert auf den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt und kritisiert russlandfreundliche Positionen von AfD und BSW als Sicherheitsrisiko für Deutschland.

Makejew warnt nach AfD-Wahlsieg vor prorussischen Positionen
Oleksij Makejew (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Oleksij Makejew, hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor einem russlandfreundlichen Kurs gewarnt, wie er in Teilen der AfD und des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) vertreten wird. Anlass sind der Wahlsieg der AfD in dem Bundesland sowie die Unterstützung für das BSW.

Makejew kritisiert Relativierung von Kriegsverbrechen

„Es ist besorgniserregend, dass gerade jene politischen Kräfte Unterstützung erhalten, die Kriegsverbrechen relativieren, rechtfertigen oder verharmlosen“, sagte Makejew den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Diplomat macht damit deutlich, dass aus ukrainischer Sicht bestimmte Positionen in der deutschen Innenpolitik nicht nur innen-, sondern auch außenpolitische Folgen haben.

Makejew betonte zugleich, der Krieg in der Ukraine werde nicht enden, wenn die militärische Unterstützung eingestellt werde. Russland wolle keinen Frieden, so der Botschafter. Damit widerspricht er der Vorstellung, ein Rückzug westlicher Hilfe könne den Konflikt rasch befrieden.

Warnung vor Kurswechsel bei Sanktionen und Gas

Der ukrainische Botschafter erinnerte daran, dass Russlands Außenminister Sergej Lawrow Deutschland direkt gedroht habe. Vor diesem Hintergrund bekräftigte Makejew die Forderung der Ukraine, die Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten.

Zugleich warnte er davor, angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland erneut auf russisches Erdgas zu setzen. „Es macht Deutschland abhängig und erpressbar“, sagte er mit Blick auf mögliche energiepolitische Kurswechsel.

Innenpolitische Debatte in Deutschland

Die Aussagen des Botschafters fallen in eine Phase, in der über die Folgen des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt und über die Haltung einzelner Parteien gegenüber Russland intensiv diskutiert wird. Makejews Kritik dürfte die Debatte über die deutsche Russland- und Ukraine-Politik weiter anheizen.

Die Warnung des ukrainischen Botschafters Oleksij Makejew knüpft an die jüngsten Wahl­ergebnisse in Sachsen-Anhalt an, bei denen die AfD einen Wahlsieg verbuchen konnte und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ebenfalls auf deutliche Zustimmung gestoßen ist. Beide Parteien vertreten in Teilen einen Kurs, der auf eine Lockerung der Russland-Sanktionen und eine Beendigung der militärischen Unterstützung für die Ukraine drängt. Makejew stellt dem die Sicht der ukrainischen Regierung gegenüber, wonach ein Nachlassen der Unterstützung den Krieg nicht beenden würde, sondern die Ukraine weiter verwundbar ließe.

Politische Bedeutung für Deutschland

Für die deutsche Politik stellt sich die Frage, wie stabil der bisherige Konsens über Sanktionen und Waffenlieferungen an die Ukraine bleibt. Die Bundesregierung und die Mehrheit der im Bundestag vertretenen Parteien haben sich bislang klar zu weiteren Hilfen für Kiew bekannt und stützen die europäischen Sanktionen gegen Russland. Der Wahlerfolg von Kräften mit russlandfreundlichen Positionen in einem Bundesland erhöht aber den innenpolitischen Druck und könnte Debatten über die Kosten des Engagements für die Ukraine verstärken.

Energiepolitik und Abhängigkeit von Russland

Besonders brisant ist Makejews Hinweis auf einen möglichen Rückgriff auf russisches Gas. Deutschland hat seine Energieversorgung seit dem russischen Angriffskrieg deutlich umgebaut, um die Abhängigkeit von russischen Importen zu verringern. Forderungen nach einer Rückkehr zu preisgünstigem russischem Gas werden von der ukrainischen Seite als sicherheitspolitisches Risiko bewertet, weil wirtschaftliche Verflechtungen als Hebel russischer Einflussnahme gesehen werden. Makejews Aussage, Deutschland werde dadurch „abhängig und erpressbar“, zielt auf diese Verbindung von Energie- und Sicherheitspolitik.

Ausblick

Die Äußerungen des Botschafters unterstreichen, dass regionale Wahlergebnisse in Deutschland inzwischen international aufmerksam verfolgt werden. Je stärker Parteien mit russlandfreundlichen Positionen an Einfluss gewinnen, desto mehr dürfte sich der außenpolitische Druck erhöhen, die deutsche Linie gegenüber Moskau klar zu halten. Zugleich bleibt offen, ob und wie sich die Bundes- und Landespolitik in Reaktion auf solche Wahlergebnisse und Warnungen justiert.

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