Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: SPD holt mit 36 Prozent auf
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 18:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSNach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) trotz Platz zwei zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei. Bei der Wahlparty der SPD in Schwerin sprach sie vor Anhängern von einer „Aufholjagd“ und betonte, ihre Partei habe der starken AfD etwas entgegengesetzt.
Schwesig spricht von erfolgreicher Aufholjagd
„Was für eine Aufholjagd“, rief Schwesig am Sonntagabend den jubelnden Unterstützern zu. Vor einem Jahr hätten nur wenige daran geglaubt, dass die SPD noch einmal aufholen könne, sagte sie weiter. Das Überholen der AfD sei vielen bis zum Wahltag unmöglich erschienen, dennoch wertete sie das Ergebnis als Beleg dafür, dass die SPD der AfD in Mecklenburg-Vorpommern etwas entgegenzustellen habe.
AfD knapp vor SPD
Nach den jüngsten Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die SPD im Schnitt auf 36,0 Prozent der Stimmen. Sie liegt damit knapp hinter der AfD, die auf 37,5 Prozent kommt. Beide Parteien dominieren damit das Feld, während die übrigen Kräfte deutlich zurückfallen.
Weitere Parteien abgeschlagen
Mit deutlichem Abstand folgt die Linke, die auf 6,8 Prozent kommt. Die Grünen erreichen ebenfalls 6,8 Prozent. Die CDU liegt bei 5,3 Prozent, und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt auf 4,9 Prozent und muss damit ebenso wie die CDU um den Einzug in den Landtag zittern. Die FDP erreicht nur 1,1 Prozent, die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 3,1 Prozent.
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern markiert eine weitere Etappe im politischen Kräfteverhältnis Ostdeutschlands. Die AfD liegt nach den Hochrechnungen knapp vor der SPD und bestätigt damit ihren Status als stärkste Kraft in mehreren ostdeutschen Ländern. Zugleich zeigt das Ergebnis, dass etablierte Parteien wie die SPD auch in einem schwierigen Umfeld mobilisieren und verloren geglaubtes Terrain zurückgewinnen können.
Hintergrund: Kräfteverhältnis in Ostdeutschland
In den vergangenen Jahren hat die AfD in zahlreichen ostdeutschen Bundesländern deutliche Stimmengewinne erzielt und ist teils stärkste Kraft geworden. Die SPD hatte in Mecklenburg-Vorpommern traditionell eine starke Stellung, musste aber Umfragen zufolge zwischenzeitlich mit deutlichen Verlusten rechnen. Vor diesem Hintergrund versteht sich die von Manuela Schwesig betonte „Aufholjagd“ als Hinweis darauf, dass die Partei gegenüber früheren Umfragewerten wieder zulegen konnte und sich trotz eines zweiten Platzes als stabilisierende Kraft sieht.
SPD, AfD und mögliche Regierungsbildung
Mit rund einem Prozentpunkt Abstand zur AfD bleibt die SPD ein zentraler Akteur bei der Frage, wie künftig regiert wird. Da Koalitionen mit der AfD von den meisten Parteien ausgeschlossen werden, kommt der SPD bei der Bildung einer handlungsfähigen Regierungsmehrheit eine Schlüsselrolle zu. Die relativ schwachen Werte von CDU, Grünen, Linken und BSW erschweren klassische Bündnisse und könnten komplexe Koalitionsverhandlungen nach sich ziehen.
Ausblick für Land und Bund
Das Ergebnis dürfte über Mecklenburg-Vorpommern hinaus Beachtung finden, weil es erneut die Stärke der AfD im Osten und zugleich die Mobilisierungskraft der SPD unterstreicht. Für die Bundespolitik liefert die Wahl Hinweise auf die Stimmungslage vor kommenden Wahlen und auf die Frage, wie erfolgreich demokratische Parteien der AfD Stimmen abnehmen können. Für die Menschen im Land bleibt entscheidend, ob sich aus den Mehrheitsverhältnissen eine stabile Regierung ergibt, die zentrale Themen wie Wirtschaft, Infrastruktur und soziale Sicherheit verlässlich angeht.
