Niedersachsen, Deutschland

BUND-Studie kritisiert Sicherheit der Atommüll-Zwischenlager

20.06.2023 - 15:36:56

Sämtliche Atomkraftwerke in Deutschland stehen still. Ungeklärt ist weiterhin die Frage nach der Lagerung des Mülls. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Eine Studie hat die Sicherheit der Deutschen Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle kritisiert. «Die aktuelle Sicherung und Sicherheit der Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle in Deutschland ist teilweise hoch problematisch», heißt es in der Studie im Auftrag Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND).

Ein Problem: Die Lager müssen voraussichtlich deutlich länger betrieben werden als ursprünglich geplant. Der BUND fordert deshalb ein «solides, deutschlandweites Sicherheitskonzept». Allein in Niedersachsen sind von der Kritik vier Standorte betroffen.

«Die Zwischenlager werden schleichend zu Langzeitlagern und sind dafür gar nicht ausgelegt», sagte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Bei der Sicherheit brauche es Nachbesserungen. In den Zwischenlagern müsse die Alterung des Behältermaterials stärker berücksichtigt werden. Eigentlich sei die Lagerung in den Transportbehältern auf 40 Jahre befristet.

120 Jahre

In ihrer Studie rechnet die Physikerin Oda Becker vor, dass für viele Zwischenlager die Genehmigung in absehbarer Zeit auslaufe. Bis ein Endlager den Betrieb aufnehme, könne es aber noch 120 Jahre dauern, schreibt sie unter Verweis auf die Entsorgungskommission des Bundes.

«Die Sicherheit ist in allen BGZ-Zwischenlagern gewährleistet,» betonte die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung in einer Stellungnahme. «Es sind in rund 30 Jahren Betrieb der Zwischenlager keinerlei Störungen aufgetreten, die für Mensch oder Umwelt eine Gefährdung bedeutet hätten.» Das Konzept sei so robust, dass die BGZ immer ausreichend Zeit habe, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit umzusetzen.

Im niedersächsischen Gorleben im Vierländereck mit Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt war einst das Endlager in einem ehemaligen Bergwerk geplant. In einer Halle lagern dort derzeit 113 der 240 Transportbehälter mit hoch radioaktivem Material in Niedersachsen. Die weiteren Standorte in dem Bundesland sind an den stillgelegten Kernkraftwerken Lingen im Emsland, Grohnde in der Nähe von Hameln und Unterweser südlich von Bremerhaven. Bundesweit gibt es 16 Zwischenlager. Sie sind längstens bis 2047 genehmigt, zwei würden derzeit ohne Genehmigung betrieben, heißt es in der Studie.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. (Unterhaltung, 15.01.2026 - 18:19) weiterlesen...

Einigung zum Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland bei MAN Unter anderem verspricht das Unternehmen nach Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite Investitionen und eine Job- und Standortgarantie bis weit ins nächste Jahrzehnt. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 13:37) weiterlesen...

Nato beginnt Großmanöver in Deutschland und verlegt Truppen Es wird die größte Nato-Übung in diesem Jahr: Elf Nationen und rund 10.000 Soldaten beteiligen sich an der Operation «Steadfast Dart 26», die nun beginnt – zentraler Schauplatz ist die Bundesrepublik. (Politik, 15.01.2026 - 12:43) weiterlesen...

Eriksens erstes Tor: Wolfsburg schlägt Nordrivalen St. Pauli. In München gab es ein Debakel, gegen den FC St. Pauli nun einen wichtigen Sieg. Das Siegtor fällt erst kurz vor Schluss. Der VfL Wolfsburg hat einen Fehlstart ins neue Jahr vermieden. (Politik, 14.01.2026 - 20:26) weiterlesen...

Maschsee-Mörder in Düsseldorf festgenommen. Nun wurde er in Düsseldorf festgenommen. Nach seiner Haftentlassung soll der Maschsee-Mörder aus Hannover erneut schwere Straftaten begangen haben. (Unterhaltung, 14.01.2026 - 16:24) weiterlesen...

Kernmarke VW verkauft weniger Autos. Die Kernmarke leidet dabei sogar noch etwas stärker als der Gesamtkonzern. Volkswagen verkauft 2025 weltweit weniger Autos - vor allem in China und den USA. (Wirtschaft, 13.01.2026 - 10:18) weiterlesen...