Ministerpräsidentenkonferenz: Rheinland-Pfalz bleibt ein weiteres Jahr an der Spitze
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRheinland-Pfalz behält den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz für ein weiteres Jahr, obwohl turnusgemäß ab Oktober Sachsen-Anhalt an der Reihe gewesen wäre.
Einstimmige Entscheidung der Länder
Die Regierungschefs der Länder beschlossen die Verlängerung einstimmig, wie die Staatskanzlei in Mainz mitteilte.
Damit bleibt Rheinland-Pfalz über den ursprünglich vorgesehenen Wechselzeitpunkt hinaus an der Spitze des Gremiums. Die Ministerpräsidentenkonferenz stimmt die gemeinsamen Interessen der Länder ab.
Sachsen-Anhalt zunächst nicht an der Reihe
Sachsen-Anhalt hätte den Vorsitz turnusgemäß ab Oktober übernehmen sollen. Durch den Beschluss verschiebt sich dieser Wechsel um ein Jahr.
Koordination der Länder
Die Ministerpräsidentenkonferenz ist das zentrale Abstimmungsgremium der Regierungschefinnen und Regierungschefs der 16 Länder. Sie koordiniert gemeinsame Positionen, insbesondere bei Themen, die Länderzuständigkeiten berühren oder ein abgestimmtes Vorgehen gegenüber dem Bund erfordern.
Der Vorsitz wechselt grundsätzlich turnusmäßig zwischen den Ländern. Rheinland-Pfalz bleibt nun entgegen dem ursprünglich vorgesehenen Wechsel ein weiteres Jahr an der Spitze; Sachsen-Anhalt hätte den Vorsitz ab Oktober übernehmen sollen. Die einstimmige Entscheidung verhindert damit einen Wechsel zu einem Zeitpunkt, an dem Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl vom 6. September 2026 zunächst seine neue politische Ordnung vorbereitet.
Bedeutung für Sachsen-Anhalt
Der neu gewählte Landtag in Sachsen-Anhalt tritt am 6. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Danach stehen unter anderem die Wahl des Landtagspräsidenten und die Regierungsbildung an. Die AfD ist stärkste Kraft, verfügt aber nicht über die absolute Mehrheit; dadurch sind Gespräche über mögliche politische Mehrheiten erforderlich.
Für Rheinland-Pfalz bedeutet die Verlängerung, dass die Landesregierung die gemeinsame Länderagenda länger repräsentiert und Sitzungen der Ministerpräsidenten vorbereitet. Für Bürgerinnen und Bürger wirkt sich der Vorsitz vor allem indirekt aus: Beschlüsse der Konferenz können politische Leitlinien setzen, müssen aber häufig noch durch Bund-Länder-Verfahren, Gesetzgebung oder Verwaltungsabkommen umgesetzt werden.
