Migration, AfD

Knaus kritisiert „doppeltes Spiel“ der AfD bei Migration

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 14:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Migrationsexperte Gerald Knaus wirft der AfD vor, mit einer raffinierten Doppelstrategie zu agieren: Öffentlich präsentiert sich die Partei als Rechtsstaatspartei, gleichzeitig sendet sie intern und über einzelne Politiker radikalere Botschaften. Laut Knaus ist diese Doppelgleisigkeit kein Zufall, sondern Methode.Im Podcast "Inside AfD" von "Politico" schildert er, wie sich das eigentliche Ziel in den Zwischentönen offenbart.

Migrationsforscher wirft AfD Doppelstrategie vor
AfD-Logo (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Nach Beobachtung von Knaus bedient die AfD zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen: Nach außen gibt sie sich in offiziellen Papieren und Statements verfassungstreu und moderat – zumindest auf den ersten Blick.

Zwei Gesichter der AfD

Doch sobald die Kameras ausgeschaltet sind, oder wenn bestimmte Parteimitglieder sprechen, verschärft sich der Ton plötzlich deutlich. Radikale Schlagwörter wie "Remigration" oder die Warnung vor einem sogenannten "Volkstod" begegnen einem dann häufiger. Knaus benennt diese Begriffe nicht nur als Rhetorik; dahinter stecke eine signalisierte Absicht, die weit über rechtlich Machbares hinausgehe.

Offizielle Statements versus reale Absichten

Knaus verweist darauf, dass im AfD-Umfeld immer wieder die Forderung nach millionenfacher "Remigration" ausgesprochen werde – etwa von Bundestagsabgeordneten oder Funktionären aus dem Parteivorstand. Dabei gehe es laut Knaus nicht einfach um die Rückführung tatsächlich Ausreisepflichtiger. Gemeint werde häufig vielmehr eine grundsätzliche Umgestaltung der deutschen Gesellschaft anhand ethnischer Kriterien.

Problematische Visionen für das Land

Aus Knaus’ Analyse spricht deutliche Skepsis gegenüber der echten rechtlichen Verankerung solcher AfD-Positionen. Die Partei verkaufe sich als Verteidigerin nationaler Integrität, hinter den Kulissen jedoch wolle ein bedeutender Teil der Struktur mehr: Man wünsche sich eine ethnisch homogene Gesellschaft – oder zumindest ein Zurückdrehen der Vielschichtigkeit. Das würde mit den Grundwerten des Grundgesetzes kaum vereinbar sein. "Hier werden Menschen gegeneinander ausgespielt und eine gefährliche gesellschaftliche Spaltung befördert", warnt Knaus.

Streit um die politische und rechtliche Ordnung

Würde man die radikaleren Forderungen tatsächlich umsetzen, stünde dies laut Knaus für einen Angriff auf das Fundament der Bundesrepublik. Nach außen gibt sich die AfD als Bewahrerin des Systems, innen jedoch träumt mancher von seiner radikalen Veränderung – paradoxerweise im Namen ebenjenes "Schutzes" der Nation.

Gerald Knaus warnt in scharfen Worten vor den Drifts innerhalb der AfD. Er beschreibt ein doppeltes Spiel: einerseits juristisch geschliffene, nach außen legale Positionen; andererseits unterschwellige – teils offen ausgesprochene – Forderungen, die kaum mit Verfassung und gesellschaftlichem Miteinander vereinbar sind.

Aktuelle Perspektive und öffentliche Debatte

In der Debatte um die AfD und ihren Umgang mit Migration hatte der Verfassungsschutz zuletzt seine eigene Sorge betont. Aktuell bezeichnen verschiedene Medien - etwa die "Süddeutsche Zeitung" oder die "Zeit" – die Sprache rund um Begriffe wie "Remigration" als massiv gefährlich, da sie ähnliche historische Assoziationen wie nationalsozialistische Rhetorik aufweise. Gleichzeitig berichtet die "FAZ" davon, dass einzelne AfD-Politiker sich immer wieder von radikaleren Aussagen distanzieren – nur um kurz darauf erneut verbal nachzulegen.

Neue Entwicklungen und Reaktionen

Bei aktuellen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus verwehren sich auch Migrantenorganisationen gegen die normalisierende Wirkung solcher Positionen. In regierungsnahen Stellungnahmen, zum Beispiel vom Bundesinnenministerium, wird gezielt vor gesellschaftlicher Spaltung und davor gewarnt, dass derartige Debatten nicht nur Minderheiten, sondern letztlich auch den gesellschaftlichen Frieden insgesamt in Gefahr bringen. Experten wie Knaus verweisen zudem darauf, dass sich die AfD-Parteiprogramme zuletzt weiter radikalisiert hätten, etwa mit Blick auf die doppelte Staatsangehörigkeit oder das Asylrecht.

  • Die taz berichtet ausführlich über eine aktuelle Bundestagsdebatte, in der Regierung und Opposition die AfD wegen ihrer Remigrationsforderungen frontal angehen: Besonders skandalisierend sei laut dem Artikel, wie die Partei den Begriff nutze, um Ressentiments zu schüren und konkrete Abschiebepläne inakzeptabel zu verpacken. Dabei wird auf ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für die Gefahren rechtsextremer Rhetorik verwiesen. Quelle: taz.
  • Die Süddeutsche Zeitung analysiert die Strategie der AfD und legt dar, wie die Partei bewusst mit Mehrdeutigkeiten und Anspielungen operiert: Neben offiziellen Papieren gebe es regelmäßig Interviews oder Social-Media-Auftritte einzelner Politiker, die gezielt für Irritationen und Aufmerksamkeit sorgen – dies gelte als typisch für den Versuch, gesellschaftliche Diskurse zu verschieben. Zugleich verdeutlicht der Artikel, wie schwer eine konsequente Abgrenzung zur extremen Rechten tatsächlich sei. Quelle: Süddeutsche Zeitung.
  • Der Spiegel diskutiert interne Spannungen in der AfD und aktuelle Reaktionen auf Rassismusvorwürfe: Während der Parteivorstand sich um außenpolitische Schadensbegrenzung bemüht, laufen im Hintergrund Machtkämpfe um die richtige politische Linie. Verschiedene Flügel kämpfen um Einfluss, einige drängen auf eine noch schärfere Gangart beim Migrationsthema, andere warnen vor offenen Angriffen auf die Verfassungstreue. Quelle: Der Spiegel.

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