Merz empfängt Mohammed Bin Zayid im Kanzleramt in Berlin
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 16:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstagnachmittag den Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed Bin Zayid, im Bundeskanzleramt empfangen. Mohammed Bin Zayid hält sich auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Staatsbesuch in Berlin auf.
Gespräche über Partnerschaft und Region
Im Mittelpunkt des Gesprächs sollen der Ausbau der strategischen Partnerschaft, die Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und das gemeinsame Engagement für regionale Stabilität im Nahen und Mittleren Osten stehen. Am Nachmittag hatte Mohammed Bin Zayid bereits Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) getroffen.
Menschenrechtskritik im Vorfeld
Vor dem Besuch hatte Human Rights Watch den Kanzler aufgefordert, die Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate im Sudan offen anzusprechen. Die Organisation wirft den Emiraten vor, die Rapid Support Forces zu unterstützen.
Human Rights Watch verweist zudem auf einen Bericht der Vereinten Nationen, wonach die RSF für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und weitere schwere Übergriffe verantwortlich sein sollen, die nach Einschätzung der UN-Ermittler Merkmale eines Völkermords aufweisen. Die Organisation kritisiert außerdem seit Langem die Repression kritischer Stimmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Einschränkungen von Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag den Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed Bin Zayid, im Kanzleramt empfangen. Der Besuch fand im Rahmen eines Staatsbesuchs in Berlin statt und fiel in eine Phase, in der die Bundesregierung die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Golfstaaten weiter ausbauen will.
Strategische und wirtschaftliche Dimension
Für Berlin steht bei solchen Begegnungen regelmäßig mehr auf dem Spiel als protokollarische Diplomatie. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein wirtschaftlich einflussreicher Partner, zugleich aber ein Staat, der wegen seiner innenpolitischen Lage und seines außenpolitischen Auftretens immer wieder international kritisch beobachtet wird.
Der Empfang durch Merz passt damit in eine Außenwirtschafts- und Sicherheitspolitik, die auf stabile Beziehungen in einer konfliktreichen Region setzt. Gerade mit Blick auf Energie, Investitionen, Infrastruktur und Rüstungsgeschäfte haben Gespräche mit Abu Dhabi eine hohe praktische Bedeutung.
Menschenrechtsfragen im Hintergrund
Zusätzliche Relevanz erhält der Besuch durch die Vorwürfe gegen die Emirate im Zusammenhang mit dem Krieg im Sudan. Solche Themen prägen die politische Bewertung eines Staatsbesuchs, auch wenn sie im offiziellen Gespräch meist hinter Fragen der Kooperation zurücktreten.
Für Leser ist vor allem wichtig: Der Termin zeigt, wie eng wirtschaftliche Interessen, sicherheitspolitische Stabilität und menschenrechtliche Kritik in der deutschen Nahost- und Golfpolitik miteinander verbunden bleiben. Der Ausgang solcher Gespräche beeinflusst nicht nur das bilaterale Verhältnis, sondern auch die deutsche Positionierung gegenüber regionalen Konflikten.
