Mecklenburg-Vorpommern: Linke stimmt für Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 23:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach der SPD hat auch die Linke in Mecklenburg-Vorpommern für Koalitionsverhandlungen über eine rot-rot-grüne Landesregierung gestimmt.
Linke beschließt Verhandlungen einstimmig
Der Landesvorstand fasste den Beschluss am späten Freitagabend nach einer mehrstündigen Online-Sitzung. Der Vorsitzende des Landesverbandes und der neuen Linken-Fraktion im Landtag, Hennis Herbst, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Entscheidung sei einstimmig gefallen.
Damit haben nach dem Abschluss der zweiwöchigen Sondierungsgespräche zwei der drei beteiligten Parteien den Weg für formelle Verhandlungen freigemacht. Die Verhandlungsführer von SPD, Linken und Grünen hatten ihren Parteigremien die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen empfohlen.
Grüne entscheiden am Samstag
Die SPD stimmte am frühen Abend zu. Landesvorstand, Landesparteirat und Landtagsfraktion kamen dafür in Güstrow zusammen. Die Grünen wollen bei einem Kleinen Parteitag am Samstag in Rostock über den Einstieg in Koalitionsverhandlungen entscheiden.
Start für Montag geplant
Stimmen die Grünen ebenfalls zu, sollen die Koalitionsverhandlungen am Montag beginnen. Ziel ist die Bildung der ersten rot-rot-grünen Landesregierung in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns.
Neue Mehrheitsverhältnisse
Die Landtagswahl vom 20. September hat die politische Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern verändert. Die SPD verfügt laut den vorliegenden Wahlergebnissen über 29 Sitze, Linke und Grüne kommen jeweils auf fünf Mandate. Zusammen hätte das Bündnis damit eine Mehrheit von 39 der 79 Sitze im Landtag.
Für die SPD bedeutet der Schritt eine Erweiterung der bisherigen Zusammenarbeit. Die Linke regierte bislang als kleiner Partner mit, kann diese Rolle nach der Wahl aber nicht mehr allein absichern. Die Grünen würden erstmals an einer Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt und könnten mit ihren fünf Mandaten entscheidend zur Regierungsbildung beitragen.
Verhandlungen vor der konstituierenden Sitzung
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund eines neu zusammengesetzten Landtags statt. Die konstituierende Sitzung ist für den 20. Oktober vorgesehen. Zugleich soll die AfD künftig deutlich stärker vertreten sein; SPD, Linke und Grüne verfügen jedoch gemeinsam über eine Mehrheit, um zentrale parlamentarische Entscheidungen zu prägen.
Mit dem geplanten Beginn der Koalitionsverhandlungen am Montag würde die politische Verständigung in die Detailphase eintreten. Dann müssten die Parteien unter anderem Zuständigkeiten, finanzielle Vorhaben und ein gemeinsames Regierungsprogramm klären. Zuvor steht die Zustimmung der Grünen auf ihrem Kleinen Parteitag am Samstag noch aus.

