Mecklenburg-Vorpommern, Landtagswahl

Mecklenburg-Vorpommern: AfD in neuer Insa-Umfrage knapp vor SPD, CDU droht historisches Tief

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sieht eine neue Insa-Umfrage die AfD knapp vor der SPD, während die CDU auf einem historischen Tief verharrt. Die Zahlen könnten die möglichen Koalitionsoptionen im Landtag deutlich verändern.

Einer aktuellen Umfrage zufolge verringert die SPD den Abstand zur AfD weiter (Archivbild). - Bild: Jens Büttner/dpa
Einer aktuellen Umfrage zufolge verringert die SPD den Abstand zur AfD weiter (Archivbild). - Bild: Jens Büttner/dpa

Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD einer neuen Insa-Umfrage für die «Bild»-Zeitung zufolge knapp vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

AfD vorn, SPD nahe dran

Nach der repräsentativen Online-Erhebung kommt die AfD auf 37 Prozent. Die SPD legt im Vergleich zu vorherigen Befragungen erneut zu und erreicht 35 Prozent. Die weiteren Parteien folgen mit größerem Abstand: Die Linke wird mit 10 Prozent ausgewiesen, die CDU bleibt bei 7 Prozent.

Historisch schwache CDU, kleine Parteien unter Druck

Für die CDU wäre ein Ergebnis von 7 Prozent bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern das schwächste Resultat seit Gründung der Bundesrepublik. Die Grünen würden mit 5 Prozent gerade die Fünfprozenthürde nehmen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) käme der Umfrage zufolge auf 3 Prozent und wäre damit nicht im Landtag vertreten.

Rückblick auf 2021 und mögliche Koalitionen

Bei der Landtagswahl 2021 war die SPD mit 39,6 Prozent stärkste Kraft geworden. Damals erreichte die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die FDP 5,8 Prozent. Schwesig regiert seitdem gemeinsam mit der Linken. Nach der aktuellen Insa-Umfrage hätte eine rot-rote Koalition keine Mehrheit mehr. SPD und Linke könnten jedoch zusammen mit den Grünen rechnerisch weiterregieren, während eine Alleinregierung der AfD nicht möglich wäre.

Methodik und Vergleich mit anderen Instituten

Für die aktuelle Umfrage hat Insa zwischen dem 8. und 15. September 1000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ab 16 Jahren online befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten. In einer jüngsten Befragung von Infratest dimap im Auftrag der ARD kam die SPD auf 33 Prozent hinter der AfD mit 38 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen sah die SPD bei 34 und die AfD bei 37 Prozent. In beiden Erhebungen lag die CDU ebenfalls bei 7 Prozent, die Linke bei 9 beziehungsweise 10 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent und das BSW bei 4 Prozent.

Grenzen der Aussagekraft von Umfragen

Die dpa weist darauf hin, dass Wahlumfragen grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet sind. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die Gewichtung der erhobenen Daten. Umfragen spiegeln daher das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider, ohne eine verbindliche Prognose für den Ausgang der Landtagswahl zu sein.

Umfragen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die Insa-Erhebung kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeigt eine zugespitzte Lage im Parteiensystem des nordostdeutschen Bundeslandes. Mit 37 Prozent läge die AfD klar vor der SPD, die mit 35 Prozent jedoch in Reichweite bleibt. Damit verfestigt sich ein Trend, den auch andere Institute wie Infratest dimap und die Forschungsgruppe Wahlen in jüngsten Erhebungen beschrieben haben: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen AfD und SPD, bei dem die Rechtspopulisten derzeit im Vorteil sind.

Schwäche der CDU und veränderte Koalitionsoptionen

Auffällig ist die anhaltende Schwäche der CDU, die in mehreren Umfragen bei lediglich 7 Prozent verharrt und damit deutlich unter früheren Ergebnissen liegt. Für die Partei, die bundesweit lange als Volkspartei galt, wäre ein solches Resultat in Mecklenburg-Vorpommern das schlechteste bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik. Für die Regierungsbildung bedeutet dies, dass traditionelle Bündnisse mit einer starken CDU kaum eine Rolle spielen. Die bisherige rot-rote Koalition aus SPD und Linke hätte nach den Zahlen keine Mehrheit mehr, während eine Fortsetzung der Regierung mit Grünen als drittem Partner rechnerisch möglich wäre.

Signalwirkung und Grenzen der Aussagekraft

Über Mecklenburg-Vorpommern hinaus wirkt die Umfragelage als Signal für die bundespolitische Debatte über die Stärke der AfD und die Stabilität der etablierten Parteien. Zugleich betonen die Institute, dass Wahlumfragen kein sicheres Bild des späteren Wahlergebnisses liefern. Kurzfristige Entscheidungen, Wechselwähler und mögliche Mobilisierung in den letzten Tagen vor der Wahl können die tatsächlichen Ergebnisse noch spürbar verändern. Für die Wählerinnen und Wähler im Land verdeutlichen die Zahlen jedoch, wie eng das Rennen um Platz eins ist und wie stark die Gewichtung kleinerer Parteien für die spätere Regierungsbildung sein kann.

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