Kanu-Olympiasieger Rauhe wird Sport-Staatsminister im Kanzleramt
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 13:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer zweifache Olympiasieger im Kanu, Ronald "Ronny" Rauhe, wird neuer Staatsminister für Ehrenamt und Sport im Bundeskanzleramt. Der 44-Jährige soll die bislang vakante Position übernehmen, wie die dts Nachrichtenagentur aus informierten Kreisen erfuhr.
Merz setzt auf Spitzensportler im Kanzleramt
Nach Informationen der Agentur war Rauhe am Mittwoch nach der Kabinettsklausur in Neuhardenberg zu einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Kanzleramt verabredet. Das Treffen verlief demnach für beide Seiten zufriedenstellend und ebnete den Weg für die Berufung des früheren Leistungssportlers zum Staatsminister.
Merz und Rauhe sind sich bereits zuvor begegnet, unter anderem im Januar bei der Verleihung des Sportler-Preises "Silbernes Lorbeerblatt" im Bundeskanzleramt. Der neue Staatsminister tritt zudem regelmäßig als Keynote-Speaker auf und berichtet von seinen Erfahrungen aus mehr als 25 Jahren im Spitzensport.
Langjährige Erfahrung im Leistungssport
Auch beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung im Juni war Rauhe präsent: Im Bundeswirtschaftsministerium teilte er seine Perspektiven auf Erfolg, Motivation und Belastbarkeit im Sport. Seine sportliche Laufbahn und seine öffentliche Rolle sollen künftig direkt in die Arbeit im Kanzleramt einfließen.
Bereits früher hatte Rauhe Berührungspunkte mit der Politik. So kandidierte er einst bei einer Landtagswahl in Brandenburg für die SPD, wenn auch ohne Wahlerfolg. In einem Zeitungsinterview erklärte er später, er sei zu diesem Schritt überredet worden.
Engagement für Olympiabewerbung und Medienpräsenz
Zuletzt setzte sich Rauhe für eine deutsche Bewerbung um Olympische Spiele ein und trat im ZDF als Experte auf. Mit seiner Bekanntheit und seinen Kontakten im Sport soll er im Kanzleramt künftig auch Themen wie internationale Großereignisse und die Rolle des Spitzensports vertreten.
Die Stelle des Sport-Staatsministers war seit einiger Zeit unbesetzt. Die bisherige Amtsinhaberin Christiane Schenderlein (CDU) war vor der Sommerpause überraschend abberufen worden und wechselte als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium.
Neubesetzung nach mehreren Absagen
Seit Schenderleins Wechsel hatte Bundeskanzler Merz dem Vernehmen nach mehrere Absagen für die Position erhalten. Mit der Berufung des zweifachen Olympiasiegers Rauhe ist die sportpolitische Spitze im Kanzleramt nun wieder besetzt und erhält eine deutlich sichtbare sportliche Prägung.
Mit Ronald „Ronny" Rauhe rückt eine prägende Figur des deutschen Kanusports ins politische Zentrum der Sportpolitik. Der 44-Jährige gewann in seiner aktiven Laufbahn mehrere olympische Medaillen und gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Kanuten. Die Entscheidung, ihn zum Staatsminister für Ehrenamt und Sport im Bundeskanzleramt zu machen, verknüpft sportliche Spitzenkarriere und Regierungsverantwortung unmittelbar.
Sportpolitik zwischen Leistungssport und Breite
Die Funktion des Sport-Staatsministers ist im Kanzleramt angesiedelt und berührt sowohl die Förderung von Leistungssport als auch die Rahmenbedingungen für den Breitensport. Nach der Abberufung von Christiane Schenderlein und ihrem Wechsel ins Bundesgesundheitsministerium war die Position einige Zeit vakant, was als Signal gewertet wurde, dass Merz nach einer Person mit besonderer Glaubwürdigkeit im Sport suchte. Rauhes Erfahrungen aus über 25 Jahren Hochleistungssport, seine Rolle als Keynote-Speaker und sein Engagement für eine deutsche Olympiabewerbung dürften ihn für diese Schnittstelle attraktiv machen.
Politische Anknüpfungspunkte und mögliche Schwerpunkte
Rauhe hat bereits frühe Kontakte in die Politik gehabt, unter anderem über eine Kandidatur für die SPD in Brandenburg und seine mediale Präsenz als Experte. Diese überparteilichen Berührungspunkte könnten helfen, sportpolitische Themen zwischen Bund, Ländern und Verbänden zu vermitteln. Für Leserinnen und Leser bedeutet die Personalie, dass Fragen der Sportförderung, der Anerkennung des Ehrenamts und der strategischen Ausrichtung einer möglichen Olympiabewerbung stärker von einem Praktiker geprägt werden, der die Bedürfnisse von Athleten, Vereinen und Ehrenamtlichen aus eigener Erfahrung kennt.
Ausblick auf Debatten und Erwartungen
In den kommenden Monaten dürfte sich zeigen, ob Rauhe seine sportliche Expertise in konkrete sportpolitische Impulse übersetzen kann – etwa bei der Unterstützung des Vereinssports, bei Präventions- und Gesundheitsprojekten oder in der Diskussion um internationale Großereignisse. Die Tatsache, dass Merz nach mehreren Absagen nun einen prominenten Olympiasieger beruft, lässt darauf schließen, dass der Kanzler die Rolle des Sports für gesellschaftlichen Zusammenhalt und nationale Repräsentation wieder stärker im Kanzleramt verankern will.
