Caritas kritisiert Warkens Plan zur Gesundheitsreform
27.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deFür die Finanzierung der Beiträge von Bürgergeldempfängern aus dem Bundeshaushalt schlug sie einen Stufenplan vor. "Ein beitragsbasiertes soziales Sicherungssystem kann nicht dauerhaft Kosten in Höhe von zwölf Milliarden Euro per anno schultern, die systemgerecht aus Steuermitteln zu finanzieren wären."
Der Deutsche Caritasverband erwarte von der Bundesregierung, "dass sie sich in dem für die Menschen so wichtigen Handlungsfeld der Gesundheitspolitik konstruktiv auf ein Reformpaket verständigt, das die Qualität und Zugänglichkeit der Versorgung unabhängig vom Einkommen und Wohnort sichert, insbesondere für die Menschen, die chronisch krank und akut auf Hilfe angewiesen sind".
Der Gesetzentwurf, den das Gesundheitsministerium auf Grundlage der Empfehlung einer Expertenkommission erstellt hat, soll nach dem Zeitplan der Regierungskoalition am Mittwoch ins Kabinett kommen. Mehrere Punkte sind noch strittig.
Unterstützung gibt der Caritasverband Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der Rentendebatte. Welskop-Deffaa sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Kanzler Merz hat beim 80. Geburtstag der CDA in Marburg klargestellt, warum er von der Gesetzlichen Rente als `Basisabsicherung` gesprochen hat: Nur die gesetzliche Rentenversicherung sei in der Lage, neben der Altersrente eine Absicherung bei Erwerbsminderung zu bieten, sowie Rente und Reha umfassend zu verbinden."
Die Caritas stimme mit dem Kanzler überein, "dass es auch weiterhin ein starkes solidarisches System der Alterssicherung braucht", so Welskop-Deffaa. "Das Signal, das Merz aus der Elisabeth-Stadt Marburg gesandt hat, werden wir ernst nehmen. Wir werden die weiteren Reformschritte an seinem Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit und zu einer Union, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, messen."
Merz hatte am Montag beim Jahresempfang des Bankenverbandes gesagt, die gesetzliche Rentenversicherung allein werde künftig allenfalls noch die Basisabsicherung für das Alter sein. Unterstützung bekam er aus seiner Partei. Bei der Bundestagung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) am Samstag in Marburg rückte Merz nicht von seiner Äußerung ab, machte aber deutlich, wie er sie gemeint hatte.
Die gesetzliche Altersvorsorge bleibe Basis für das Rentensystem, er wolle sie auch nicht einschränken, sagte Merz. Man dürfe aber nicht mehr nur über Haltelinien bei der gesetzlichen Rente sprechen, sondern müsse alle drei Säulen - gesetzlich, betrieblich und privat - in den Blick nehmen und in ein neues Verhältnis zueinander setzen.
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