Arbeitsmarkt, Gesellschaft

Im nächsten Bundeshaushalt wird voraussichtlich ein Drittel aller veranschlagten Steuereinnahmen (33,3 Prozent) in die Rentenversicherung fließen.

18.11.2025 - 11:04:54

Ifo: Rentenzuschüsse verschlingen ein Drittel der Steuereinnahmen

Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Ifo-Instituts hervor, die den Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2026 untersucht. Insgesamt sind für Bundeszuschüsse zur gesetzlichen Rentenversicherung 127,8 Milliarden Euro veranschlagt. "Ohne strukturelle Reformen wird der Bund dauerhaft mehr Geld für die gesetzliche Rente bereitstellen. Das verengt den Spielraum für zukunftsgerichtete Ausgaben im regulären Haushalt", sagte Ifo-Forscherin Emilie Höslinger. Insgesamt machen die Zahlungen für die Rente knapp ein Viertel des Bundeshaushalts aus.

Strukturell sind dem Bundesministerium für Soziales und Arbeit die meisten Mittel zugewiesen, in dessen Bereich auch die Zahlungen für die Renten fallen. Die jährliche Wachstumsrate dieses Ressorts lag vor der Pandemie zwischen 2016 und 2019 bei durchschnittlich 1,37 Prozent (inflationsbereinigt). Zwischen 2024 und 2026 liegt sie bei 2,27 Prozent. Der Anteil der Schuldenaufnahmen an den Gesamteinnahmen im Kernhaushalt steigt auf rund 19 Prozent. Der Steueranteil liegt damit bei etwa 74 Prozent. Vor der Corona-Pandemie lag ihr Anteil zwischen 90 und 93 Prozent. Damit ist der Anteil der Steuereinnahmen aktuell knapp 20 Prozentpunkte unter dem Vorkrisenniveau. "Mit den neuen Schulden werden vor allem ungelöste Finanzierungsprobleme in die Zukunft verschoben. Gleichzeitig belastet der gestiegene Schuldenstand künftige Generationen mit Rückzahlungs- und Zinslasten", so Höslinger. Die Studie untersucht den Kernhaushalt des Bundes. Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2026 sah insgesamt 520,5 Milliarden Euro für den Kernhaushalt vor. Daneben sind Ausgaben im Rahmen mehrerer Sondervermögen in Höhe von insgesamt 119,96 Milliarden Euro vorgesehen. Die Änderungen durch die Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses vom 12. und 13. November sind in der Studie nicht berücksichtigt.

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Neue Berechnungen: Sozialabgaben steigen noch stärker als erwartet Der demografische Wandel dürfte die Sozialabgaben noch weitaus stärker steigen lassen als bislang bekannt. (Wirtschaft, 15.12.2025 - 09:49) weiterlesen...

Grimm hält Erfolg der Rentenkommission für völlig unmöglich Die Ökonomin Veronika Grimm, unter anderem Mitglied im fünfköpfigen Regierungsrat der Wirtschaftsweisen, gibt der bald startenden Rentenkommission keine Erfolgschancen. (Politik, 15.12.2025 - 07:13) weiterlesen...

Spahn warnt Bas: Keine Abstriche bei Bürgergeld-Sanktionen Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) aufgerufen, in ihrem Gesetzentwurf zur Reform des Bürgergeldes die geplanten Sanktionen gegen Arbeitsverweigerer nicht aufzuweichen. (Politik, 15.12.2025 - 00:00) weiterlesen...

Rechtswissenschaftlerin Janda wird Co-Chefin der Rentenkommission Die Rechtswissenschaftlerin Constanze Janda soll Co-Vorsitzende der Rentenkommission der Bundesregierung werden. (Politik, 14.12.2025 - 14:17) weiterlesen...

Unternehmer Herrenknecht für Lockerung des Kündigungsschutzes Der Unternehmer Martin Herrenknecht plädiert angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise für mehr Flexibilität für Arbeitgeber in Deutschland. (Wirtschaft, 11.12.2025 - 12:58) weiterlesen...

Bäckereien und Handel wollen Aktivrente ab Januar offensiv starten. Mehrere Branchen wollen die ab 1. Januar 2026 geplante Aktivrente offensiv einführen. Bäckereien und Handel wollen Aktivrente ab Januar offensiv starten (Wirtschaft, 11.12.2025 - 08:42) weiterlesen...