Arbeitsmarkt, Gesellschaft

Merkel mahnt Anschlusslösung bei Rente an

14.05.2026 - 06:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt dazu, die Debatte um die Rente mit mehr Mut und Ehrlichkeit über künftige Belastungen zu führen.

Älteres Paar (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Älteres Paar (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Menschen in Deutschland leisteten bereits seit Jahren einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme, dieser müsse jedoch politisch besser kommuniziert werden, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus.

"Vielleicht wäre es hilfreich, wenn heute den Menschen auch mal gesagt würde: Schaut, ihr leistet eigentlich seit 2005 jedes Jahr einen Beitrag dazu, dass wir jedes Jahr das demografische Problem lösen", sagte Merkel. Sie verwies darauf, dass die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre eine enorme kollektive Anstrengung darstelle: "Jeder Jahrgang arbeitet einen Monat länger, in Zukunft sogar zwei." Wer 2029 in Rente gehe, habe im Vergleich zu 2005 zwei Lebensjahre mehr gearbeitet. "Das ist für manche Menschen, die auch körperlich schwere Arbeit machen, ein Beitrag."

Gleichzeitig forderte die Altkanzlerin die aktuelle Politik auf, rechtzeitig neue Konzepte für die Zeit nach dem Auslaufen der aktuellen Regelungen vorzulegen. "Wenn man sagt: Das haben wir hingekriegt, aber nach 2029 haben wir keine neue Regelung und das demografische Problem bleibt, wir müssen eine Anschlusslösung finden - dann, glaube ich, kann man viele Menschen davon überzeugen", so Merkel. Die allermeisten Bürger wollten schließlich, dass auch ihre Kinder und Enkel eine verlässliche Alterssicherung haben.

Rückblickend verteidigte Merkel die Entscheidung zur Rente mit 67 gegen den Vorwurf, es habe sich dabei lediglich um eine moderierende Politik gehandelt. "Die Rente mit 67 war keine Moderation", stellte sie klar. Entscheidend für die Akzeptanz solcher Reformen sei die klare Benennung der Ziele. "Menschen müssen wissen, mit welchem Ziel mache ich etwas", so Merkel. Es sei die Kunst der Politik, nicht eine Gruppe gegen eine andere auszuspielen: "Ich muss sagen: Wozu mache ich es? Wer leistet heute schon welchen Beitrag? Wer muss in Zukunft welchen Beitrag leisten?" Nur durch diese Transparenz ließen sich notwendige Anpassungen in einer sich verändernden Welt durchsetzen.

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