Militär, Luftfahrt

Grüne fordern Ablehnung von Pistorius` Drohnen-Deal

16.02.2026 - 14:48:50 | dts-nachrichtenagentur.de

Im Bundestag wächst der Widerstand gegen den geplanten milliardenschweren Kauf von Kampfdrohnen.

Boris Pistorius am 14.02.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Boris Pistorius am 14.02.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Grund ist die Beteiligung des umstrittenen US-Milliardärs Peter Thiel an einem der beiden geplanten Auftragnehmer, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Am 25. Februar soll der Haushaltsausschuss des Bundestags die Beschaffung bei zwei Unternehmen im Gesamtwert von bis zu 4,32 Milliarden Euro bewilligen. Das geht aus mehreren als "Verschlusssache" eingestuften Anträgen des Finanzministeriums hervor, aus denen die Zeitung zitiert.

Da bei einem der Unternehmen mit Sitz in Berlin Thiel einer der Investoren ist, fordern die Grünen wegen möglicher Risiken eine Absage des Milliardengeschäfts. Der für den Verteidigungshaushalt zuständige Grünen-Bundestagsabgeordnete Sebastian Schäfer sagte der SZ: "Unsere Zweifel bei der anstehenden Drohnen-Beschaffung werden immer größer. Wir müssen wissen, mit wem wir solch heikle Geschäfte machen." Bisher könne die Bundesregierung nicht sagen, wer welche Anteile an den Firmen halte.

Die Grünen-Verteidigungspolitikerin Sara Nanni sagte, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe bei der Sicherheitskonferenz in München davon gesprochen, dass man unabhängiger von den USA werden müsse. "Währenddessen soll im Bundestag eine Beschaffung beschlossen werden, bei der mindestens unklar ist, welchen Einfluss MAGA-Investor Peter Thiel auf das deutsche Unternehmen hat." Hinzu kämen absurd hohe Stückpreise. "Das Parlament sollte dieser Vorlage nicht zustimmen", forderte Nanni.

Auch der SPD-Haushalts- und Verteidigungsexperte Andreas Schwarz forderte Aufklärung zu den Geschäften. "Dieses wichtige Beschaffungsvorhaben mit einer hohen und unterschiedlichen Vertragsgröße bei den beiden Anbietern hat aus haushälterischen Gesichtspunkten noch Nachfragen und Klärungsbedarf", sagte Schwarz der SZ.

Die Angriffsdrohnen sollen der neuen, rund 5.000 Soldaten starken Bundeswehr-Brigade in Litauen an der Nato-Ostflanke zur Abschreckung gegen Russland zur Verfügung gestellt werden. In den Schreiben an den Bundestag wird geschrieben, dass die Qualität der Systeme noch nicht endgültig bewertet werden könne: "Der endverhandelte Vertrag berücksichtigt das Risiko einer zum Vertragsschluss noch nicht vollständig abgeschlossenen Qualifikation durch klare Abbruchkriterien vor einem endgültigen Serienabruf". Während der Vertragslaufzeit von sieben Jahren sei aber eine technologische Weiterentwicklung "des Leistungs- und Liefergegenstandes zu erwarten".

de | politik | 68585445 |

Weitere Meldungen

Merz verteidigt FCAS-Aus Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Entscheidung verteidigt, das deutsch-französische Vorhaben, gemeinsam mit Spanien einen Kampfjet der sechsten Generation zu entwickeln, zu beenden."Präsident Macron und ich haben es uns in dieser Frage eines deutsch-französischen Kampfflugzeuges wirklich nicht leicht gemacht", sagte Merz am Mittwoch zum Auftakt der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. (Politik, 10.06.2026 - 15:01) weiterlesen...

Aktivisten blockieren Zufahrten zur ILA Aktivisten haben am Mittwoch die Zufahrt zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin komplett gesperrt. (Sonstige, 10.06.2026 - 10:09) weiterlesen...

Trump: Iran hat US-Hubschrauber abgeschossen - Reaktion nötig Der Iran hat nach US-Angaben einen Apache-Hubschrauber des US-Militärs abgeschossen, der über der Straße von Hormus patrouilliert haben soll.US-Präsident Donald Trump teilte am Dienstag weiter mit, auf den Abschuss reagieren zu müssen. (Ausland, 09.06.2026 - 18:53) weiterlesen...

Nach FCAS-Aus - Airbus: Können eigenen Kampfjet entwickeln Airbus zeigt sich nach dem Aus des gemeinsamen deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS selbstbewusst und dringt auf eine schnelle politische Entscheidung zur Zukunft der Kampfflugzeugentwicklung."Wir haben die Fähigkeiten, einen eigenen Jet zu entwickeln, die Luftwaffe hat Bedarf daran und Deutschland hat das Geld dazu", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Airbus Defence and Space, Thomas Pretzl, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. (Wirtschaft, 09.06.2026 - 16:16) weiterlesen...

Luftwaffen-Inspekteur signalisiert Bereitschaft für mehr F-35 Der Inspekteur der deutschen Luftwaffe signalisiert nach dem Aus des deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts FCAS Sympathie für die Anschaffung weiterer F-35-Jets aus US-Produktion. (Ausland, 09.06.2026 - 14:58) weiterlesen...

Deutschland stoppt gemeinsames Kampfjetprojekt mit Frankreich Das deutsch-französische Vorhaben, gemeinsam mit Spanien einen Kampfjet der sechsten Generation zu entwickeln, ist endgültig gescheitert. (Politik, 08.06.2026 - 16:49) weiterlesen...