Gastronomie, Soziales

Herkunft darf keine Schicksalsfrage sein: Paul Ziemiak (CDU), Jochen Ott (SPD) und Tim Achtermeyer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) diskutierten über sozialen Aufstieg

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 16:24 Uhr | presseportal.de

München - Sozialer Aufstieg in Deutschland hängt zu oft von der Postleitzahl ab. Beim McDonald's Burger Dialog in Köln-Kalk waren sich CDU, SPD und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN einig über den Befund - und uneins über die Lösung.

Herkunft darf keine Schicksalsfrage sein: Paul Ziemiak (CDU), Jochen Ott (SPD) und Tim Achtermeyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) diskutierten über sozialen Aufstieg - Bild: presseportal.de
Herkunft darf keine Schicksalsfrage sein: Paul Ziemiak (CDU), Jochen Ott (SPD) und Tim Achtermeyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) diskutierten über sozialen Aufstieg - Bild: presseportal.de

CDU, SPD und Grüne sind sich einig: Herkunft darf in Deutschland keine Schicksalsfrage sein. Zu diesem parteiübergreifenden Konsens kamen Paul Ziemiak (CDU), Jochen Ott (SPD) und Tim Achtermeyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beim McDonald's Burger Dialog am Donnerstagabend in Köln-Kalk. Rapper Eko Fresh, der selbst in Kalk aufgewachsen ist und sich echte Veränderung für die Menschen im Viertel wünscht, benannte Missstände und lieferte konkrete Impulse für die Debatte.

Einig beim Ziel

Sozialer Aufstieg für möglichst viele ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch des wirtschaftlichen Eigeninteresses einer Gesellschaft: Mehr Teilhabe stärkt den Zusammenhalt und kurbelt das Wachstum an. Darin waren sich alle drei Politiker einig. Eko Fresh, dessen Vater als Gastarbeiter nach Deutschland kam, formulierte die Sehnsucht dahinter: "Irgendwann wirklich etwas besitzen, ein Auto, eine Wohnung, vielleicht sogar ein Häuschen. Bei der Mehrheitsgesellschaft ankommen und mitmachen. Das ist der Traum." Ihm sei bewusst, dass nicht alle so viel Glück haben wie er. "Deshalb muss man jeden Menschen abholen."

Uneins beim Weg

In der Frage der Mittel trennten sich die Positionen. Ziemiak (CDU) plädierte für Steuersenkungen und Wirtschaftsförderung: Mehr und besser bezahlte Jobs schafften die Grundlage für Aufstieg. Sprachkenntnisse seien dafür unerlässlich. "Sozialer Aufstieg funktioniert nur, wenn man sich das Leben auch leisten kann. Die Mieten sind zu hoch, die Steuern für diejenigen, die anfangen zu arbeiten, sind zu hoch. Wer sich hochgekämpft hat, muss sich auch etwas aufbauen können." Ott (SPD) rückte andere Herausforderungen in den Fokus: "Der Mittelmäßige aus Köln-Lindenthal hat bessere Chancen als der Tüchtige aus Köln-Kalk - wegen der Netzwerke, wegen des Umfelds." Er mahnte konkrete Investitionen in Bildung und gezielte Förderung belasteter Stadtteile an: "Wir brauchen eine vernünftig ausgestattete Gesamtschule und in diesen Stadtteilen eine besondere Förderung für die Kitas." Achtermeyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mahnte strukturelle Lösungen an: "Nicht alle haben die gleichen Einstiegschancen. Das gleicht kein individueller Ehrgeiz aus." Das Leben sei eben keine Pommes. Es gehe nicht immer geradeaus. Der Staat müsse dafür sorgen, dass Umwege und Neuanfänge keine Sackgassen werden.

Burger Dialog als Vorbild

Uneingeschränkt positiv bewerteten alle drei das Format selbst. Politik müsse dorthin gehen, wo Menschen leben, in volle Restaurants in Stadtteilen wie Kalk, mit einem Publikum, das sonst selten politische Bühnen betritt.

Köln-Kalk: bewusst gewählter Ort

Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt. Kalk steht exemplarisch für sozial benachteiligte Stadtteile in deutschen Großstädten: Nach einer Erhebung der Stadt Köln ist fast ein Viertel der Bevölkerung von Arbeitslosigkeit betroffen. Mehr als 60 Prozent haben eine Migrationsgeschichte. Laut Kölner Stadt-Anzeiger gehört Kalk zu den Stadtteilen mit der höchsten Armutsquote in Köln.

Schwindender Glaube ans Leistungsversprechen

Dass die Debatte drängt, belegen aktuelle Zahlen. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von McDonald's Deutschland glauben 43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, ihre Generation habe schlechtere Chancen als die Eltern. 42 Prozent sehen die soziale Herkunft als wichtigsten Faktor für Aufstieg, nur 25 Prozent vertrauen vor allem auf eigene Leistung. Den Abschluss des Abends bildete eine Live-Performance von Eko Fresh, der unter anderem seinen Song "Gheddo" über Köln-Kalk sang, und Teven ("Broken Promises"), eine der spannendsten neuen Stimmen im deutschen Rap.

Über den Burger Dialog

Mit dem Burger Dialog bringt McDonald's Deutschland junge Menschen, Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft in McDonald's Restaurants zusammen, um offen über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Der Burger Dialog in Köln-Kalk war die fünfte Veranstaltung des Formats.

Über die YouGov-Studie

Die Daten basieren auf Online-Interviews mit 1.002 Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren (30.06.-06.07.2026), repräsentativ für die gleichaltrige Wohnbevölkerung in Deutschland. Durchgeführt von YouGov im Auftrag von McDonald's Deutschland.

Den Burger Dialog in voller Länge finden Sie hier: https://youtu.be/mh33CH-V3RQ

Bildmaterial finden Sie hier: https://ots.de/54rFmG

Andreas Rentz / Getty Images for McDonald's Deutschland

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