Hackerangriff: Apple warnt Politiker vor Mercenary Spyware
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 20:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWarnungen auf iPhones seit Ende Oktober
- Apple informierte betroffene Nutzer seit dem 29. Oktober 2026 über einen erkannten Angriff mit Mercenary Spyware.
- Das BSI schrieb die Betroffenen an und empfahl, vorsorglich von einer möglichen Gerätekompromittierung auszugehen.
- Die Warnung erlaubt laut BSI keine Aussage darüber, ob der Angriff tatsächlich erfolgreich war.
Apple warnt vor Spyware auf Geräten von Politikern
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat einen Hackerangriff auf Geräte von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern bestätigt. Apple habe Betroffene über eine mögliche Kompromittierung durch sogenannte Mercenary Spyware informiert, sagte Wildberger der ARD.
BSI informiert Betroffene schriftlich
Nach Angaben des Ministers reagierte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schnell und schrieb alle Betroffenen an. Dem Schreiben zufolge erhielten iPhones seit dem 29. Oktober 2026 eine Bedrohungsbenachrichtigung von Apple.
Apple teilte demnach mit, dass ein Angriff erkannt worden sei, der auf eine Kompromittierung des iPhones abziele. Das BSI erklärte zugleich, über den konkreten Anlass und die Hintergründe der Benachrichtigungen lägen derzeit keine näheren Informationen vor.
Erfolg des Angriffs bleibt offen
Apple bezeichnet seine Bedrohungsbenachrichtigungen als sehr zuverlässige Hinweise darauf, dass eine Person gezielt angegriffen wurde. Ob der Angriff erfolgreich war, geht aus der Benachrichtigung jedoch nicht hervor.
Das BSI empfahl den Betroffenen deshalb, vorsorglich davon auszugehen, dass ihr Gerät kompromittiert sein kann. Im „Bericht aus Berlin“ nannte Wildberger keine weiteren konkreten Einzelheiten und zeigte sich zugleich besorgt über die Berichte.
Spähsoftware kann viele Gerätedaten erfassen
Spyware kann ohne Wissen und Zustimmung des Nutzers Daten an Dritte übermitteln und sich unter Umständen eigenständig installieren. Nach Angaben des BSI könnten Angreifer auf Nachrichten einschließlich verschlüsselter Messenger, Anrufe, Kontakte, Kalender und Standortdaten zugreifen sowie Mikrofon und Kamera einschalten.
Die Warnungen markieren eine besonders gezielte Form digitaler Angriffe. Apple verschickt solche Benachrichtigungen nicht als allgemeine Sicherheitsmeldung, sondern an Nutzer, bei denen ein individueller Angriff mit hochentwickelter Spähsoftware vermutet wird. Das BSI ordnet die Hinweise deshalb als sehr zuverlässig ein und empfiehlt den Betroffenen, zunächst von einer möglichen Kompromittierung auszugehen.
Für Abgeordnete und Regierungsmitglieder ist der Vorgang besonders relevant, weil Mobiltelefone im politischen Alltag als zentrale Kommunikationsgeräte dienen. Eine erfolgreiche Infektion könnte nicht nur unverschlüsselte Inhalte offenlegen: Nach den Angaben des BSI wären auch Nachrichten aus verschlüsselten Messengern, Kontakte, Kalender, Standortdaten sowie Mikrofon und Kamera betroffen. Damit kann ein einzelnes Gerät Einblicke in persönliche, parlamentarische und staatliche Kommunikationsabläufe ermöglichen.
Offene Fragen zum Angriff
Die Benachrichtigungen nennen bislang weder den konkreten Anlass noch die Hintergründe. Ebenso bleibt offen, ob die Angriffe erfolgreich waren, wer dahintersteht und wie viele Geräte tatsächlich betroffen sind. Das BSI hat nach der Meldung schnell reagiert und die Betroffenen schriftlich informiert; für die weitere Bewertung dürften nun technische Untersuchungen und die Sicherung der betroffenen Geräte entscheidend sein.
