Grüne werfen Dobrindt Untätigkeit beim Geheimdienstschutz vor
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 18:37 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSNach dem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt haben die Grünen den Umgang von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit den Nachrichtendiensten kritisiert. Konstantin von Notz warf der Bundesregierung Untätigkeit vor und sprach von einem schweren Versäumnis beim Schutz sicherheitsrelevanter Strukturen.
Kritik an fehlenden Maßnahmen
Nach Angaben von von Notz habe es mehrfach Aufforderungen an das Bundesinnenministerium gegeben, Institutionen und die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit zu schützen. Vereinbarte konkrete Maßnahmen seien bislang jedoch nicht bekannt geworden, sagte der Grünen-Politiker.
Von Notz nannte die bisherige Haltung der Bundesregierung in diesen Fragen „krass“ und „schlicht verheerend“. Die Lage sei sicherheitspolitisch hochsensibel, weshalb aus seiner Sicht rasch gehandelt werden müsse, um extrem sensible Daten zu schützen.
Druck auf Bund und Länder
Nach seiner Darstellung geht es nicht nur um Sachsen-Anhalt, sondern um die geheimdienstliche Zusammenarbeit insgesamt in Deutschland, Europa und international. Er kritisierte zudem, dass erst nach dem Wahlabend Bewegung in die Frage komme, obwohl frühere Abstimmung aus seiner Sicht längst nötig gewesen wäre.
Der Grünen-Politiker verwies auch auf die Rolle der Innenministerkonferenz und sprach von einem bizarren Schauspiel, weil andere Stellen nun aktiv würden, während das Innenministerium zu lange abgewartet habe. Auch beim Thema Drohnen habe Dobrindt aus seiner Sicht zu spät reagiert.
Politische Folgefragen
Die Debatte zeigt, wie eng Wahlentscheidungen auf Landesebene und Sicherheitsfragen des Bundes inzwischen miteinander verknüpft sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die bestehenden Schutzmechanismen für sensible Informationen und Kooperationen schnell genug angepasst werden, wenn sich politische Mehrheiten verändern.
Für die Bundesregierung wächst damit der Druck, den Schutz von Nachrichtendiensten nicht nur abstrakt zu betonen, sondern mit konkreten Abläufen zu unterlegen. Je klarer Zuständigkeiten, Zugriffsregeln und Sicherheitsvorkehrungen definiert sind, desto robuster bleibt die Zusammenarbeit im Inland und mit Partnern im Ausland. Die Meldung beschreibt eine scharfe politische Reaktion der Grünen auf den Umgang des Bundesinnenministeriums mit Fragen des Geheimschutzes nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt. Im Zentrum steht dabei nicht nur die parteipolitische Kritik an Alexander Dobrindt, sondern vor allem die Frage, wie früh Bund und Länder auf Risiken für sensible nachrichtendienstliche Zusammenarbeit reagieren.
