Deutschland, Gesundheit

E-Patientenakte – Hausärzte kritisieren technische Umsetzung

08.11.2025 - 00:01:11

Gesundheitsdaten wie Befunde und Laborwerte müssen seit dem 1. Oktober auch in digitale Akten geladen werden. Hausärzte halten das System nicht für ausgereift.

Die Hausärzte hadern weiter mit der elektronischen Patientenakte. «Für die Idee gebe ich die Note "sehr gut", für die Ausführung durch die Krankenkassen, die Industrie und die Digitalagentur Gematik die Note "mangelhaft"», sagte die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Nicola Buhlinger-Göpfarth, der «Rheinischen Post» (Samstag). «Drei Viertel der Praxen berichten in einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von technischen Problemen in den letzten Monaten. So zerstört man Vertrauen.»

Seit dem 1. Oktober sind Gesundheitseinrichtungen verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte in die E-Akten einzustellen. Sie können Patienten ein Leben lang begleiten und sollen zu besseren Behandlungen beitragen.

Falsche Diagnosen in den Akten «kein Massenproblem»

Buhlinger-Göpfarth wies Vorwürfe zurück, dass die Patientenakten (ePA) massenhaft falsche Diagnose enthielten: «Wir Ärzte versorgen über 500 Millionen Fälle pro Jahr in unseren Praxen, da sind bestimmt in Einzelfällen Diagnosen auch mal falsch eingegeben oder veraltet», sagte sie. «Mehr Transparenz durch die ePA ist da gut. Aber das ist doch kein Massenproblem.»

Von der Bundesregierung wünscht sich die Verbandschefin die schnelle Einführung eines Hausarzt-Systems: «Unser Vorschlag: Wer zuerst zum Hausarzt geht, bekommt, wenn nötig, schneller einen Termin beim Facharzt. Das ist ein guter Anreiz», sagte sie.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Grünen-Experte für flexiblere Organisation von Blutspenden Über Feiertage und bei Winterwetter werden Blutspenden manchmal knapp. (Unterhaltung, 16.01.2026 - 04:17) weiterlesen...

Jugendschutz bei E-Zigaretten: BGH prüft Alterskontrolle. Doch wie streng muss der Jugendschutz beim Online-Verkauf von leeren Ersatztanks greifen? Ein BGH-Verfahren rückt die Vapes erneut in den Fokus. E-Zigaretten kommen vor allem bei jungen Leuten gut an. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 05:00) weiterlesen...

DRK warnt: Deutschlandweit fehlen Blutspenden. Doch in den vergangenen Wochen wurden zu wenig gespendet. Täglich werden 14.000 Blutspenden in Deutschland benötigt. (Wissenschaft, 15.01.2026 - 03:30) weiterlesen...

Viele Kinder mit Grippe im Krankenhaus. Immer mehr Menschen stecken sich an, einige müssen ins Krankenhaus. Experten mahnen: Influenza ist eine ernstzunehmende Krankheit und kein «Schnüpfchen». Die Grippewelle nimmt an Fahrt auf. (Wissenschaft, 14.01.2026 - 18:27) weiterlesen...

Zahl der Apotheken sinkt auf Tiefstand seit fast 50 Jahren. Doch das Netz der Standorte wird dünner: Die Zahl der Apotheken sinkt seit Jahren - nun auf ein neues Rekordtief. Dafür gibt es mehrere Gründe. Eine Apotheke in der Nähe ist vielen Menschen wichtig. (Wirtschaft, 13.01.2026 - 15:44) weiterlesen...

Zahl der Organspender erreicht höchsten Stand seit 2012. Warum gerade der Osten Deutschlands als Vorbild gilt. Mehr Organspenden, aber weiter lange Wartelisten: Mehr als 8.000 Menschen hoffen auf ein Spenderorgan. (Politik, 13.01.2026 - 09:00) weiterlesen...