Weltcup, Wintersport

Generalprobe geglückt: Biathleten zurück auf dem Podest

15.01.2026 - 15:59:15

Die deutschen Biathleten liegen im Staffelrennen von Ruhpolding zwischenzeitlich an der Spitze. Am Ende jubeln sie mit tausenden Fans über den Sprung aufs Podium.

Nach der La-Ola mit den tobenden Fans genossen die deutschen Biathleten ihre Glücksgefühle auf dem Siegerpodest in vollen Zügen. Die geglückte Generalprobe für die Winterspiele mit Rang drei in Ruhpolding war nicht nur das erste Staffelpodium des Winters. Vielmehr soll es vier Wochen vor dem olympischen Teamrennen in Antholz eines bewirken: Zuversicht geben, die großen Nationen wie Norwegen, Frankreich und Schweden auch schlagen zu können.

«Wenn man es schafft, bei einem noch wichtigeren Rennen vielleicht genau wieder so zu liefern, wäre es natürlich toll und das heute gibt uns einfach das Selbstvertrauen», sagte Schlussläufer Philipp Nawrath. Justus Strelow, Danilo Riethmüller und David Zobel verfolgten Nawraths Kampf um Platz zwei, doch auf der Ziellinie musste sich ihr Teamkollege knapp dem Norweger Vetle Christiansen geschlagen geben. 

«Das war eine Wahnsinns-Teamleistung. Alle Jungs haben einen megageilen Job gemacht», sagte Nawrath. «Das macht richtig Bock.» Bei Partystimmung vor über 20.000 Fans musste er nach der anstrengenden letzten Runde aber anerkennen: «Die zwei waren noch einen Tick stärker.» 

Erster Sieg seit fast fünf Jahren war möglich

Nur 7,9 Sekunden betrug der Rückstand auf Sieger Frankreich, dazwischen schob sich noch Olympia-Favorit Norwegen, der zuvor alle drei Staffelrennen der Saison gewonnen hatte. Die Deutschen zeigten eine starke Leistung am Schießstand und konnten sich auch wegen nur fünf Nachladern weit vorn platzieren. Zwischenzeitlich hatte es sogar nach dem ersten deutschen Staffelsieg seit dem 5. März 2021 ausgesehen.

Für Nawrath war es von der Anspannung her fast genau wie ein olympisches Rennen. «Es war ein Heimrennen und die Generalprobe. Darum muss ich das fast auf eine ähnliche Stufe schon stellen», sagte der 32-Jährige. Dann so zu bestehen, sei überragend gewesen. 

Startläufer Strelow hielt sich zu Beginn trotz eines frühen Nachladers in der Spitzengruppe und übernahm auf der Schlussrunde sogar schon kurzzeitig die Führung. Bis zum ersten Wechsel auf Riethmüller musste der Sachse aber noch drei Kontrahenten vorbeiziehen lassen. Mit nur gut vier Sekunden war der Rückstand auf die Spitze aber gering.

Starker Auftritt von Riethmüller

Riethmüller, der noch um die Olympia-Norm kämpft, war zuletzt nach seinen schwachen Leistungen in den zweitklassigen IBU-Cup versetzt worden. Doch von Schwäche oder Verunsicherung war in Ruhpolding nichts zu spüren. Nach seinem schnellen Stehendschießen brachte der 26-Jährige Deutschland erneut auf den Spitzenplatz. 

«Ich bin dankbar, mich hier noch mal beweisen zu können. Ich bin glücklich, dass ich das so über die Bühne bekommen habe», sagte Riethmüller, der zugab, in der letzten Zeit nicht immer an sich geglaubt zu haben. Er hofft nun, im Sprint und in der Verfolgung noch die Norm zu knacken. «Ich versuche, wie heute sauber mein Ding am Stand zu machen und will auf der Runde zeigen, was ich kann. Dann werden wir sehen, wofür es reicht.»

Letztes Schießen entscheidet 

Zobel, der die verbandsinterne Olympia-Norm zur Hälfte erfüllt hat, hatte als Schlussläufer beim Weltcup in Oberhof (5.) im Zielsprint keine Chance gegen die starke Konkurrenz. Beim zweiten Heimspiel zeigte Zobel keine Nerven, benötigte nur eine Extrapatrone und konnte an der Spitze dranbleiben. 

Schlussläufer Nawrath startete als Dritter hinter Schweden und Norwegen in die Loipe. Der Nesselwanger ließ sich im Vergleich zu anderen Situationen zuletzt nicht beirren und blieb am Schießstand mit jeweils einem Nachlader cool. Ohne den kleinen Patzer hätte es vielleicht sogar zu einem Heimerfolg gereicht. «Leider ging der letzte Schuss daneben und das hat es mir auf der letzten Runde schwerer gemacht», sagte Nawrath.

Grotian kämpft noch um Olympia-Ticket

Fortgesetzt wird der Weltcup im Chiemgau am Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) mit dem Sprint der Frauen. Dabei geht es für Selina Grotian um die Erfüllung der Norm für die Olympischen Spiele.

@ dpa.de

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