Zippel, Cosco

Zippel-Verkauf an Cosco: Bundesregierung untersagt Einstieg aus Sicherheitsgründen

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Bundesregierung untersagt den Verkauf von 80 Prozent des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco. Ausschlaggebend sind Sicherheitsbedenken, wie das Bundeswirtschaftsministerium nach der Kabinettssitzung mitteilte.

Die Bundesregierung untersagt aus Sicherheitsgründen den Verkauf von 80 Prozent der Anteile des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco.

Kabinett entscheidet gegen Einstieg

Das teilte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nach einer Kabinettssitzung mit. Damit verhindert der Bund den geplanten Mehrheitsverkauf an Cosco.

Hamburger Logistik im Mittelpunkt

Zippel ist in Hamburg tätig und damit Teil eines für den Warenverkehr wichtigen Logistikstandorts. Weitere Einzelheiten zu den konkreten Sicherheitsbedenken und zur rechtlichen Begründung der Entscheidung wurden zunächst nicht genannt.

Teil einer härteren China-Politik

Das Verbot fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung ihre Wirtschaftsbeziehungen zu China stärker unter dem Gesichtspunkt von Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken betrachtet. SPD-geführte Ressorts drängen auf schärfere Regeln gegen staatlich gestützte Wettbewerbsvorteile chinesischer Unternehmen und auf eine Verschärfung der Investitionsprüfung.

Für den Hamburger Hafen ist die Entscheidung besonders relevant. Logistikunternehmen verbinden Warenströme, Terminals, Lager und Verkehrsinfrastruktur. Eine Beteiligung an einem solchen Unternehmen kann deshalb über die reine Eigentumsfrage hinaus Bedeutung für den Zugang zu Betriebsabläufen, Lieferketten und strategisch wichtigen Informationen haben. Der Bund setzt mit dem Eingriff ein Signal, dass ausländische Investitionen in kritischen Bereichen nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien bewertet werden.

Signal für Unternehmen und Hafenstandort

Die Entscheidung kann zugleich den Spielraum deutscher Firmen bei der Suche nach Kapital und strategischen Partnern einschränken. Für Unternehmen wird wichtiger, frühzeitig zu prüfen, ob eine Transaktion sicherheitsrechtliche Genehmigungen erfordert. Für den Hafenstandort bleibt entscheidend, wie sich Investitionsschutz, offene Handelswege und die Kontrolle über kritische Infrastruktur miteinander vereinbaren lassen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Experten fordern Strategie: Chinas Wirtschaftsmacht soll mit eigenen Mitteln geschlagen werden“ (05.10.2026)

Der Bericht ordne den untersagten Einstieg von Cosco in den Hamburger Logistiker in eine breitere Debatte über den Umgang mit Chinas wirtschaftlicher Macht ein. Er berichte, die Bundesregierung wolle chinesische Übernahmen am Hamburger Hafen verhindern, und stelle dies neben Forderungen nach schärferen Investitionsprüfungen, Handelsschutzinstrumenten und einer stärkeren Diversifizierung von Lieferketten. Der konkrete Sicherheitsgrund für das Verbot bleibe dabei ebenso offen wie die genaue rechtliche Begründung des Kabinettsbeschlusses.

Übergreifend bestätige der Bericht den sicherheitspolitischen und wirtschaftspolitischen Kurswechsel, setze den Schwerpunkt jedoch stärker auf Chinas staatlich gestützte Wettbewerbsvorteile und mögliche EU-weite Gegenmaßnahmen als auf das einzelne Unternehmen Zippel.

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