Deutschlandticket, ÖPNV

Deutschlandticket kostet ab 2027 66,80 Euro

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2027 monatlich 66,80 Euro statt bisher 63 Euro. Der neue Preis wurde erstmals über eine Kostenformel festgelegt und betrifft auch Jobticket und Semesterticket.

Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabo für Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr. (Archivbild) - Bild: Thomas Banneyer/dpa
Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabo für Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr. (Archivbild) - Bild: Thomas Banneyer/dpa

Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2027 monatlich 66,80 Euro statt bisher 63 Euro.

Neuer Preis steht fest

Der Koordinierungsrat aus Abteilungsleitern der Verkehrsministerien von Bund und Ländern legte den Preis am Mittwoch fest. Der neue Betrag basiert erstmals auf einer Formel, die die Kostenentwicklung der Verkehrsunternehmen berücksichtigt.

Das rabattierte Jobticket kostet künftig 63,46 Euro. Für das Semesterticket steigt der Preis auf 40,08 Euro.

14,5 Millionen Menschen nutzen das Angebot

Das Deutschlandticket gilt bundesweit in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs. Das monatlich kündbare Abonnement nutzen nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen rund 14,5 Millionen Menschen.

Bei seiner Einführung im Jahr 2023 kostete das Ticket 49 Euro. 2025 stieg der Preis auf 58 Euro, in diesem Jahr auf 63 Euro.

Kostenformel soll Streit vermeiden

Der Preisindex bildet anhand statistischer Daten unter anderem die Entwicklung von Personal- und Energiekosten ab. Zusätzlich wird berücksichtigt, dass Bund und Länder jährlich drei Milliarden Euro zum Ausgleich beitragen und diese Zahlungen nicht automatisch mit den Kosten steigen.

Das Verfahren soll verhindern, dass die Finanzierung des Tickets jedes Jahr politisch neu ausgehandelt werden muss. Fahrgäste sollen dadurch frühzeitig wissen, ob und wie sich der Preis verändert.

Kritik aus Nordrhein-Westfalen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen teilte mit, der Beschluss schaffe frühzeitig Klarheit für Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde. Zugleich verwies der Verband darauf, dass die allgemeinen Kostensteigerungen die Unternehmen belasteten.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kritisierte die Erhöhung. Die Bundesregierung habe im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen, sagte der Grünen-Politiker der „Rheinischen Post“. Ein automatisierter Mechanismus zur Preisfestlegung sei für den Erfolg des Tickets problematisch.

Finanzierung ersetzt jährliche Preisdebatte

Mit dem neuen Preisverfahren wird die Finanzierung des Deutschlandtickets stärker an die Kostenentwicklung der Verkehrsunternehmen gekoppelt. Der Index berücksichtigt unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten. Gleichzeitig bleiben die Zuschüsse von Bund und Ländern auf insgesamt drei Milliarden Euro jährlich begrenzt.

Damit verschiebt sich die politische Verantwortung: Steigen die Kosten schneller als die öffentlichen Ausgleichszahlungen, schlägt sich das künftig automatisch im Abo-Preis nieder. Das schafft zwar frühzeitig Planungssicherheit für Verkehrsunternehmen und Fahrgäste, nimmt der Politik aber die Möglichkeit, den Preis jedes Jahr kurzfristig festzulegen oder zu stabilisieren.

Für Millionen Fahrgäste wird Mobilität teurer

Seit dem Start im Mai 2023 ist der Monatsbeitrag von 49 auf nun 66,80 Euro gestiegen. Die Erhöhung von 63 Euro auf den neuen Preis entspricht 3,80 Euro im Monat beziehungsweise 45,60 Euro im Jahr, sofern das Ticket durchgehend genutzt wird. Für Haushalte mit mehreren Abonnements kann die Belastung entsprechend höher ausfallen.

Die zentrale offene Folge liegt im Verhältnis von Preis und Nutzung: Das Ticket erreicht rund 14,5 Millionen Menschen, soll aber zugleich ein attraktives Angebot für den Umstieg auf Bus und Bahn bleiben. Ein höherer Preis kann die Einnahmen der Verkehrsunternehmen verbessern, könnte aber die Nachfrage bei preissensiblen Nutzerinnen und Nutzern dämpfen. Die Finanzierung des Angebots bleibt deshalb trotz der automatisierten Preisformel politisch relevant.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Deutschlandticket wird wohl wieder teurer“ (30.09.2026)

Der Bericht habe vor der endgültigen Festlegung über die erwartete Erhöhung auf nahezu 67 Euro informiert und den Kostenindex mit Personal-, Energie- und Betriebskosten beschrieben. Anders als die dpa-Meldung habe er den Beschluss noch als bevorstehende Entscheidung dargestellt und die Kritik von Umwelt- und Fahrgastverbänden an der Preisentwicklung hervorgehoben.

BR24: „Deutschlandticket wird wohl nochmal teurer“ (30.09.2026)

Der Artikel habe die bevorstehende Preisentscheidung und die Finanzierung durch jährliche Zuschüsse von Bund und Ländern erläutert. Einen anderen Schwerpunkt habe er auf die Kritik des Fahrgastverbands Pro Bahn sowie auf die Sicht der Verkehrsunternehmen gelegt, wonach die Festlegung für Kundeninformation und Vertriebsumstellung notwendig sei.

Beide Berichte hätten die erneute Verteuerung, die Indexberechnung und die Reichweite des Tickets bestätigt; Unterschiede hätten vor allem beim Zeitpunkt der Darstellung und bei der Gewichtung von Verbandskritik und Finanzierungsfragen gelegen.

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