Deutschland-Kasachstan, Friedrich Merz

Kasachstan: Merz und Tokajew bauen Zusammenarbeit aus

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 20:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Deutschland und Kasachstan wollen ihre Kooperation bei Energie, Logistik, Landwirtschaft, Industrie, Technologie und Rohstoffen ausbauen. Beim Treffen in Berlin ging es zudem um unterschiedliche Akzente im Umgang mit dem Ukraine-Krieg.

Deutschland und Kasachstan wollen Zusammenarbeit vertiefen
Friedrich Merz und Kassym-Schomart Tokajew am 29.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der kasachische Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew haben bei ihrem Treffen am Dienstag in Berlin die Bedeutung der bilateralen Beziehungen hervorgehoben. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Energie, Logistik und Landwirtschaft weiter ausbauen.

Wirtschaftsforum soll Kooperation stärken

Merz bezeichnete Kasachstan als Deutschlands wichtigsten Handelspartner in Zentralasien. Zugleich kündigte er an, die Zusammenarbeit in Industrie, Technologie und Rohstoffen zu intensivieren.

Ein geplantes Wirtschaftsforum in Berlin soll die wirtschaftlichen Kontakte unterstützen. Tokajew äußerte den Wunsch, die Investitionszusammenarbeit auf ein qualitativ neues Niveau zu bringen.

Mehr als tausend Unternehmen beteiligt

Der kasachische Präsident hob die Bedeutung deutscher Unternehmen für sein Land hervor. Nach seinen Angaben gibt es in Kasachstan bereits über tausend Betriebe mit deutscher Kapitalbeteiligung.

Tokajew bezeichnete Deutschland als wichtigen Partner in der Europäischen Union und verwies auf die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen. Zudem erinnerte er daran, dass Deutschland zu den ersten Ländern gehörte, die Kasachstans Unabhängigkeit anerkannten.

Unterschiedliche Akzente beim Ukraine-Krieg

Auch der Krieg in der Ukraine war Thema des Gesprächs. Merz bekräftigte die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine und forderte Russland zu ernsthaften Verhandlungen auf.

Tokajew betonte die Notwendigkeit, die territoriale Unverletzbarkeit jedes Landes zu respektieren. Zugleich sprach er sich für ein Einfrieren der Kampfhandlungen aus, um den Weg für diplomatische Lösungen zu öffnen.

Kasachstan nimmt für Deutschland vor allem als wirtschaftlicher Partner in Zentralasien an Bedeutung zu. Das Land verfügt über umfangreiche Rohstoffvorkommen und liegt an wichtigen Verkehrsverbindungen zwischen China, dem Kaspischen Meer und Europa. Für deutsche Unternehmen verbindet sich damit das Interesse an verlässlichen Lieferketten, neuen Absatzmärkten und Investitionen in Industrie, Technologie und Logistik.

Die von Merz und Tokajew genannten Felder gehen über den klassischen Handel mit Rohstoffen hinaus. Energie, Landwirtschaft und Transportinfrastruktur können die wirtschaftliche Zusammenarbeit verbreitern, während ein Wirtschaftsforum Kontakte zwischen Regierungen und Unternehmen bündeln soll. Die von Tokajew genannte Zahl von mehr als tausend Betrieben mit deutscher Kapitalbeteiligung verweist auf eine bereits bestehende unternehmerische Basis.

Wirtschaft und geopolitischer Kontext

Kasachstan verfolgt traditionell einen außenpolitischen Kurs, der Beziehungen zu mehreren Machtzentren miteinander verbindet. Für Deutschland und die Europäische Union ist das Land deshalb nicht nur als Lieferant, sondern auch als eigenständiger Gesprächspartner in einer strategisch wichtigen Region relevant. Eine engere Kooperation dürfte allerdings davon abhängen, ob Projekte bei Finanzierung, Transportwegen, Standards und Rechtssicherheit konkret vorankommen.

Das Ukraine-Gespräch zeigt zugleich die politischen Grenzen einer rein wirtschaftlichen Partnerschaft. Merz bekräftigte die deutsche Unterstützung für Kiew, während Tokajew ein Einfrieren der Kampfhandlungen und die Achtung der territorialen Unverletzbarkeit aller Staaten hervorhob. Damit stehen unterschiedliche Akzente bei der Konfliktlösung nebeneinander, ohne dass die angekündigte Vertiefung der bilateralen Beziehungen davon grundsätzlich getrennt werden kann.

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