Deutschland, Bundesregierung

Koalition plant schärfere Regeln für Krankschreibungen

02.07.2026 - 09:10:12 | dpa.de

Der Krankenstand in vielen Firmen lag zuletzt auf einem relativ hohen Niveau. Die Koalition will jetzt mit zwei Änderungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegensteuern.

  • Koalition plant schärfere Regeln für Krankschreibungen. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Koalition plant schärfere Regeln für Krankschreibungen. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Regeln für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sollen verschärft werden. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Regeln für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sollen verschärft werden. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
Koalition plant schärfere Regeln für Krankschreibungen. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa Regeln für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sollen verschärft werden. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa

Angesichts hoher Fehlzeiten in Unternehmen sollen die Regeln für Krankschreibungen von Beschäftigten nach Plänen der schwarz-roten Koalition verschärft werden. Eingeführt werden soll die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Tag der Erkrankung, wie Union und SPD nach Beschlüssen des Koalitionsausschusses mitteilten - vorgeschrieben ist eine ärztliche Bescheinigung bisher erst ab dem vierten Tag. Abgeschafft werden soll die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen.

Seit Ende 2023 können Patientinnen und Patienten damit auch ohne Praxisbesuch eine Arbeitsunfähigkeit feststellen lassen - unter der Bedingung, dass man in der Praxis bekannt ist und keine schweren Symptome hat. Krankschreiben lassen kann man sich für bis zu fünf Kalendertage. Geregelt ist dies in einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken. Vorbild war eine Sonderregelung, die es in der Corona-Pandemie gegeben hatte, um Ansteckungen zu vermeiden.

Merz beklagte hohen Krankenstand 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits im vergangenen Jahr einen aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand beklagt und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung infrage gestellt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, die Regelung zu überprüfen. 

Wenn man krankheitsbedingt nicht zur Arbeit gehen kann, muss man dies der Firma unverzüglich mitteilen. Die gesetzliche Regelung für eine formelle Krankschreibung lautet bisher: «Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.»

de | politik | 69670570 |

Weitere Meldungen

Juso-Chef: «Steuerentlastung bleibt ambitionslos». Auch die Arbeitsmarktreformen stoßen bei ihm auf scharfe Kritik. Juso-Chef Philipp Türmer wirft der Koalition vor, Menschen mit kleineren Einkommen zu wenig zu entlasten. (Politik, 02.07.2026 - 16:10) weiterlesen...

Mehr Hürden für Krankschreibungen im Job - was soll kommen?. Die Koalition will Fehlzeiten eindämmen - indem Krankmeldungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schwieriger werden. Wenn Beschäftigte nicht gesund sind, fallen sie in Büros und Fabrikhallen aus. (Politik, 02.07.2026 - 14:50) weiterlesen...

«Deutschland flottkriegen»: Koalition schnürt Reformpaket. An ihm hängt viel - für die Wirtschaft, den Bestand des Regierungsbündnisses und die Stimmung im Land. Geräuschlos und ohne Nachtsitzung haben die Koalitionäre den Deckel auf ihr Reformpaket gemacht. (Politik, 02.07.2026 - 14:05) weiterlesen...

Größere Hürden für Krankschreibungen im Job. Die Koalition will das stärker eindämmen - für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden Krankmeldungen damit aufwendiger. Der Krankenstand in vielen Firmen lag zuletzt auf einem relativ hohen Niveau. (Politik, 02.07.2026 - 12:23) weiterlesen...

Koalition einigt sich auf Steuerreform - das steckt drin. Worauf sich die Koalition nun geeinigt hat - und warum es Kritik gibt. Sie galt vorab als einer der größten Brocken: Eine Reform der Einkommensteuer. (Politik, 02.07.2026 - 11:18) weiterlesen...

Das steht im Reformpaket der Koalition. Jetzt liefern CDU, CSU und SPD. In Umfragen trauten zuletzt immer weniger Bürgerinnen und Bürger der Bundesregierung zu, die Probleme des Landes zu lösen. (Politik, 02.07.2026 - 10:16) weiterlesen...