Bundestag, KI-Chatbot

Bundestag plant KI-Chatbot für Abgeordnete bis Jahresende 2026

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Bundestag plant bis Ende 2026 einen eigenen KI-Chatbot für Abgeordnete und die Verwaltung. Das zunächst auf zwölf Monate angelegte Angebot soll Arbeitsabläufe unterstützen und den Umgang mit externen KI-Diensten sicherer machen.

Bundestag führt eigenen KI-Chatbot ein
Deutscher Bundestag am 21.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Bundestag will noch in diesem Jahr einen eigenen KI-Chatbot für Abgeordnete und die Verwaltung einführen. Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) sagte der „Rheinischen Post“, die Einführung sei bis Ende des Jahres geplant, sofern alles wie vorgesehen verlaufe.

Unterstützung für Abgeordnete und Verwaltung

Der Chatbot soll nach Angaben von Lindholz als unterstützendes Werkzeug dienen und menschliche Arbeit nicht ersetzen. Vorgesehen sei der Einsatz unter anderem bei der Transkription gesprochener Beiträge, bei schriftlichen Ausarbeitungen und bei der Vorbereitung von Vorträgen.

Das Angebot soll zunächst für zwölf Monate laufen. Jeder Abgeordnete und alle Mitarbeitenden sollen jeweils einen eigenen Zugang erhalten können.

Bundestag will Schatten-KI eindämmen

Lindholz erklärte, Abgeordnete könnten bereits heute externe KI-Dienste nutzen. Mit dem eigenen Chatbot solle der Umgang mit künstlicher Intelligenz bewusster, kritischer und sicherer werden. Sie sprach von einer vermutlich weit verbreiteten „Schatten-KI“ und sagte, das Schutzniveau der neuen Anwendung sei bewusst so hoch wie möglich angesetzt worden.

Eine verpflichtende Nutzung ist nicht vorgesehen. „Zwingen will ich niemanden. Wir schaffen nur die Möglichkeit“, sagte Lindholz.

Kommission des Ältestenrates begleitet das Projekt

Lindholz leitet als Bundestagsvizepräsidentin die Kommission des Ältestenrates für Informationstechnologie und Digitalisierung. Das Gremium beschäftigt sich auch mit der Einführung des Chatbots.

Der geplante Chatbot soll im Bundestag nicht nur einzelne Arbeitsabläufe beschleunigen, sondern einen geschützten Rahmen für den Umgang mit generativer künstlicher Intelligenz schaffen. Vorgesehen ist ein zunächst auf zwölf Monate begrenzter Einsatz für Abgeordnetenbüros und Verwaltung. Dazu gehören unter anderem Transkriptionen, schriftliche Ausarbeitungen und die Vorbereitung von Vorträgen.

Besonders relevant ist die Abgrenzung zwischen Unterstützung und Verantwortung. Ein Chatbot kann Texte strukturieren, Informationen zusammenfassen oder erste Entwürfe erstellen. Die politische Bewertung, die Prüfung von Quellen und die Verantwortung für parlamentarische Vorgänge bleiben jedoch bei den Menschen, die das Werkzeug einsetzen.

Datenschutz und Kontrolle im parlamentarischen Alltag

Mit dem eigenen Angebot reagiert der Bundestag auf die bereits bestehende Nutzung externer KI-Dienste durch Abgeordnete und Beschäftigte. Ein zentral bereitgestelltes System kann Vorgaben zu Datenschutz, Zugriffsrechten und zum Umgang mit vertraulichen Informationen einheitlicher umsetzen als eine Vielzahl individueller Anwendungen.

Für die praktische Bedeutung wird entscheidend sein, welche Daten verarbeitet werden dürfen, wie Ergebnisse gekennzeichnet und überprüft werden müssen und ob die Anwendung im Arbeitsalltag tatsächlich angenommen wird. Der zunächst befristete Betrieb ermöglicht, Erfahrungen mit Nutzen, Fehlern und Sicherheitsanforderungen zu sammeln, bevor über eine dauerhafte Lösung entschieden wird.

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