CDU in Mecklenburg-Vorpommern vor historischem Tief – Linke gewinnt Berlin klar
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 22:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie CDU hat bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin schwere Verluste erlitten. Im Nordosten stürzt sie auf 4,9 Prozent ab, in Berlin liegt sie deutlich hinter der Linken.
CDU in Mecklenburg-Vorpommern vor historischer Niederlage
In Mecklenburg-Vorpommern führt nach den Hochrechnungen die AfD vor der SPD. Die CDU landet nur noch knapp unter fünf Prozent und könnte damit erstmals aus einem Landtag fliegen.
Die Grünen und das BSW müssen um den Einzug bangen, die FDP scheidet aus. Die bisherige SPD-Linke-Regierung verliert ihre Mehrheit.
Linke in Berlin klar vor der CDU
In Berlin kommt die CDU nur noch auf knapp 19 Prozent. Die Linke wird mit gut 25 Prozent stärkste Kraft und könnte mit Elif Eralp erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen.
Auch die SPD verliert deutlich, die Grünen und die AfD liegen dahinter. Als mögliche Option gilt nun ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD.
Merz unter Druck
CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz will trotz der Rückschläge im Amt bleiben und den Reformkurs fortsetzen. Auch die SPD muss nach den Verlusten in beiden Ländern ihre Linie verteidigen.
Politische Wirkung über den Wahlabend hinaus
Die Ergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin treffen die Union an zwei Stellen zugleich: regional, weil sie im Nordosten historisch schwach abschneidet, und bundespolitisch, weil die Verluste den Druck auf Kanzler und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz erhöhen. Besonders schwer wiegt dabei, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nach der dpa-Meldung erstmals aus einem Landtag fallen könnte und in Berlin deutlich hinter die Linke zurückfällt.
Koalitionen werden komplizierter
Für Mecklenburg-Vorpommern deutet das Ergebnis auf schwierige Mehrheitsverhältnisse hin. Die bisherige SPD-Linke-Konstellation hätte ihre Mehrheit verloren, zugleich bleibt die AfD trotz ihres ersten Platzes ohne realistische Regierungsoption, weil die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit ausgeschlossen haben. Damit rücken neue Konstellationen in den Blick, die in der Praxis von den Zweitplatzierten und den Mandatsverteilungen abhängen.
Signal für Bund und Hauptstadt
In Berlin ist der Stimmungswechsel besonders klar: Die CDU verliert stark, während die Linke zur führenden Kraft wird. Das verschiebt die Debatte in der Hauptstadt von der bloßen Fortsetzung des bisherigen Bündnisses hin zu einer möglichen Neuordnung mit Linken, Grünen und SPD. Zugleich sendet das Ergebnis ein bundespolitisches Signal, weil die Regierungsparteien Union und SPD gemeinsam an Zustimmung einbüßen und sich Fragen nach Kurs, Kommunikation und Belastbarkeit der Koalition zuspitzen.
