Parteien, Habeck

Habeck weist Verantwortung für Aufstieg der AfD zurück

05.10.2023 - 19:50:46 | dts-nachrichtenagentur.de

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnt vor einer wachsenden Polarisierung und dem Aufstieg der AfD, aber weist die persönliche Verantwortung dafür zurück.

Robert Habeck (Archiv) - Bild: ?ber dts Nachrichtenagentur
Robert Habeck (Archiv) - Bild: ?ber dts Nachrichtenagentur

"Ich warne davor zu glauben, dass unser Land ein solches Phänomen nicht mehr hätte, wenn es von einer anderen Koalition regiert würde, die die Dinge wieder aussitzt", sagte Habeck dem "Spiegel". "Es gibt einen politischen Mechanismus des rechten Populismus. Die Populisten nutzen die Probleme, die eine Gesellschaft umtreiben, um eine vermeintliche Lösungsunfähigkeit der Regierung zur Schau zu stellen. Sie nutzen dafür beliebige Angriffspunkte", sagte Habeck.

"Man muss aus Schuldzuweisung und Feindschaft heraustreten", so der Wirtschaftsminister. "Ich muss auch die Interessen derjenigen im Blick behalten, die nicht meiner Meinung sind - oder gar AfD wählen. Deshalb denke ich, dass ich helfen kann, diese Republik zusammenzuhalten." Der bulgarische Politologe Ivan Krastev sieht eine Ursache für den schwindenden Zuspruch Habecks und dessen Partei in einem mangelnden Willen der Deutschen zur Veränderung. "Die Grünen sind eine Partei, die den Status quo infrage stellt. Deutschland aber verteidigt den Status quo, die Deutschen wollen ihren Lebensstil partout nicht ändern", sagte Krastev dem "Spiegel". Das erschwere das Verhältnis der Deutschen zu den Grünen. Krastev fragte, ob Deutschland wirklich gewappnet ist für das, was sehr bald kommen könne, wenn sich schon bei kleineren Veränderungen so viel Widerwille zeige. "Stellen Sie sich vor, Donald Trump gewinnt die US-Wahl. Stellen Sie sich vor, das Verhältnis zwischen den USA und China verschärft sich noch", sagte Krastev. "Deutschland ist seiner inneren Verfasstheit nach auf solche Schocks nicht vorbereitet."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

de | politik | 64054042 |

Weitere Meldungen

Reichinnek droht Jugendverband mit Konsequenzen Nach einem Bericht über mutmaßliche Äußerungen von Funktionären des Jugendverbands Linksjugend Solid hat Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek mit einem harten Vorgehen der Partei gedroht. (Politik, 18.06.2026 - 16:04) weiterlesen...

Kretschmer warnt vor Durchbrennen der Brandmauer Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnt mit drastischen Worten vor einem Durchbrennen der sogenannten Brandmauer. (Politik, 18.06.2026 - 13:23) weiterlesen...

Designierter Linken-Chef kritisiert Linksjugend-Äußerungen Der designierte Linken-Chef Luigi Pantisano hat Äußerungen aus den Reihen der Linksjugend Solid zu Israel und dem Gaza-Krieg scharf kritisiert. (Politik, 18.06.2026 - 11:14) weiterlesen...

Amthor sieht in Ablehnung der AfD keine Stigmatisierung Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat sich klar gegen eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD gewandt."Wer sich nicht hinreichend vom Rechtsextremismus abgrenzt, kann auch nicht besser behandelt werden als die Rechtsextremisten selbst", sagte Amthor in einem Streitgespräch, das die FAZ mit ihm und dem Politikwissenschaftler Christian Stecker geführt hat. (Politik, 17.06.2026 - 10:00) weiterlesen...

Umfrage: 75 Prozent halten Reiche für Fehlbesetzung Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht seit Monaten für ihre Politik und ihren Führungsstil in der Kritik. (Politik, 16.06.2026 - 00:01) weiterlesen...

CDU-Fraktionschef Heuer weist Vorwurf der AfD-Nähe zurück Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, hat den Vorwurf der Kumpanei mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund entschieden zurückgewiesen.Foto- und Videoaufnahmen von einem Wahlforum hätten einen "komplett falschen Eindruck" vermittelt, sagte der Abgeordnete dem "Stern". (Politik, 15.06.2026 - 16:01) weiterlesen...