Wadephul will bei humanitärer Hilfe für den Sudan vorangehen
15.04.2026 - 18:48:48 | dts-nachrichtenagentur.deDie humanitären Mittel für den Sudan lagen zuletz weit unter dem Bedarf. Im Jahr 2025 war der Hilfsplan der Vereinten Nationen nur zu 35 Prozent finanziert. Für das Jahr 2026 wird mit einem Bedarf von 2,8 Milliarden Dollar gerechnet.
Wadephul kündigte auch an, die Krise im Sudan auf der Agenda des UN-Sicherheitsrats halten. Im Sudan spiele sich die größte menschengemachte humanitäre Katastrophe der Welt ab. Die Zahl der seit 2023 Getöteten liege "wohl in den Hunderttausenden", sagte der Bundesaußenminister. "Mehr als 20 Millionen Menschen leiden akut Hunger - die Hälfte der Bevölkerung." Die internationale Gemeinschaft werde die Friedensbemühungen weiter verstärken und sich bemühen, so schnell wie möglich die Gewalt zu stoppen, humanitäre Hilfe zu ermöglichen und eine Waffenruhe zu erreichen, erklärte er.
Nach Angaben der UN-Flüchtlingsagentur UNHCR mussten seit Beginn des Konflikts zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 rund 14 Millionen Menschen, also ein Viertel der Bevölkerung, fliehen. 9 Millionen sind demnach weiterhin innerhalb des Sudans auf der Flucht, 4,4 Millionen haben das Land verlassen und sich vor allem im Tschad, im Südsudan und in Ägypten niedergelassen. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind derzeit 21 Millionen Sudanesen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind. 6,3 Millionen von ihnen befinden sich in einer besonders prekären Notlage. In den drei Jahren des Krieges hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 200 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert, die 2.052 Todesopfer forderten.
Ein UN-Bericht war im Februar zu dem Schluss gekommen, dass es Anzeichen für einen Völkermord in Al-Faschir gibt. Dort sind nach Angaben der Koordinatorin für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen im Sudan, Denise Brown, innerhalb von drei Tagen mindestens 6.000 Menschen ermordet worden.
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