Bundesanwaltschaft klagt sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin an
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 13:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Bundesanwaltschaft hat in Berlin sieben mutmaßliche Mitglieder der Hamas angeklagt. Nach Angaben der Behörde sollen sie von Deutschland aus Waffen und Munition für die Terrororganisation beschafft haben.
Anklage gegen sieben Beschuldigte
Den Männern werden Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Hinzu kommen Vorwürfe nach dem Waffenrecht und in mehreren Fällen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz.
Verdacht auf Anschlagsvorbereitung
Im Raum steht demnach ein geplanter Mordanschlag in Deutschland oder Österreich auf Repräsentanten Israels, Menschen jüdischen Glaubens oder proisraelisch eingestellte Personen. Ein weiterer Beschuldigter wird gesondert verfolgt, weil er sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Großbritannien in Auslieferungshaft befindet.
Ermittlungen über mehrere Länder
Zu dem Komplex gehören Festnahmen in Berlin, London, Wien, Kopenhagen und Zypern. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten eine größere Waffenbeschaffung organisiert haben, darunter ein vollautomatisches Gewehr, mehrere Pistolen und Munition.
Entscheidung des Gerichts steht aus
Der Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Wann es zu einem Prozess kommt, ist damit noch offen.
Einordnung des Falls
Der Fall fügt sich in eine Serie von Ermittlungen ein, mit denen deutsche Sicherheitsbehörden seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 gegen mutmaßliche Strukturen der Organisation in Europa vorgehen. Für die Justiz ist dabei besonders relevant, dass die Bundesanwaltschaft den Vorwurf nicht auf einzelne Waffentransporte beschränkt, sondern eine angeblich arbeitsteilige Vorbereitung schwerer Gewalttaten in mehreren Ländern beschreibt.
Bedeutung für Sicherheitsbehörden
Dass nun sieben Beschuldigte in Berlin angeklagt sind und ein weiterer Verdächtiger gesondert verfolgt wird, zeigt die grenzüberschreitende Dimension des Verfahrens. Die Vorwürfe reichen von Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung bis zu Verstößen gegen das Waffenrecht; im Raum steht damit nicht nur Terrorismusfinanzierung oder Unterstützung, sondern konkrete logistische Vorbereitung mit militärisch verwendbaren Waffen.
Politische und gesellschaftliche Wirkung
Für jüdische Gemeinden und proisraelisch eingestellte Menschen in Deutschland hat der Fall besondere Brisanz, weil die mutmaßlichen Ziele ausdrücklich in diesem Umfeld verortet werden. Zugleich dürfte der Prozess die Debatte über die Reichweite von Ermittlungen gegen internationale Terrornetzwerke in Europa erneut schärfen, vor allem mit Blick auf Kooperation zwischen Behörden in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten.
