BR24 BayernTrend: CSU bleibt klar stärkste Kraft, verliert aber / AfD und Grüne legen zu / Klare Mehrheit für Aigner als Bundespräsidentin
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 16:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSIn der Sonntagsfrage des BR24 BayernTrends kommt die CSU auf 36 Prozent (-3 Prozentpunkt im Vergleich zu Januar 2026). Die AfD erreicht 21 Prozent (+2), ihr bisher höchster Wert im BR24 BayernTrend. Auch die Grünen legen zu und kämen bei einer Landtagswahl auf 15 Prozent (+2). Das wäre ihr höchster Wert in der laufenden Legislaturperiode. Die Freien Wähler liegen wie Anfang des Jahres bei 9 Prozent (+/- 0), die SPD erreicht unverändert 8 Prozent (+/- 0). Die Linke verbessert sich leicht auf 4 Prozent (+1). Alle anderen Parteien zusammen kämen auf 7 Prozent (-2).
Söder und Aiwanger bleiben beliebteste Politiker
Mit der Arbeit von Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder ist wie im Januar knapp die Hälfte der Bevölkerung (48 Prozent; -1 zu Januar 2026) zufrieden, 49 sind eher unzufrieden. Mit Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sind 40 Prozent (+/- 0 zu Januar) zufrieden und 47 Prozent unzufrieden.
Bekanntester Fraktionschef ist Klaus Holetschek (CSU): Bei ihm überwiegt mit unverändert 33 Prozent die Zufriedenheit, 31 Prozent stellen ihm ein kritisches Zeugnis aus (fehlende Werte: kenne ich nicht/weiß nicht/keine Angabe). Dahinter folgt Katharina Schulze (Grüne) mit 31 (+6 im Vergleich zu Januar) zu 28 Prozent. Zu den anderen Fraktionsvorsitzenden im Landtag kann oder will eine Mehrheit nichts sagen. Bei Florian Streibl (Freie Wähler) ist das Verhältnis von Zufriedenen zu Unzufriedenen mit 17 zu 17 Prozent ausgeglichen. Bei Katrin Ebner-Steiner (AfD) überwiegt Unzufriedenheit: 11 zu 26 Prozent. Ihr Co-Fraktionschef Ulrich Singer liegt bei 9 zu 12 Prozent, der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Grießhammer bei 8 zu 15 Prozent.
Von den drei bayerischen Bundesministern genießt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die größte Zustimmung: 35 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, 47 Prozent sind unzufrieden. Forschungsministerin Dorothee Bär liegt bei 26 zu 38 Prozent, Landwirtschaftsminister Alois Rainer (alle CSU) bei 12 zu 17 Prozent.
Mehrheit für Aigner als Bundespräsidentin
Eine klare Mehrheit hält Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) für geeignet, nächstes Jahr die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anzutreten: 59 Prozent sagen, Aigner wäre eine gute Besetzung für das Amt des Bundespräsidenten. 22 Prozent sehen das nicht so. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) hat dazu keine Meinung oder machte keine Angaben. Besonders groß ist die Zustimmung mit 75 Prozent unter den Bayern ab 65 Jahren. Von den 18- bis 34-Jährigen hielten 37 Prozent Aigner für eine geeignete Besetzung, 25 Prozent sehen das anders. Weitere 37 Prozent sind unentschlossen. Bei den Frauen ist die Zustimmung mit 60 Prozent etwas stärker als bei den Männern (58 Prozent).
Aigner wird laut BayernTrend über Parteigrenzen hinweg geschätzt: Für eine geeignete Kandidatin halten sie nicht nur Anhänger der CSU (87 Prozent), sondern auch der Freien Wähler (79 Prozent), Grünen (64 Prozent) und SPD (60 Prozent). Einzig unter AfD-Anhängern spricht sich mit 24 Prozent nur eine Minderheit für sie aus, während 49 Prozent der AfD-Anhänger sie ablehnen.
Hohe Zufriedenheit mit Gesundheitsversorgung in Bayern
Ein gutes Zeugnis stellen die Bayern der Gesundheitsversorgung aus: 23 Prozent sind laut BR24 BayernTrend sehr zufrieden und 49 Prozent zufrieden mit der ärztlichen Versorgung an ihrem Wohnort. Nur 27 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.
Die überwiegend positive Bewertung herrscht über Parteigrenzen hinweg: Am größten ist die Zufriedenheit unter Anhängern der Grünen (83 Prozent), gefolgt von Sympathisanten der CSU (81 Prozent), SPD (79 Prozent), Freien Wähler (68 Prozent) und schließlich der AfD (61 Prozent).
Allerdings zeigen sich Unterschiede zwischen Stadt und Land. In Großstädten ab 100.000 Einwohnern ist der Anteil der Zufriedenen mit 80 Prozent besonders groß. In mittleren Städten (20.000 bis 100.000 Einwohner) zeigen sich 68 Prozent zufrieden mit der ärztlichen Versorgung, in kleineren Gemeinden (bis 20.000 Einwohner) 69 Prozent.
Anmerkungen zur Methodik:
Die Sonntagsfrage misst Parteipräferenzen, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein aktueller Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Teile der Wählerschaft legen sich kurzfristig fest. Hierbei wirken das Themenumfeld sowie die Ansprache unentschlossener und taktischer Wähler unmittelbar vor der Wahl. Schlüsse auf spätere Wahlausgänge sind somit nur bedingt möglich.
Für die repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Bayerischen Rundfunks wurden vom 12. bis 17. Oktober 2026 mit einer zufallsbasierten Telefon- und Online-Erhebung 1.207 Wahlberechtigte in Bayern befragt (708 Telefon- und 499 Online-Interviews). Dabei liegt die Schwankungsbreite bei 2 Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 10 Prozent) bzw. bei 3 Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 50 Prozent.
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