Berlin-SPD stimmt mit 26 zu 3 für Koalitionsgespräche
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBerliner Parteien beraten über Regierungsbildung
- Der SPD-Landesvorstand stimmte am Montag mit 26 zu drei Stimmen für Verhandlungen.
- Die Grünen beraten am Abend auf einem kleinen Parteitag über den nächsten Schritt.
- Die Linke entscheidet am 31. Oktober über eine Einladung von SPD und Grünen.
Berliner SPD ebnet Weg für Dreierbündnis
Der Berliner SPD-Landesvorstand hat sich für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der Linken und den Grünen ausgesprochen. Bei der Abstimmung am Montagabend votierten 26 Vorstandsmitglieder dafür, drei stimmten dagegen.
Sondierungspapier bildet Grundlage
Das Sondierungspapier wurde in der vorherigen Aussprache nach übereinstimmenden Berichten von Anwesenden überwiegend positiv bewertet. Die drei Parteien hatten ihre Vorgespräche am Wochenende beendet und ein gemeinsames Papier vorgelegt.
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Grüne und Linke beraten noch
Bei den Berliner Grünen sollte am Abend ein kleiner Parteitag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden. Grünen-Fraktionschef Werner Graf kündigte an, die Verhandlungen zu empfehlen.
Die Linke plant ihre Entscheidung für den 31. Oktober. Auf einem Parteitag soll beraten werden, ob sie SPD und Grüne zu Koalitionsverhandlungen einlädt.
Politische Projekte des Bündnisses
Das Sondierungspapier sieht unter anderem die Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen vor. Außerdem sollen Radwege ausgebaut und ein günstigeres Sozialticket im öffentlichen Nahverkehr eingeführt werden.
91 Sitze für mögliche Koalition
Die angestrebte Koalition aus SPD, Grünen und Linken käme im neuen Berliner Abgeordnetenhaus auf 91 Sitze. Damit läge sie 14 Sitze über der absoluten Mehrheit.
Eine alternative Koalition aus CDU, Grünen und SPD hätte dagegen nur zwei Sitze mehr als die absolute Mehrheit.
Der Beschluss des Berliner SPD-Landesvorstands ist der erste formale Schritt von Sondierungen zu Koalitionsverhandlungen. Die drei Parteien hatten am Wochenende ein gemeinsames Papier vorgelegt, das zentrale politische Leitlinien für ein mögliches Regierungsbündnis festhält.
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf den Themen Wohnen, Verkehr und sozialer Entlastung. Die geplante Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen knüpft an die Berliner Debatte über Enteignung und Gemeineigentum an. Der Ausbau von Radwegen und ein günstigeres Sozialticket betreffen dagegen unmittelbar die städtische Infrastruktur und die Mobilitätskosten.
Mehrheit im Abgeordnetenhaus
Mit 91 Sitzen hätte ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken einen deutlichen Abstand zur absoluten Mehrheit. Das verschafft den Partnern rechnerisch mehr Spielraum als eine mögliche Verbindung von CDU, Grünen und SPD, die nur knapp über eine Mehrheit käme. Politisch bleibt die Zustimmung der einzelnen Parteigremien entscheidend: Bei den Grünen stand am Montag ein kleiner Parteitag an, die Linke will am 31. Oktober beraten.
Die Verhandlungen dürften vor allem an der konkreten Umsetzung des Sondierungspapiers ansetzen. Bei der Wohnungs- und Verkehrspolitik müssen die Parteien Zuständigkeiten, Finanzierung und Zeitplan klären. Zugleich erhöht der knappe Ausgang der Abstimmungen innerhalb der SPD den Druck, das Bündnis inhaltlich und organisatorisch tragfähig zu gestalten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: „Linke, Grüne und SPD verkünden Durchbruch bei Sondierungen“ (17.10.2026)
Der Beitrag berichtet über die Einigung der drei Parteien und die Empfehlung, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Sondierungsvereinbarung als Grundlage für den nächsten Schritt.
RBB24: „Sondierungspapier: Das planen Linke, Grüne und SPD für Berlin“ (18.10.2026)
RBB24 legt den Schwerpunkt auf die politischen Vorhaben des Papiers, darunter Wohnen, Verkehr und soziale Fragen. Damit ergänzt der Beitrag die Meldung um die inhaltliche Grundlage der geplanten Verhandlungen.
Beide Beiträge bestätigen den Übergang von den Sondierungen zur möglichen Verhandlungsphase. Unterschiede bestehen vor allem im Schwerpunkt: Während die Tagesschau den politischen Durchbruch hervorhebt, ordnet RBB24 die konkreten Vorhaben des Papiers ein.
