Friedrich Merz, Made for Germany

Investitionen in Deutschland steigen laut Merz auf über 800 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 20:28 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Beim Jahrestreffen der Initiative in Berlin verweist der Bundeskanzler auf mehr Mitglieder und ein deutlich gewachsenes Investitionsvolumen. Zugleich nennt er Wettbewerbsfähigkeit und die Reform der Pflegeversicherung als zentrale politische Aufgaben.

Merz sieht in Deutschland führenden Investitionsstandort
Friedrich Merz am 30.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht Deutschland auf dem Weg zu einem führenden Investitionsstandort. Beim Jahrestreffen der Initiative „Made for Germany“ in Berlin verwies er am Mittwoch darauf, dass sich die Mitgliederzahl binnen eines Jahres verdoppelt habe und das angekündigte Investitionsvolumen von 600 Milliarden Euro auf mehr als 800 Milliarden Euro gestiegen sei.

Merz wirbt für bessere Wettbewerbsfähigkeit

Nach Darstellung des Kanzlers investieren deutsche und ausländische Unternehmen zunehmend in Deutschland. Die Rahmenbedingungen würden kontinuierlich verbessert, zugleich müsse die preisliche Wettbewerbsfähigkeit des Standorts weiter steigen.

Die Bundesregierung arbeite daran, diese Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, sagte Merz. Als weiteren Baustein nannte er eine am selben Tag vom Bundeskabinett beschlossene umfangreiche Reform der Pflegeversicherung.

Pflegereform soll Lohnzusatzkosten begrenzen

Die Reform soll nach den Worten des Kanzlers dazu beitragen, die Lohnzusatzkosten zu begrenzen und die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren. Merz zeigte sich nach eigenen Angaben „wirklich richtig begeistert“ von zahlreichen Investitions- und Innovationsbeispielen.

Der Kanzler verwies außerdem auf eine Studie der Deutschen Bank, die Deutschland als besten Investitionsstandort in Europa ausweise. Diesen Optimismus wolle er mit vielen Menschen im Land teilen.

Die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz ordnet die Standortdebatte in einen politischen Wettbewerb um private Investitionen ein. Die Initiative „Made for Germany“ bündelt dabei Investitionszusagen deutscher und ausländischer Unternehmen. Dass das genannte Volumen binnen eines Jahres von 600 Milliarden Euro auf mehr als 800 Milliarden Euro gestiegen ist, soll den Anspruch der Bundesregierung unterstreichen, Deutschland für Kapital und Innovation attraktiver zu machen.

Entscheidend für die wirtschaftliche Wirkung ist nicht allein die Summe der angekündigten Investitionen, sondern auch deren Umsetzung. Für Unternehmen zählen neben Förderbedingungen vor allem Energiepreise, Steuer- und Abgabenlast, Genehmigungsdauer, verfügbare Fachkräfte und eine verlässliche Infrastruktur. Merz selbst stellte deshalb die preisliche Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt. Investitionen können Wachstum, Beschäftigung und technologische Erneuerung fördern, erhöhen aber zugleich den Druck, staatliche Verfahren zu beschleunigen und Kosten am Standort zu senken.

Standortpolitik und Sozialabgaben

Die gleichzeitig beschlossene Reform der Pflegeversicherung verbindet die Standortfrage mit der Finanzierung der sozialen Sicherung. Eine Begrenzung der Lohnzusatzkosten kann Unternehmen entlasten, während Änderungen bei Beiträgen und Leistungen unterschiedliche Folgen für Beschäftigte, Arbeitgeber und Pflegebedürftige haben. Der politische Erfolg der Standortstrategie hängt daher davon ab, ob Investitionsanreize und soziale Stabilität dauerhaft miteinander vereinbar bleiben.

Für Deutschland kommt es nun darauf an, ob aus den angekündigten Vorhaben tatsächlich neue Produktionskapazitäten, Forschung und Arbeitsplätze entstehen. Die von Merz zitierte Einstufung Deutschlands als bester Investitionsstandort Europas liefert dabei ein positives Signal, ersetzt aber keine konkreten Fortschritte bei Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Infrastruktur.

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