Deutschland, Gesundheit

SPD beklagt «Unwucht» bei Sparpaket für Gesundheitskosten

26.04.2026 - 01:00:05 | dpa.de

Am Mittwoch will das Kabinett die Reformpläne von Gesundheitsministerin Warken beschließen. Doch nicht nur aus der Opposition gibt es weiter Kritik.

  • Die Gesundheitskosten sind hoch - wo wird der Rotstift angesetzt? (Symbolbild)  - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
    Die Gesundheitskosten sind hoch - wo wird der Rotstift angesetzt? (Symbolbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
  • Die SPD warnt vor einer Überlastung der Versicherten. (Archivbild)  - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
    Die SPD warnt vor einer Überlastung der Versicherten. (Archivbild) - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
  • Die Grünen legen ein eigenes Konzept vor. (Archivbild)  - Foto: Lilli Förter/dpa
    Die Grünen legen ein eigenes Konzept vor. (Archivbild) - Foto: Lilli Förter/dpa
Die Gesundheitskosten sind hoch - wo wird der Rotstift angesetzt? (Symbolbild)  - Foto: Hendrik Schmidt/dpa Die SPD warnt vor einer Überlastung der Versicherten. (Archivbild)  - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa Die Grünen legen ein eigenes Konzept vor. (Archivbild)  - Foto: Lilli Förter/dpa

Wenige Tage vor dem geplanten Kabinettsbeschluss zur Krankenkassenreform warnt die SPD noch einmal nachdrücklich vor einer Überlastung der Versicherten. «Aus unserer Sicht liegt das zentrale Problem der gesetzlichen Krankenversicherung auf der Ausgabenseite, nicht auf der Einnahmenseite», sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, der Deutschen Presse-Agentur. 

Er kritisierte, dass eine Reihe der Expertenvorschläge, die darauf abzielten, Effizienzreserven zu heben, in dem Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nicht oder nur unzureichend aufgegriffen worden seien. Dabei hätten die Experten hier wirklich gute Vorarbeit geleitet. «Und genau diesen Geist sollte dann auch das Paket am Ende atmen - hier ist in der bisherigen Debatte noch eine gewisse Unwucht», so Pantazis. Dies müsse nun spätestens im parlamentarischen Verfahren adressiert werden.

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf verlangte eine stärkere Belastung insbesondere der Pharmakonzerne. «Ein großer Hebel liegt bei den Arzneimitteln», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutschland habe die höchsten Arzneimittelausgaben pro Kopf in Europa. «Der Entwurf muss daher ganz erheblich bei den Arzneimittelpreisen ansetzen und die Preisgestaltung der Pharmakonzerne klar begrenzen, statt die Rechnung bei Familien und Beitragszahlenden abzuladen.»

Kabinettsbeschluss voraussichtlich am Mittwoch 

Das Bundeskabinett wird das Sparpaket voraussichtlich am Mittwoch beschließen. Warkens Gesetzentwurf sieht vor, dass die gesetzlichen Krankenkassen im nächsten Jahr um 19,6 Milliarden Euro entlastet werden. Im Blick stehen Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der Mitversicherung von Ehepartnern. 

Die Gesundheitsministerin hatte sich zuletzt offen für Änderungen gezeigt, sofern das Gesamtvolumen erhalten bleibt. In der «Bild am Sonntag» wies sie den Vorwurf zurück, die Kassen sollten zu wenig zu Einsparungen im Gesundheitssystem beitragen. «Wir haben auch die Krankenkassen in die Pflicht genommen in unserem Vorschlag», so Warken. «Wir begrenzen Verwaltungskosten, wir begrenzen Werbekosten und wir begrenzen auch die Vergütung der Vorstände, der leitenden Angestellten.»

Zur Forderung, die Kassenbeiträge für Bürgergeldempfänger aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren, sagte sie: «Wir müssen da zumindest einen Einstieg finden, wie der Bund sich in größerem Umfang an diesen Kosten beteiligt.» Dies sei auch eine Frage der Gerechtigkeit. Ob es dazu kommt, ist noch offen: «Wir sind dazu noch in Gesprächen. Das ist noch nicht abschließend geklärt», so die Ministerin.

Grüne legen eigene Vorschläge vor 

Die Grünen haben ein Gegenkonzept zu Warkens Sparpaket ausgearbeitet. Nach ihrer Überzeugung könnten die Kassenbeiträge nicht nur stabil gehalten, sondern sogar um zwei Prozentpunkte gesenkt werden, wenn die Krankenkassen unter anderem von den Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger entlastet würden, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Konkret dringen die Grünen dem Bericht zufolge unter anderem darauf, die Krankenversicherung von Bürgergeldbeziehern aus dem Staatshaushalt zu finanzieren, einen höheren Herstellerrabatt bei Arzneimitteln durchzusetzen und die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung konsequent an die Entwicklung der Einnahmen zu knüpfen. 

«Unser Plan zeigt: Wir können die Gesundheit stärken und dabei die Krankenkassenbeiträge für alle gleichzeitig senken. Zwei Prozentpunkte sind möglich», sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann den Funke-Zeitungen. Die Bundestagsfraktion der Grünen kommt am Dienstag zu einer Klausurtagung in Leipzig zusammen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69242937 |

Weitere Meldungen

40 Jahre Tschernobyl: Wie stark ist die Belastung noch?. Die Folgen des Reaktorunglücks im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 haben auch Deutschland beeinflusst. Welche Folgen gibt es heute noch? 40 Jahre Tschernobyl: Wie stark ist die Belastung noch? (Wissenschaft, 26.04.2026 - 04:00) weiterlesen...

Hat die Zuckersteuer jetzt eine Chance?. Lange war die Debatte blockiert. Nun steht die Frage auf der aktuellen Agenda - Ausgang offen. Beim Kampf gegen Übergewicht und Diabetes sind Preisaufschläge für gesüßte Getränke ein Reizthema. (Politik, 25.04.2026 - 06:00) weiterlesen...

Sprit, Prämien, öffentlicher Dienst – was sich im Mai ändert. Für Millionen Beschäftigte gibt es mehr Geld und für Autofahrer kommt eine Entlastung an der Tanksäule. Alles neu macht der Mai. (Politik, 25.04.2026 - 04:00) weiterlesen...

Warken zu Sparplänen: Gesamtvolumen des Pakets muss bleiben. Nur was kommt hinein? Die Ministerin gibt sich gesprächsbereit, nennt aber eine zentrale Bedingung. Um die Krankenkassen zu stabilisieren, bereitet die Koalition ein großes Spargesetz vor. (Politik, 24.04.2026 - 18:06) weiterlesen...

Behörde warnt vor Potenzmittel-Schokolade. Was harmlos aussieht, kann gefährlich sein, Kontrolleure raten vom Verzehr ab. Es geht um den Wirkstoff Sildenafil – schon wieder. Ein rotes «Make Love»-Herzchen ist auf der Schoko-Verpackung. (Unterhaltung, 24.04.2026 - 15:33) weiterlesen...

EU-Erlaubnis für Corona-Hilfen an Lufthansa ist nichtig Lufthansa muss vor dem höchsten europäischen Gericht zurückstecken: Die EU-Erlaubnis für milliardenschwere Finanzhilfen in der Corona-Zeit an das Unternehmen war fehlerhaft. (Wirtschaft, 23.04.2026 - 11:43) weiterlesen...