Gold: 26 Prozent Minus seit Januar-Hoch
02.07.2026 - 13:30:01 | boerse-global.de
Ein Minus von über 26 Prozent seit dem Januar-Hoch spricht eine klare Sprache. Sämtliche Jahresgewinne sind beim Goldpreis wieder weggeschmolzen. Aktuell kämpft das Edelmetall erbittert um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Die Marktstimmung kippt zusehends.
Ende Juni fiel der Preis zeitweise auf 4.023 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit November 2025. Als Hauptauslöser für diese Talfahrt gilt die Geldpolitik der US-Notenbank.
Zinsen belasten den Kurs
Der jüngste Ausblick der Federal Reserve traf den Goldmarkt hart. Die Mehrheit der Entscheider erwartet noch vor Jahresende 2026 steigende Zinsen. Einige Notenbanker rechnen sogar mit zwei Zinsschritten nach oben.
Die Leitzinsen verharren vorerst zwischen 3,5 und 3,75 Prozent. Parallel dazu klettert die Rendite für 30-jährige US-Staatsanleihen auf rund fünf Prozent.
Die Folge: Höhere Zinsen verteuern den Dollar und machen das zinslose Gold massiv unattraktiv.
Eskalation am Golf
Neben der Zinsangst belastet die Lage im Nahen Osten. Die Straße von Hormus ist faktisch weiterhin für den kommerziellen Verkehr gesperrt. Stand Anfang Juli dauert diese Blockade bereits 123 Tage an. Acht der weltweit größten Containerreedereien umfahren das Gebiet mittlerweile komplett.
Der Schiffsverkehr zieht mit zuletzt 34 täglichen Durchfahrten zwar leicht an. Das Vorkriegsniveau von rund 100 Passagen bleibt aber in weiter Ferne. Minenrisiken sorgen laut Beobachtern weiterhin für höchste Alarmbereitschaft vor Ort.
Banken streichen Prognosen
Diese toxische Mischung aus Zinsdruck und geopolitischer Unsicherheit ruft die Wall Street auf den Plan. Große Investmentbanken senken ihre Kursziele reihenweise:
- Citigroup: Senkt das Drei-Monats-Ziel auf 4.000 Dollar. Bei einer anhaltenden Hormus-Blockade droht laut Bank ein Absturz auf 3.500 Dollar.
- Goldman Sachs: Reduziert das Jahresendziel für 2026 auf 4.900 Dollar je Unze.
- J.P. Morgan: Kappt die Jahresdurchschnittsprognose auf 5.243 Dollar. Das Ziel für das Schlussquartal liegt weiterhin bei 6.000 Dollar.
- Deutsche Bank: Streicht das Ziel für das dritte Quartal um mehr als 22 Prozent auf 4.300 Dollar zusammen.
Auch am Terminmarkt dominiert Skepsis. Händler schließen zunehmend Positionen, anstatt neue Wetten einzugehen. Kommerzielle Absicherer sind mit rund 260.000 Short-Kontrakten extrem defensiv positioniert.
Ein Ende der Talfahrt hängt nun direkt an der Straße von Hormus. Räumen Spezialkräfte die Seeminen bis Ende des Sommers, dämpft das den Preisdruck. Bleibt die Route gesperrt, droht Gold der schnelle Rückfall in Richtung 3.500 Dollar.
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