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Bayer: 2,71 Euro Gewinn je Aktie übertrifft Erwartung

13.05.2026 - 06:41:51 | boerse-global.de

Bayer überzeugt operativ mit Gewinnsprung, doch der Glyphosat-Komplex und hohe Rechtskosten belasten die Bilanz und den Aktienkurs.

Bayer: 2,71 Euro Gewinn je Aktie übertrifft Erwartung - Foto: über boerse-global.de
Bayer: 2,71 Euro Gewinn je Aktie übertrifft Erwartung - Foto: über boerse-global.de

Bayer liefert operativ einen starken Jahresstart. Die Agrarsparte zieht an, der Gewinn springt nach oben, die Prognose bleibt auf Kurs. Am Markt reicht das für Rückenwind: Die Aktie notiert am Dienstag bei 38,19 Euro und liegt damit 3,41 Prozent im Plus.

Allerdings kommt die Erleichterung mit einem großen Vorbehalt. Der Glyphosat-Komplex bleibt der zentrale Belastungsfaktor, und Anfang Juni rückt eine wichtige Frist näher. Genau dort entscheidet sich, wie viel Entlastung aus dem geplanten Vergleich tatsächlich werden kann.

Agrargeschäft trägt das Quartal

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 4,1 Prozent auf 13,405 Milliarden Euro. Belastet wurde die Entwicklung von negativen Währungseffekten, die sich deutlich stärker auswirkten als im Vorjahr.

Der Wachstumstreiber war Crop Science. In der Agrarsparte legte der Umsatz währungsbereinigt um 6,8 Prozent auf 7,558 Milliarden Euro zu. Vor allem Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften lieferten den Schub.

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Ein wichtiger Sonderfaktor kam aus Nordamerika. Die bereits kommunizierte lizenzvertragliche Einigung mit Corteva steuerte umgerechnet 448 Millionen Euro zum Umsatz bei. Das erklärt einen Teil der Dynamik, schmälert aber nicht die operative Verbesserung im Kerngeschäft.

Beim Ergebnis fiel der Hebel noch stärker aus. Das EBITDA vor Sondereinflüssen bei Crop Science stieg um 17,9 Prozent auf 3,014 Milliarden Euro. Effizienzprogramme und niedrigere Herstellungskosten federten den Gegenwind aus Währungen ab.

Gewinnsprung trifft auf Cash-Abfluss

Konzernweit stieg das EBIT um 51,8 Prozent auf 3,528 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag bei 2,763 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Hinzu kamen Netto-Sondergewinne aus dem Verkauf des weltweiten Avelox-Geschäfts.

Auch je Aktie fiel das Quartal besser aus als erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,71 Euro und lag damit klar über der Analystenerwartung von 2,28 Euro. Kein Wunder, dass der Markt zunächst positiv reagiert.

Die schwache Stelle bleibt der Free Cash Flow. Er lag bei minus 2,320 Milliarden Euro, vor allem wegen hoher Auszahlungen zur Beilegung von Rechtsverfahren. Per saldo flossen dafür 2,002 Milliarden Euro ab.

Das schlägt direkt auf die Bilanz. Die Nettofinanzverschuldung stieg zum Quartalsende um 9,0 Prozent auf 32,518 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer weiterhin einen negativen Free Cash Flow.

Glyphosat bleibt der Taktgeber

Der operative Fortschritt ändert wenig daran, dass der Glyphosat-Streit den Investment Case dominiert. Kläger können bis Anfang Juni den Sammelvergleich ablehnen oder Einwände bei Gericht einreichen. Der Vergleich sieht Zahlungen von maximal 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor.

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CEO Bill Anderson bremste Erwartungen an schnelle Klarheit. Es könne noch einige Wochen dauern, „um alles zu klären“, sagte der Manager. Im Juli ist die gerichtliche Anhörung zur finalen Genehmigung des Sammelvergleichs geplant.

Parallel wartet Bayer auf eine Entscheidung des Supreme Court im Fall „John Durnell“. Das Unternehmen hofft auf ein Grundsatzurteil, das die Rechtslage bei Glyphosat-Klagen verbessert. Der Termin wird im Juni erwartet.

Der Kurs spiegelt diese Mischung aus operativer Stärke und juristischem Überhang wider. Auf Monatssicht liegt die Aktie noch 6,37 Prozent im Minus, über zwölf Monate steht dagegen ein Plus von 59,49 Prozent. Bis Juni bleibt Bayer damit weniger eine reine Ergebnisgeschichte als ein Testfall dafür, wie viel Rechtsrisiko der Markt noch einpreist.

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