AST SpaceMobile Aktie: 35 Prozent unter Jahreshoch nach SpaceX-IPO
18.06.2026 - 04:32:46 | boerse-global.de
Der Börsengang von SpaceX hat nicht nur ein neues Milliardenunternehmen geschaffen. Er hat die gesamte Investmentlandschaft für Raumfahrttechnologie massiv umgekrempelt. AST SpaceMobile spürt diese Anziehungskraft gewaltig. Zwölf Monate lang lieferte das Unternehmen ein beeindruckendes Comeback. Die Aktie kletterte in diesem Zeitraum um fast 92 Prozent. Ende Mai stand der Kurs bei 114,60 Euro. Dann kam der Juni.
Die Schockwelle des Börsengangs
Am 12. Juni stürzte das Papier ab. Der Grund war keine verfehlte Prognose. SpaceX ging an die Börse. Das Unternehmen ruft eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar auf. 75 Milliarden Dollar frisches Kapital sollen fließen. Investoren sprechen von einer Marktbereinigung. Spekulatives Kapital sucht sich ein neues, prominentes Zuhause.
Die Folge: AST SpaceMobile notiert aktuell bei 74,40 Euro. Das ist ein Minus von knapp zwölf Prozent auf Wochensicht. Vom Jahreshoch trennen die Aktie nun 35 Prozent.
Der RSI von 45,6 signalisiert dabei weder Panik noch Überzeugung. Der Markt bewertet das Risiko schlichtweg neu.
Der übermächtige Konkurrent
Der SpaceX-Börsengang klärt die Wettbewerbslage. Starlink hatte im Januar 2026 bereits über 650 Satelliten für direkte Mobilfunkverbindungen im All. Das reicht für SMS-Dienste in den gesamten USA. Das Wachstum ist enorm. Bis Jahresende peilt Starlink 25 Millionen aktive Nutzer an.
Diese Größe erzwingt Reaktionen. AT&T, T-Mobile und Verizon gründeten Mitte Mai ein Joint Venture. Sie bündeln ihre Frequenzen gegen Starlink. Paradoxerweise hilft das AST SpaceMobile. Das Unternehmen hat bereits Verträge mit AT&T und Verizon. Wenn die US-Giganten gegen Starlink aufrüsten, steht die AST-Technologie im Zentrum.
Der technologische Vorsprung
Hier unterscheidet sich die Strategie von AST deutlich. Die Investmentbank Roth Capital sieht AST technologisch vorn. Das Unternehmen habe einen Vorsprung von etwa zwei Jahren. Der Grund ist simpel. Starlink liefert primär Textnachrichten. Die neuen Block-2-Satelliten von AST sind für echtes Breitband-Internet ausgelegt.
AST baut seine Bodenstationen weltweit aus. Die Zielgruppe umfasst 2,9 Milliarden Menschen. CEO Abel Avellan meldet feste Umsatzzusagen von über 1,2 Milliarden Dollar. Fast 60 globale Netzbetreiber sind an Bord.
Das Ausführungsrisiko
Aber der beste technologische Burggraben nützt nichts ohne Satelliten im All. Hier waren die letzten Wochen turbulent. AST verlor im April einen Satelliten bei einem New-Glenn-Start. Ende Mai explodierte eine weitere Rakete bei einem Test. Eigentlich wollte AST bis Jahresende 45 Satelliten im Orbit haben.
Das Unternehmen betonte schnell seine Unabhängigkeit von einzelnen Raketenbauern. Die Antwort folgte prompt. Erst gestern brachte eine Falcon 9 von SpaceX drei neue AST-Satelliten ins All. Die Geschichte nimmt wieder Fahrt auf. Ein zeitlicher Rückschlag bleibt dennoch in den Köpfen der Anleger.
Eine Bewertung, die Beweise fordert
Mit einer Marktkapitalisierung von 27,55 Milliarden Euro steht AST am Scheideweg. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 70,32 Euro. Das Unternehmen sitzt auf 3,5 Milliarden Dollar Cash.
Es generiert erste Umsätze. Für 2026 plant das Management mit bis zu 200 Millionen Dollar Erlös. Im ersten Quartal flossen bereits 14,7 Millionen Dollar.
Solange das Netzwerk nicht vollständig steht, bleibt die Bewertung extrem sensibel. Die annualisierte Volatilität von über 130 Prozent zeigt das deutlich. AST SpaceMobile ist nichts für schwache Nerven. Es ist eine strukturelle Wette auf die Zukunft der globalen Mobilfunkinfrastruktur. Der SpaceX-Börsengang hat diese Wette nicht verändert. Er hat sie nur teurer gemacht, falls sie scheitert.
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