Zucker, Druck

Zucker unter Druck: Neue Regeln und Risiken verändern den Markt

18.04.2026 - 14:10:13 | boerse-global.de

Eine Bundesratsinitiative fordert eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke, während verschärfte Nutri-Score-Kriterien und neue Studien zu Süßstoffen den Markt verändern.

Zucker unter Druck: Neue Regeln und Risiken verändern den Markt - Foto: über boerse-global.de
Zucker unter Druck: Neue Regeln und Risiken verändern den Markt - Foto: über boerse-global.de

Eine Bundesratsinitiative fordert eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke, der verschärfte Nutri-Score stuft viele Produkte schlechter ein, und neue Studien warnen vor Risiken durch Süßstoffe.

Politische Offensive für eine Zucker-Abgabe

Schleswig-Holstein startet eine Offensive im Bundesrat. Das Land fordert eine nationale Herstellerabgabe auf stark gezuckerte Erfrischungsgetränke. Ministerpräsident Daniel Günther will damit Kinder und Jugendliche besser schützen.

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Die Initiative findet breite Unterstützung. Ärzteverbände wie die Bundesärztekammer und der Marburger Bund begrüßen den Vorstoß. Sie verweisen auf positive Erfahrungen aus Großbritannien.

Doch der Widerstand ist groß. Bundesernährungsminister Alois Rainer lehnt eine Zuckersteuer ab. Er setzt weiter auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie. Auch die CDU lehnte einen ähnlichen Antrag auf ihrem Bundesparteitag im Februar mehrheitlich ab.

Nutri-Score: Die Daumenschrauben sind angezogen

Seit Januar gilt nur noch der verschärfte Nutri-Score. Die Übergangsfrist ist abgelaufen. Die neue Berechnungsmethode bewertet zuckerreiche Produkte und Getränke mit Süßstoffen deutlich schlechter.

Besonders drastisch trifft es Softdrinks. Enthalten sie künstliche Süßstoffe, gibt es pauschal Abzüge. Damit soll der Eindruck vermieden werden, diese Getränke seien uneingeschränkt gesund.

Auch bei festen Lebensmitteln wurden die Regeln verschärft. Die Grenzwerte für Zucker und Salz sind strenger. Ballaststoffreiche Vollkornprodukte profitieren nun von angepassten Kriterien und heben sich klarer ab.

Studie warnt: Süßstoffe können Blutgefäße schädigen

Neue Forschungsergebnisse schüren Zweifel an Zuckeraustauschstoffen. Eine Studie im European Heart Journal zeigt ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Forscher der Cleveland Clinic und der Berliner Charité fanden einen Zusammenhang. Erhöhte Xylit-Werte im Blut gingen mit einem um 57 Prozent gesteigerten Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse einher.

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Der Mechanismus: Xylit kann die Blutplättchen aktivieren und so die Bildung von Gerinnseln begünstigen. Bereits 2023 wurden ähnliche Warnungen für den Süßstoff Erythrit veröffentlicht.

Markt im Wandel: Zuckerindustrie unter Druck

Die neuen Regeln und Erkenntnisse verändern den Markt. Für 2026 prognostizieren Analysten in Deutschland ein Zucker-Marktvolumen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Das globale Wachstum verlangsamt sich spürbar.

Der Branchenriese Südzucker spürt den Wandel bereits. Im ersten Halbjahr 2025/26 brach der Umsatz im Zuckersegment um fast 35 Prozent ein. Grund sind gesunkene Preise und rückläufige Exporte.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach natürlichen Alternativen. Verbraucher wollen „Clean Label“-Produkte ohne künstliche Zusätze. Die Industrie sucht nach neuen Wegen – oft durch eine schrittweise Reduktion der Süße statt durch Ersatzstoffe.

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