Wohnungsmarkt, Studie

Wohnungsmarkt: Studie belegt Rekordmangel von 1,4 Millionen Wohnungen

21.02.2026 - 01:31:11 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt einen Rekordmangel an bezahlbarem Wohnraum. Die Neubauziele der Regierung werden krachend verfehlt, was soziale Folgen und politischen Handlungsdruck auslöst.

Eine neue Studie offenbart ein dramatisches Defizit von 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland. Verbände und Experten kritisieren die verfehlte Politik der Regierung scharf und warnen vor massiven sozialen Folgen.

Neubau-Ziele krachend verfehlt

Im Zentrum der Kritik steht der „Soziale Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts. Die Untersuchung beziffert den Mangel an bezahlbarem Wohnraum auf ein Rekordhoch. Das steht im krassen Gegensatz zu den Zielen der Bundesregierung: Sie wollte eigentlich 400.000 neue Wohnungen pro Jahr bauen, davon 100.000 Sozialwohnungen.

Die Realität sieht anders aus. Prognosen für 2026 gehen nur noch von 185.000 bis 215.000 fertiggestellten Einheiten aus. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft halten einen weiteren Rückgang für unvermeidbar. Sie führen das auf den Einbruch der Baugenehmigungen zurück, die 2024 den niedrigsten Stand seit 2010 erreichten.

Hohe Kosten und Bürokratie bremsen Bauen aus

Was bremst den Wohnungsbau so massiv? Die Gründe sind vielschichtig. Gestiegene Zinsen, explodierende Baukosten und ein anhaltender Fachkräftemangel stoppen viele Projekte. Projekte aus der Niedrigzinsphase sind heute oft nicht mehr wirtschaftlich und werden gestoppt.

Branchenkenner kritisieren zudem die komplizierten Verfahren und teuren Baustandards. Sie fragen: Wie soll unter diesen Bedingungen kostengünstiger Wohnraum entstehen?

Junge und Alte verlieren den Kampf um Wohnraum

Die soziale Sprengkraft der Krise ist enorm. Laut der Studie sind junge Menschen und ältere Bürger die Hauptleidtragenden. Studierende müssen im Schnitt 53 Prozent ihres Budgets für die Miete aufwenden. Mancher Ausbildungsstart scheitert schlicht an der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft.

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Gleichzeitig gerät die Generation der Babyboomer unter Druck. Viele müssen mit Renten leben, die für die Mieten ihrer langjährigen Wohnungen nicht mehr reichen. Sozialverbände wie die Caritas warnen vor einer „Stadtvertreibung Älterer“. Die Wohnungsnot sei mittlerweile ein größeres Problem als viele andere gesellschaftliche Diskussionsthemen.

Forderung nach radikalem Kurswechsel wird laut

Angesichts der Eskalation fordern Verbände einen grundlegenden Neustart. Das Bündnis „Soziales Wohnen“ – darunter Deutscher Mieterbund und IG Bau – verlangt einen „Sozialen Bund-Länder-Pakt“. Der soziale Wohnungsbau müsse zur Chefsache erklärt werden.

Konkret fordern sie eine massive Aufstockung der Fördermittel. Zudem müssten Baustandards vereinfacht, Baukosten gesenkt und Genehmigungsprozesse digital beschleunigt werden. Auch die Kommunen sind in der Pflicht: Sie sollen mehr Bauland bereitstellen.

Eine Krise mit Ansage

Die aktuelle Zuspitzung ist das Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklung. Die Nachfrage stieg stetig, der Neubau hinkte hinterher. Gleichzeitig schrumpft der Bestand an Sozialwohnungen, weil mehr Wohnungen aus der Bindung fallen als neue entstehen.

Die Knappheit bremst inzwischen die Wirtschaft, wenn Fachkräfte keine Unterkunft finden. Politische Instrumente wie die diskutierte Mietpreisbremse allein reichen nicht aus. Sie lösen das Grundproblem des Angebotsmangels nicht.

Düstere Aussichten und wachsender Druck

Die Prognosen für die kommenden Jahre sind trüb. Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2025 und 2026 einen weiteren Rückgang der Fertigstellungen. Das wird den Druck auf die Mietpreise weiter erhöhen.

Der politische Handlungsdruck auf die Koalition wächst. Die Debatte konzentriert sich nun auf radikalere Lösungen: Ein großes Sondervermögen für den Wohnungsbau oder einen „Bau-Turbo“ durch vereinfachte Gesetze könnten den Weg aus der Krise weisen. Ohne schnelle und grundlegende Reformen droht die soziale Spaltung in Deutschland weiter zu wachsen.

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