WhatsApp in Russland komplett gesperrt
13.02.2026 - 13:41:12Die russische Regierung hat den Messenger-Dienst WhatsApp landesweit blockiert. Rund 100 Millionen Nutzer sind von der Sperre betroffen, die am Donnerstag in Kraft trat. Der Kreml begründet den Schritt mit angeblichen Rechtsverstößen des Mutterkonzerns Meta.
Kreml: Sperre wegen „Nichteinhaltung der Gesetze“
Regierungssprecher Dmitri Peskow bestätigte die technische Umsetzung der Blockade. Als Hauptgrund nannte er die Weigerung von WhatsApp, russischen Gesetzen zu folgen. Konkret geht es um Forderungen der Aufsichtsbehörde Roskomnadzor:
* Speicherung von Nutzerdaten auf Servern in Russland
* Löschung von Inhalten, die der Staat als illegal einstuft
WhatsApp wurde bereits am Mittwoch aus dem offiziellen Register gestrichen – die rechtliche Grundlage für die Abschaltung. Eine Rücknahme der Sperre sei nur möglich, wenn Meta die russischen Vorgaben vollständig erfülle. Beobachter halten das für unwahrscheinlich, da Meta in Russland bereits als „extremistische Organisation“ eingestuft ist.
Staatlicher Messenger „Max“ als Alternative
Parallel zur Sperre wirbt die Regierung für den heimischen Dienst „Max“. Peskow bezeichnete die App als sichere und zugängliche nationale Alternative. „Max“ ist auf vielen neuen Smartphones in Russland vorinstalliert und Teil der Strategie für ein „souveränes Internet“.
Doch die staatliche Lösung ist umstritten. Kritiker und Datenschützer warnen: Die App verfügt nicht über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie westliche Messenger. Sie fürchten, „Max“ könnte zum Instrument für staatliche Überwachung werden.
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Meta warnt vor Isolation der Nutzer
Ein WhatsApp-Sprecher reagierte scharf auf die Blockade. Der Schritt gefährde die Sicherheit der Menschen in Russland und führe zu stärkerer Isolation. Technisch wurde die Sperre durch die Entfernung der WhatsApp-Domains aus dem russischen DNS umgesetzt. Viele Nutzer versuchen nun, die Blockade mit VPN-Diensten zu umgehen – doch auch gegen diese geht Roskomnadzor verstärkt vor.
Langer Konflikt gipfelt in vollständiger Blockade
Die Sperre ist der Höhepunkt einer monatelangen Eskalation:
* Bereits im August 2025 drosselten Behörden die Qualität von WhatsApp-Anrufen.
* Ziel war offenbar, einen Wechsel zu russischen Diensten attraktiver zu machen.
* Das Vorgehen ähnelt früheren Blockaden gegen Instagram und Facebook.
Auch der Messenger Telegram, gegründet vom Russen Pavel Durov, steht unter Druck. Durov kritisierte die staatlichen Maßnahmen öffentlich und warf den Behörden vor, Freiheit zugunsten von Zensur zu opfern.
Für die russische Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist der Wegfall des meistgenutzten Messengers eine massive Hürde. Kleine Unternehmen, die auf WhatsApp für die Kundenkommunikation setzten, müssen nun kurzfristig umstellen. Experten erwarten eine weitere Abkopplung des russischen Internets vom globalen Netz. Die Botschaft aus Moskau ist klar: Digitale Souveränität geht vor globale Vernetzung.
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