WhatsApp, Russland

WhatsApp in Russland: Kommunikationskanal für Millionen abgeschaltet

12.02.2026 - 05:10:12

Die russische Regierung hat WhatsApp durch Löschung aus dem Domain-Register vollständig gesperrt, um Nutzer auf die staatliche Alternative MAX umzuleiten. Dies markiert eine neue Eskalation im Streben nach digitaler Souveränität.

Russland hat den Messenger-Dienst WhatsApp vollständig blockiert. Die Maßnahme ist die bisher entschiedenste Eskalation im Kampf des Kremls um digitale Souveränität und schneidet schätzungsweise 100 Millionen Nutzer von einem zentralen Kommunikationsweg ab. Ohne eine VPN-Verbindung ist die App seit Mittwoch für die meisten Menschen im Land nicht mehr erreichbar.

Technische Sperre durch Löschung aus Domain-Register

Die staatliche Aufsichtsbehörde Roskomnadzor setzte die Blockade um, indem sie die Domains von WhatsApp aus dem nationalen Internet-Register strich. Dieser technische Schritt verhindert, dass russische Internetanbieter Datenverkehr zu den Servern der App weiterleiten. Es handelt sich um eine deutlich schärfere Maßnahme als frühere Geschwindigkeitsdrosselungen oder Geldstrafen gegen ausländische Tech-Konzerne.

Ein Sprecher von WhatsApp bestätigte den Versuch einer vollständigen Sperre. Die Aktion ziele darauf ab, Nutzer auf eine staatlich entwickelte Alternative zu zwingen. Der Konflikt zwischen dem Kreml und westlichen Technologieunternehmen hat sich seit 2022 dramatisch verschärft.

Staats-App „MAX“ als beabsichtigte Alternative

Die Sperrung ist der bisher deutlichste Schritt in der Strategie Moskaus, heimische digitale Dienste zu fördern. Die Behörden drängen die Bevölkerung aktiv dazu, auf den staatlich unterstützten Messenger MAX umzusteigen. Kritiker und digitale Bürgerrechtler befürchten, dass diese Plattform für staatliche Überwachung genutzt werden könnte – eine Behauptung, die russische Staatsmedien stets zurückweisen.

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Bereits im August 2025 hatte Roskomnadzor die Sprach- und Videoanruffunktionen bei WhatsApp und Telegram eingeschränkt. Als Grund nannte die Behörde damals die angebliche Nutzung der Plattformen für betrügerische und terroristische Aktivitäten.

Langer Konflikt mit Meta gipfelt in Totalblockade

Die Konfrontation mit westlichen Tech-Firmen ist kein neues Phänomen. Ein Moskauer Gericht stufte Metas Konzernmutter bereits 2022 als „extremistische“ Organisation ein, was zum kompletten Verbot von Facebook und Instagram führte. WhatsApp war bis zuletzt geduldet worden, wohl wegen seiner enormen Verbreitung in der Bevölkerung.

Der Druck aus der Politik war jedoch stetig gewachsen. Abgeordnete forderten ein komplettes Verbot und stilisieren die Präsenz von WhatsApp zunehmend zur Gefahr für die nationale Sicherheit. Der Kreml betont, eine Rückkehr des Dienstes sei nur bei voller Compliance Metas mit russischen Gesetzen möglich. Dazu gehören Forderungen nach Datenlokalisierung und Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ließ über die Staatsagentur TASS verlauten, es gebe „keine Chance“ auf eine Rückkehr, solange Meta eine „unversöhnliche Haltung“ beibehalte.

Fragmentierung des globalen Internets schreitet voran

Die unmittelbare Folge der Sperre ist eine massive Störung der täglichen Kommunikation für Millionen Russen. Die App wird für private und berufliche Kontakte genutzt. Technikversierte Nutzer können zwar auf VPN-Dienste ausweichen, doch ein großer Teil der Bevölkerung wird dadurch isoliert.

Branchenanalysten sehen in diesem Schritt einen Wendepunkt bei der Fragmentierung des globalen Internets. Russlands Bestreben, ein abgeschottetes und stark überwachtes digitales Ökosystem zu schaffen, spiegelt Strategien anderer Staaten wider. Die Blockade setzt auch ein Präzedenz für andere Regierungen, die eine strengere Kontrolle über Online-Plattformen anstreben.

Ein WhatsApp-Vertreter betonte, das Unternehmen werde weiterhin versuchen, seinen Nutzern in Russland und weltweit sichere und private Kommunikation zu ermöglichen. Auch Telegram-Gründer Pavel Durov beklagte, Russland drossele seinen Dienst, um Menschen zur staatlichen Alternative zu drängen.

Digitale Mauer wird weiter ausgebaut

Die Zukunft ausländischer Kommunikationsplattformen in Russland erscheint zunehmend ungewiss. Die Regierung verfolgt klar das Ziel, eine eigene „Super-App“ nach dem Vorbild des chinesischen WeChat zu etablieren. Weitere Einschränkungen für andere Dienste werden erwartet.

Die MAX-Anwendung integriert Nachrichten, staatliche Dienstleistungen, Banking und andere Programme zu einem zentralisierten System. Sie bietet Bequemlichkeit – möglicherweise auf Kosten der Privatsphäre der Nutzer.

Während Russland seine digitalen Mauern weiter ausbaut, stellt sich die Frage, wie die Bevölkerung und die internationale Tech-Community reagieren werden. Das Schweigen von WhatsApp in Russland markiert ein neues Kapitel im entschlossenen Streben des Landes nach digitaler Autonomie und Kontrolle. Die langfristigen Folgen für den freien Informationsaustausch und die Natur des globalen Internets zeichnen sich erst allmählich ab.

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