VPN-Schwachstellen: Einfallstor für Cyberangriffe und hohe DSGVO-Strafen
08.02.2026 - 04:42:12Eine Welle von Cyberangriffen nutzt Sicherheitslücken in VPNs aus und stellt Unternehmen vor massive Compliance-Herausforderungen. Experten warnen: Unsichere Fernzugangskonfigurationen sind ein direkter Weg zu empfindlichen Geldstrafen nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Hochkarätige Vorfälle und Warnungen deutscher Behörden zeigen, dass der einstige IT-Standard zum Hauptziel von Angreifern geworden ist.
Die akute Gefahr wurde durch einen erfolgreichen Angriff auf Polens Energiesektor und aktuelle Warnungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verdeutlicht. Das Versäumnis, diese Netzwerkzugänge zu sichern, ist kein theoretisches Risiko mehr, sondern eine reale Bedrohung mit operativen und finanziellen Folgen – darunter Millionenstrafen nach der DSGVO.
Kritische Vorfälle: Wie Angreifer durch VPNs schlüpfen
Die Brisanz der VPN-Sicherheit zeigte sich am 6. Februar 2026. Ein Bericht beschrieb einen Cyberangriff auf Polens kritische Energieinfrastruktur. Angreifer drangen demnach über internetöffentliche VPN-Geräte ein, die nicht durch Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) geschützt waren. Diese grundlegende Sicherheitslücke ermöglichte einem mutmaßlich russisch verbundenen Hackerkollektiv den Zugriff auf Netzwerke mehrerer Energie- und Industrieunternehmen.
Dies ist kein Einzelfall. Das BSI warnte in den letzten Tagen vor Schwachstellen in weiteren Fernzugangssystemen. Eine Warnung betraf Sicherheitslücken im populären SSL-VPN-Gateway F5 BIG-IP, eine andere zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken im Ivanti Endpoint Manager Mobile. Das BSI befürchtet, dass Angreifer über diese Ivanti-Schwachstellen seitlich durch Netzwerke wandern und sensible Daten abfließen lassen könnten – ein Szenario mit direkten DSGVO-Folgen. Zugang zu Firmennetzwerken über kompromittierte VPNs wird zudem, auch aus dem Gesundheitssektor, aktiv in Cybercrime-Foren verkauft.
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Der Compliance-Konflikt: Warum veraltete VPNs die DSGVO verletzen
Solche Sicherheitsversäumnisse verstoßen direkt gegen Artikel 32 der DSGVO. Dieser verpflichtet Organisationen, „angemessene technische und organisatorische Maßnahmen“ für die Datensicherheit umzusetzen. Ein Datenleck aufgrund eines ungepatchten VPNs, einer Fehlkonfiguration oder fehlender 2FA ist ein klarer Verstoß gegen diesen Standard. Die finanziellen Risiken sind immens: Europäische Datenschutzbehörden verhängten 2025 Strafen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro.
Die derzeitige, vom BSI als „angespannt“ beschriebene Bedrohungslage zeigt: Viele Unternehmen machen es Angreifern zu leicht. Die Aufsicht durch Regulierer und Cyberversicherer konzentriert sich zunehmend auf diese grundlegenden Zugangskontrollen. Versicherer führen vor Policen-Ausstellung rigorosere Schwachstellenscans und Penetrationstests durch. Unternehmen mit schlechter „Gerätehygiene und Zugangskontrolle“ müssen mit deutlich höheren Prämien oder gar Ablehnung rechnen. VPN-Sicherheit wird so von einem technischen zu einem geschäftskritischen Finanzrisiko.
Neuer Regulierungsdruck: NIS-2, DORA und das Cyber-Resilience-Gesetz
Der Fokus auf sichere Zugänge wird durch eine Welle neuer EU-Verordnungen verstärkt, die 2026 in Kraft treten: NIS-2, der Digital Operational Resilience Act (DORA) und das Cyber Resilience Act. Sie fordern einen strukturierteren, proaktiveren Ansatz im Risikomanagement und verlagern die Verantwortung für Cybersicherheit klar in die Vorstandsetagen. Die Ära fragmentierter „Best-of-Breed“-Sicherheitslösungen reicht nicht mehr aus, um diesen ganzheitlichen Compliance-Anforderungen gerecht zu werden.
Dieses Umfeld zwingt zum strategischen Umdenken beim Fernzugang. Das traditionelle VPN, das authentifizierten Nutzern oft breiten Zugriff auf das gesamte interne Netz gewährt, gilt vielen als veraltetes Modell. Das Prinzip „einmal drinnen, überall vertraut“ ist ein enormes Risiko, wenn Zugangsdaten gestohlen oder Systeme kompromittiert werden. Der Konsens wächst: Unternehmen müssen über das reine Patchen alter Systeme hinausgehen und ihre Netzwerkzugangsarchitektur grundlegend überdenken.
Die Zukunft: Der Weg zum Zero-Trust-Modell
Als Antwort auf diese Herausforderungen empfehlen Experten einen strategischen Wechsel zu modernen Sicherheitsarchitekturen wie Zero Trust Network Access (ZTNA). Im Gegensatz zum traditionellen VPN operiert ZTNA nach dem Prinzip „niemals vertrauen, immer überprüfen“. Es gewährt Nutzern Zugriff nur auf spezifische Anwendungen und Ressourcen im Einzelfall – nicht auf das gesamte Netzwerk. Dieser Ansatz begrenzt den potenziellen Schaden erheblich, falls Angreifer Zugangsdaten oder Geräte kompromittieren.
Die zentrale Erkenntnis für Compliance- und IT-Sicherheitsverantwortliche 2026 lautet: Die Laissez-faire-Haltung gegenüber der Fernzugangssicherheit ist vorbei. Unternehmen müssen die Konsolidierung ihrer Sicherheitslandschaft und zentralisiertes Identitäts- und Zugangsmanagement priorisieren. Schwachstellen in legacy-VPN-Infrastrukturen proaktiv zu auditieren, zu aktualisieren und schließlich zu moderneren, granulareren Zugangsmodellen wie ZTNA zu migrieren, ist keine bloße Empfehlung mehr. Es ist ein essenzieller Schritt, um IT-Compliance zu gewährleisten, den Cyberversicherungsschutz zu behalten und lähmende DSGVO-Strafen zu vermeiden.
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