USB-C, Risiko

USB-C: Das unsichtbare Risiko in jedem Ladekabel

23.01.2026 - 09:30:12

Sicherheitsexperten warnen vor manipulierten USB-Kabeln und Ladestationen. Die Angriffe nutzen unsichtbare Eingabebefehle, um Smartphones zu kapern – und sind 2026 raffinierter denn je.

Was als Ladevorgang beginnt, kann in Millisekunden zum Datenklau führen. Die flächendeckende Einführung von USB-C in der EU hat die Angriffsfläche vereinheitlicht: Ein einziges manipuliertes Kabel passt nun in fast jedes moderne Gerät.

Das Phänomen ist als „Ghost Touch“ bekannt – Eingaben, die wie von Geisterhand auf dem Display erscheinen. Ursprünglich nutzten Angreifer elektromagnetische Störungen. Heute setzen sie auf präzise Hardware-Attacken.

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Eine besonders perfide Methode ist „ChoiceJacking“. Dabei überschreibt die manipulierte Ladestation oder das Kabel die Nutzereingabe. Bestätigt der Nutzer vermeintlich nur das Laden, erteilt das Gerät im Hintergrund bereits Datenzugriff.

Die Hardware im Kabel tarnt sich als Tastatur oder Maus. Als sogenanntes Human Interface Device (HID) führt es Befehle aus, die für das menschliche Auge kaum sichtbar sind.

Der unsichtbare Spion in deinem Rucksack

Das Gefährliche: Die Angriffswerkzeuge sind optisch nicht zu erkennen. Kabel wie das „O.MG Cable“ sehen aus wie Standardware, beherbergen im Stecker aber miniaturisierte Chips mit Webserver und WLAN.

Die aktuelle Generation (Stand 2025/2026) kann:
* Tastatureingaben aufzeichnen (Keylogging)
* Passwörter stehlen
* Geofencing nutzen, um Angriffe ortsabhängig zu starten

Der komplexe „Handshake“ moderner Schnellladestandards bietet zusätzlichen Raum für Manipulation. Frühere Forschungen zum „VoltSchemer“ zeigten: Manipulierte Ladegeräte können Geräte überhitzen oder Sprachassistenten aktivieren.

USB-C: Bequemlichkeit mit Risiko

Die EU-Verpflichtung zu USB-C reduziert Elektroschrott – und vereinfacht Angreifern die Arbeit. Früher brauchten sie unterschiedliche Hardware für iPhones und Android-Geräte. Heute passt ein Kabel in fast alles.

Diese „Monokultur“ macht Hardware-Angriffe wirtschaftlicher. Die Zielgruppe für ein Werkzeug ist nun der gesamte Markt. In Unternehmen wächst die Sorge vor Industriespionage. Ein manipuliertes Hotelkabel kann zum Einfallstor ins Firmennetz werden.

So schützt du dich vor unsichtbaren Angriffen

Trotz raffinierter Methoden gibt es wirksame Schutzmaßnahmen.

1. Der USB-Datenblocker

Der kleine Adapter, umgangssprachlich „USB-Kondom“, blockiert physisch die Datenleitungen. Nur der Strom fließt durch. Da Angriffe wie ChoiceJacking auf Datenaustausch angewiesen sind, werden sie damit wirkungslos.

2. Eigenes Netzteil nutzen (BYOC)

„Bring Your Own Charger“ lautet die einfache Regel. Stecke dein eigenes Netzteil in die 230V-Steckdose, nicht das Kabel in öffentliche USB-Ports. Die Manipulation einer Stromsteckdose ist unwahrscheinlicher.

3. Powerbank als Firewall

Lade unterwegs eine eigene Powerbank an der öffentlichen Buchse auf. Das Smartphone lädt dann an der Powerbank. Sie besitzt kein Betriebssystem und fungiert als Puffer.

4. Software-Einstellungen prüfen

Aktiviere den „USB Restricted Mode“ bei iOS und Android. Er sperrt Datenverbindungen, wenn das Gerät gesperrt ist. Klicke niemals auf Pop-ups wie „Diesem Computer vertrauen?“, wenn du an unbekannten Quellen lädst.

Das Katz-und-Maus-Spiel geht weiter. Während Software-Lücken gepatcht werden können, ist das Vertrauen in ein physisches Kabel schwerer wiederherzustellen. Zukünftige Lösungen könnten kryptografische Handshakes für Zubehör bringen. Bis dahin bleibt das eigene, originale Ladekabel die sicherste Verteidigung.

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