USA, Handelspartner-Überprüfungen

USA starten massive Handelspartner-Überprüfungen

12.03.2026 - 04:40:17 | boerse-global.de

Nach einem Gerichtsurteil gegen alte Zölle leitet die US-Regierung umfassende Untersuchungen gegen Handelspartner ein, um eine neue rechtliche Grundlage für Importsteuern zu schaffen.

USA starten massive Handelspartner-Überprüfungen - Foto: über boerse-global.de
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Die USA haben eine neue Ära der Handelspolitik eingeläutet. Nach einem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofs startet die Regierung umfassende Untersuchungen gegen zahlreiche Handelspartner – darunter die EU und China. Für globale Lieferketten beginnt eine Phase extremer Unsicherheit.

Gericht kippt Milliarden-Zölle – Regierung reagiert mit Notmaßnahmen

Auslöser der aktuellen Krise ist ein Urteil vom 20. Februar 2026. Der Oberste Gerichtshof entschied, dass die Regierung nicht befugt war, umfassende Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zu erheben. Damit fielen Zölle im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar mit sofortiger Wirkung weg.

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Die Reaktion der Regierung folgte prompt: Bereits am 24. Februar 2026 verhängte sie einen pauschalen Notzoll von 10 Prozent auf alle Importe. Basis ist Paragraph 122 des Handelsgesetzes von 1974, der Zölle zur Behebung von Zahlungsbilanzdefiziten erlaubt. Das Finanzministerium kündigte bereits an, den Satz bald auf 15 Prozent erhöhen zu wollen.

Doch diese Notmaßnahme hat ein Verfallsdatum: Nach 150 Tagen laufen die Zölle automatisch aus. Deshalb suchte die Regierung nach einer dauerhaften Lösung – und fand sie in Paragraph 301 desselben Gesetzes.

Neue Untersuchungen gegen EU, China und weitere Partner

Am 11. März 2026 gab US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer den Start umfangreicher Untersuchungen bekannt. Das Ziel ist klar: Die Regierung will eine neue rechtliche Grundlage für langfristige Importsteuern schaffen.

Im Fokus stehen gleich mehrere Handelspartner:
* Die Europäische Union
* China
* Mexiko, Indien und Japan
* Weitere asiatische Staaten wie Südkorea, Vietnam und Taiwan
* Europäische Länder wie Schweiz und Norwegen

Die Untersuchungen prüfen systematische Marktverzerrungen. Konkret geht es um industrielle Überkapazitäten, staatliche Subventionen, anhaltende Handelsüberschüsse und die Unterdrückung von Löhnen. Parallel laufen Ermittlungen zum Verbot von Waren, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden.

Handelsexperten sehen darin ein massives Druckmittel. Die frühere Verhandlungsmasse – die Androhung von IEEPA-Zöllen – ist weg. Jetzt dienen die Paragraph-301-Untersuchungen als Ersatz, um Handelspartner zu Zugeständnissen zu bewegen. Die Gefahr: Neue Importsteuern könnten bestehende Handelsabkommen belasten und zu Gegenmaßnahmen führen.

Logistik-Branche im Ausnahmezustand

Für die globale Logistikbranche bedeutet die Zoll-Achterbahn enormen Stress. Die Unsicherheit bremst bereits den Handel: Der aktuelle Global Port Tracker-Report prognostiziert für das erste Halbjahr 2026 geringere Importmengen an US-Häfen als im Vorjahr. Ein Grund sind die Zollrisiken, die langfristige Einkaufsplanung für Händler erschweren.

Zollabwickler und Spediteure kämpfen mit bürokratischen Hürden. Innerhalb kürzester Zeit mussten sie ihre Systeme umstellen: Die ungültigen IEEPA-Zölle wurden gestoppt, gleichzeitig sind die neuen Notzölle zu berechnen. Compliance-Teams prüfen nun laufend Zollklassifizierungen und mögliche Ausnahmen – etwa für Luftfahrtteile oder Waren unter dem USMCA-Abkommen mit Mexiko und Kanada.

Ein weiteres Problem sind Rückerstattungen. Das Gericht kippte die alten Zölle, schuf aber kein zentrales Verfahren für Rückzahlungen. Große Importunternehmen müssen nun aufwändige Anträge stellen, um ihr Geld zurückzubekommen – eine zusätzliche Belastung für die gesamte Branche.

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Komplexes Zollsystem und diversifizierte Lieferketten als Zukunft

Die Uhr tickt: Die Notzölle laufen Ende Juli 2026 aus. Bis dahin steht die Regierung unter Druck, ihre Paragraph-301-Untersuchungen abzuschließen. Experten erwarten als Ergebnis kein einfaches Pauschalsystem, sondern ein komplexes, mehrstufiges Zollregime.

Zölle könnten künftig produkt- und landesspezifisch ausfallen – abhängig von den Ermittlungsergebnissen zu Industriepolitik und Arbeitsbedingungen. Diese Perspektive treibt einen trend massiv voran: die Diversifizierung von Lieferketten.

Multinationale Konzerne verlagern Produktionsschritte in Regionen, die weniger von US-Strafzöllen bedroht sind. Für die Logistik bedeutet das neue Routen, andere Partner und weiter steigende Compliance-Anforderungen. Die Handelspolitik der USA zwingt die globale Wirtschaft zu mehr Agilität – und bereitet ihr gleichzeitig einen dauerhaften Bürokratieaufwand.

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