UBS, Aktie

UBS Aktie: Kampfansage an Bern

16.04.2026 - 01:44:23 | boerse-global.de

UBS-Chef Kelleher kritisiert geplante schärfere Eigenkapitalregeln als extrem und schädlich für den Finanzplatz. Die Ratingagentur Fitch hebt die Bonität der Bank an.

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Die Hauptversammlung der UBS in Basel hatte es in sich. Chairman Colm Kelleher ließ keinen Zweifel daran, dass die Bank die geplanten Schweizer Kapitalvorschriften nicht einfach hinnehmen wird — und deutete an, dass grundlegende Entscheidungen zur Zukunft des Konzerns näher rücken.

Konkret geht es um die staatlich vorgeschlagene Verschärfung des „Too big to fail"-Regimes, die die Bank nach eigener Kalkulation zu 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem Eigenkapital zwingen würde. Kelleher bezeichnete die Pläne als „extrem" und argumentierte, sie schadeten der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz, ohne die Stabilität des Systems nennenswert zu erhöhen.

Bleiben oder gehen — eine echte Frage

UBS bekennt sich zum Schweizer Hauptsitz. Diese Aussage steht. Gleichzeitig schloss Kelleher explizit aus, das Institut zu verkleinern, und verwies auf Wachstumspläne in Asien und den USA. CEO Sergio Ermotti, der laut jüngsten Berichten bis weit in die zweite Hälfte 2027 im Amt bleiben dürfte, kündigte an, die eigene Position „bis zur letzten Minute" zu verteidigen.

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Ob die Regulierungsbehörden nachgeben, entscheidet sich bald: Der Bundesrat soll seine Kapitalvorschläge noch im April konkretisieren.

Fitch sieht stabiles Fundament — Aktie gibt leicht nach

Unabhängig vom Regulierungsstreit hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote der UBS angehoben. Als Begründung nannte sie das breit aufgestellte Geschäftsmodell, eine konservative Risikostrategie sowie den weitgehend abgeschlossenen Integrationsprozess der Credit Suisse. Für 2026 erwartet Fitch eine Rückkehr der Rentabilität auf das Niveau vor der Übernahme.

An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die Aktie notierte am Mittwoch zeitweise 0,18 Prozent schwächer bei 33,45 Franken — ein Zeichen, dass die Kapitalregulierungs-Debatte die positive Rating-Nachricht überlagerte.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Aktionärsfront: Stimmen aus dem institutionellen Lager, vertreten durch die Ethos Foundation, stellten sich klar hinter die strengeren Kapitalvorgaben. Kaufmann, Geschäftsführer der Stiftung, warnte vor einem System, in dem Führungskräfte Boni kassieren, während das Risiko auf Steuerzahler abgewälzt wird. Das Votum auf der Hauptversammlung spiegelte das nicht wider: Kelleher wurde mit 88,16 Prozent der Stimmen als Chairman bestätigt.

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