Türkei, Zollregeln

Türkei verschärft Zollregeln und setzt auf digitale Zertifikate

10.02.2026 - 14:01:12

Seit Februar 2026 gelten strengere Einfuhrregeln und verbindliche digitale Ursprungsnachweise für den Handel zwischen der EU und der Türkei, was Unternehmen vor neue bürokratische Herausforderungen stellt.

Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und der Türkei stehen vor einem Wendepunkt. Seit dieser Woche gelten verschärfte Zollvorschriften und digitale Ursprungsnachweise als neuer Standard.

Ab 6. Februar 2026 ist die neue Zollverordnung 10813 in Kraft, die den Handel mit der Türkei grundlegend verändert. Parallel dazu hat sich die vollständig digitale Abwicklung der A.TR-Bewegungsbescheinigungen etabliert. Diese doppelte Veränderung schafft ein modernisiertes, aber deutlich strengeres Handelsumfeld.

Digitale A.TR-Zertifikate werden verbindlich

Das A.TR-Dokument ist seit Jahrzehnten die Grundlage der Zollunion für Industriewaren. Nun löst der digitale QR-Code endgültig den handschriftlich unterschriebenen Papierbeleg ab. Die rechtliche Grundlage dafür schuf ein Beschluss des EU-Türkei-Zollausschusses vom April 2025.

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„Die Akzeptanz digitaler Zertifikate hat die Verfahren erheblich beschleunigt“, bestätigen Branchenkenner. Über das türkische MEDOS-System können EU-Zollbehörden die Echtheit der Dokumente sofort prüfen. Die früher üblichen Verzögerungen durch fehlende „nasse“ Unterschriften gehören damit der Vergangenheit an.

Besonders wichtig: Die rückwirkende Anerkennung seit Juli 2024 hat alte Streitfälle aus der Übergangsphase bereinigt. Der digitale A.TR ist kein Alternativverfahren mehr, sondern der verbindliche Standard für den präferenziellen Warenverkehr.

Neue Zollverordnung erhöht Bürokratieaufwand

Während die Digitalisierung die Dokumentation vereinfacht, verschärft das neue Dekret die Einfuhrbestimmungen. Die größte Veränderung: Vereinfachte Zollerklärungen für niedrigwertige Waren entfallen komplett.

Bisher konnten Sendungen unter bestimmten Wertgrenzen mit reduziertem bürokratischem Aufwand abgewickelt werden. Seit dem 6. Februar benötigen deutlich mehr Importe nun vollständige Zollerklärungen. Experten sehen darin einen Schritt zur Formalisierung des E-Commerce und zum Schutz einheimischer Produzenten.

Die Verordnung passt auch die Pauschalsteuern an. Für Direktimporte aus der EU gilt nun ein Satz von 30 Prozent, für Waren aus Drittlaten 60 Prozent. Die Synchronisation mit dem digitalen A.TR-System bedeutet: Der Ursprungsnachweis ist einfacher – die Deklaration jedoch detaillierter.

Lieferketten müssen sich anpassen

Die Kombination aus digitaler Zertifizierung und strengeren Kontrollen zwingt Unternehmen zum Umdenken. Logistikdienstleister melden seit dem Stichtag einen spürbar höheren Verwaltungsaufwand für Zollabwicklungen.

Handelsexperten raten dringend zur präzisen HS-Code-Klassifizierung. Da die A.TR-Zertifikate automatisch über QR-Codes geprüft werden, fallen Diskrepanzen zwischen digitalen MEDOS-Daten und physischen Rechnungen sofort auf.

Die neuen Vorschriften fordern maximale Datengenauigkeit. Pauschale Warenbeschreibungen für niedrigwertige Artikel reichen nicht mehr aus. Jede Position muss exakt deklariert und bewertet werden, um von den zollfreien A.TR-Sätzen zu profitieren – die sich von den neuen Pauschalsteuern für Privatimporte unterscheiden.

Wohin entwickelt sich die digitale Zollunion?

Die erfolgreiche Einführung digitaler A.TR-Zertifikate gilt als Blaupause für die weitere Digitalisierung. Gespräche über die Ausweitung auf andere Dokumente wie EUR.1 oder EUR-MED für Agrar- und Stahlprodukte laufen bereits.

Das türkische Handelsministerium treibt die „papierlose Zollabwicklung“ voran. Die tiefere Integration der A.TR-Prüfung in EU-Systeme könnte künftig automatische Abfertigungsspuren für vertrauenswürdige Handelspartner ermöglichen.

Für Unternehmen bleibt 2026 ein Jahr der Anpassung. Die Überprüfung aller Zollprozesse ist essenziell: Nur mit gültigen QR-Codes auf A.TR-Zertifikaten und vollständigen Deklarationen nach Dekret 10813 lassen sich Grenzverzögerungen vermeiden. Die Ära des hybriden Papier-Digital-Handels ist endgültig vorbei.

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