Türkei verschärft Importregeln für deutsche Maschinenbauer
08.02.2026 - 19:09:12Deutsche Exporteure müssen sich auf deutlich mehr Bürokratie in der Türkei einstellen. Eine neue Verordnung verschärft die Einfuhrkontrollen für Maschinen und Elektrogeräte massiv. Das bedeutet höhere Kosten und das Risiko von Lieferverzögerungen für einen der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.
Neue Hürden für den Milliardenmarkt
Seit Anfang des Jahres gilt die türkische Verordnung 2026/32. Sie zielt offiziell auf mehr Produktsicherheit, stellt Exporteure aus der EU aber vor erhebliche praktische Herausforderungen. Für eine breite Palette von Waren – von Industrieanlagen bis zu Haushaltsgeräten – müssen Hersteller nun lückenlos die Konformität mit EU-Richtlinien nachweisen. Die Liste umfasst unter anderem die Maschinenrichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie und Vorgaben zur elektromagnetischen Verträglichkeit.
„Die Türkei baut zusätzliche, nationale Hürden auf“, analysiert ein Handelsexperte. Zwar orientiert sich das türkische System stark an der europäischen CE-Kennzeichnung. Die neuen Vorgaben gehen aber deutlich darüber hinaus. Besonders brisant: Viele Dokumente müssen nun durch ein türkisches Konsulat in Deutschland beglaubigt und ins Türkische übersetzt werden. Ein aufwendiger und zeitraubender Prozess.
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Elektronisches Kontrollsystem TAREKS als Nadelöhr
Der gesamte Import läuft über das elektronische Risikobewertungssystem TAREKS. Exporteure müssen hier technische Unterlagen, Konformitätserklärungen und Produktfotos digital einreichen. Die türkischen Behörden unterscheiden zwischen zwei Verfahren: Bei einigen Maschinen ist eine Vorabgenehmigung nötig, bei anderen reicht eine physische Kontrolle an der Grenze.
Fehlen die korrekten Papiere, droht die komplette Zurückweisung der Lieferung. Für deutsche Unternehmen, die jährlich Maschinen im Wert von Milliarden Euro in die Türkei exportieren, ist das ein erhebliches Geschäftsrisiko. Die betroffenen Warengruppen sind vielfältig und für den Export essenziell – von landwirtschaftlichen Maschinen über Elektromotoren bis hin zu Kühlschränken und Dunstabzugshauben.
Proaktive Vorbereitung ist der Schlüssel
Wie können sich Unternehmen wappnen? Der erste Schritt ist eine genaue Prüfung der eigenen Produktpalette anhand der offiziellen Warenlisten. Anschließend müssen die erforderlichen Dokumente zusammengestellt und beglaubigt werden. Experten raten zu einer engen Abstimmung mit den türkischen Importeuren und erfahrenen Zolldienstleistern.
Die Verordnung unterstreicht einen generellen Trend: Immer mehr wichtige Handelspartner verschärfen ihre nationalen Vorschriften, trotz internationaler Handelsabkommen. Für Exportabteilungen wird die permanente Beobachtung dieser regulatorischen Landschaft zur Daueraufgabe. Eine frühzeitige und sorgfältige Vorbereitung ist der einzige Weg, um Lieferketten stabil zu halten und kostspielige Verzögerungen an der türkischen Grenze zu vermeiden.


