Türkei setzt erstmals autonome Drohnenschwärme ein
31.01.2026 - 13:30:12Die Türkei hat ihre autonomen POYRAZ-Drohnenschwärme offiziell in den Einsatz überführt. Damit verlässt die Schwarmintelligenz die Labore und wird zur realen Kampfkraft – ein Wendepunkt für die moderne Kriegsführung. Verteidigungsexperten bestätigten das operative Deployment am Wochenende.
„Digitale Truppen“ betreten das Schlachtfeld
Den Durchbruch demonstrierte das türkische Rüstungssoftware-Unternehmen HAVELSAN diese Woche in einer Feldübung. Unter dem Konzept „Digitale Truppen“ operierte der POYRAZ-Quadrocopter-Schwarm als zentrales Element einer vernetzten, unbemannten Streitmacht. Die Drohnen führten komplexe Missionen ohne direkte menschliche Steuerung aus: Sie teilten sich in Untergruppen auf, koordinierten gleichzeitige Angriffe auf mehrere Ziele und flogen auch Kamikaze-Einsätze.
Ursprünglich für Aufklärung gedacht, ist der POYRAZ nun Teil eines tödlichen Ökosystems. In der Übung arbeitete der Schwarm mit anderen unbemannten Systemen zusammen, darunter der Senkrechtstarter-Drohne BULUT und dem Bodenroboter BARKAN.
Der unzerstörbare Schwarm: Dezentral und selbstheilend
Die technologische Kerninnovation ist der Wechsel von zentraler Steuerung zu einer dezentralen Schwarmarchitektur. Herkömmliche Drohnen werden durch Störsender wirkungslos, sobald die Verbindung zum Piloten unterbrochen wird. Beim POYRAZ-Schwarm kommuniziert dagegen jede Einheit mit ihren Nachbarn.
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Fällt eine Drohne aus, reorganisiert sich das Netzwerk sofort und verteilt die Aufgaben neu. Diese „Selbstheilungsfähigkeit“ gilt als heiliger Gral der autonomen Kriegsführung. Einheimische Algorithmen ermöglichen Echtzeit-Zielpriorisierung und Kollisionsvermeidung. Ein einzelner Operator kann so Dutzende Einheiten gleichzeitig kontrollieren – ein gewaltiger Kraftmultiplikator.
Historische Woche für die türkische Rüstungsindustrie
Die POYRAZ-Operationalisierung krönt eine historische Woche. Erst am 27. Januar führte das Unternehmen STM den ersten lebenden Schwarmangriff mit KARGU-Loitering-Munition durch. 20 dieser Kamikaze-Drohnen griffen Ziele an und zerstörten sie.
Während der STM-Test die kinetische Schlagkraft bewies, zeigt HAVELSAN die dahinterstehende Kommandostruktur. Beide Entwicklungen signalisieren, dass die türkischen Streitkräfte diese Technologien schnell in ihre Doktrin integrieren. Die Zukunft könnte so aussehen: Aufklärungsschwärme (POYRAZ) identifizieren Ziele für Angriffsschwärme (KARGU) oder Bodenroboter.
Strategische Auswirkungen: Ein neuer Player auf dem Weltmarkt
Die einsatzfähigen Schwärme stärken die türkische Verteidigungsexport- und Verhandlungsposition. Sie schließen eine Lücke in der asymmetrischen Kriegsführung: die Fähigkeit, feindliche Luftabwehr mit kostengünstigen, autonomen Systemen zu überfluten.
Die Türkei, bereits Weltmarktführer bei Drohnenexporten (Bayraktar TB2), pionier nun die softwaredefinierte Phase des Drohnenkriegs. Die Systeme funktionieren auch in umkämpfter Umgebung, in der elektronische Kriegsführung die Kommunikation stört – eine Resilienz, an der viele westliche Konkurrenten noch arbeiten.
Blick nach vorn: Integration mit Kampfjets und Marine
Verteidigungsoffizielle deuten an, die POYRAZ-Schwärme künftig mit größeren Plattformen zu vernetzen. Zukünftige „Digitale Truppen“ sollen mit unbemannten Marinefahrzeugen und bemannten Kampfjets wie dem KAAN kommunizieren. So könnten entbehrliche Schwärme wertvolle bemannte Assets abschirmen.
Für 2026 liegt der Fokus darauf, die Schwarmgröße zu skalieren und die künstliche Intelligenz zu verfeinern. Die Botschaft ist klar: Die Ära der Einzeldrohne geht zu Ende. Das Zeitalter des Schwarms hat begonnen.
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