Trump verhängt nach Gerichtsniederlage weltweite Zehn-Prozent-Zölle
21.02.2026 - 17:00:12 | boerse-global.deDie internationale Handelslandschaft erlebt einen Paukenschlag. US-Präsident Donald Trump hat nach einer juristischen Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof umgehend neue, umfassende Strafzölle angeordnet. Ab dem 24. Februar gilt vorübergehend eine pauschale Abgabe von zehn Prozent auf alle US-Importe. Diese drastische Reaktion wirft den globalen Handel in eine neue Phase der Unsicherheit und zwingt Partner von Europa bis Asien zur sofortigen Neuausrichtung.
Grundlage für den radikalen Schritt ist Abschnitt 122 des US-Handelsgesetzes von 1974. Das Oberste Gericht hatte am selben Tag Trumps bisherige globale Zölle für unrechtmäßig erklärt. Die Richter sahen in der Nutzung von Notstandsbefugnissen eine Überschreitung der Exekutivgewalt. Statt die Niederlage hinzunehmen, griff die Regierung umgehend auf diese bisher nie genutzte Klausel zurück. Sie erlaubt Abgaben von bis zu 15 Prozent für maximal 150 Tage, um Zahlungsbilanzdefizite zu bekämpfen.
Da dieser Mechanismus neu ist, stehen Handelsanwälte und Compliance-Abteilungen weltweit vor einer riesigen Herausforderung. Gleichzeitig kündigte das Weiße Haus neue Untersuchungen nach anderen Handelsgesetzen an. Diese sollen die Grundlage für eine dauerhafte Zollstruktur legen, sobald die temporäre Maßnahme Ende Juli 2026 ausläuft.
Alarm bei engsten Verbündeten: Kanada, Mexiko und Europa
Die sofortige Ankündigung hat die engsten Handelspartner der USA tief verunsichert.
Für Import- und Exportverantwortliche wird jetzt vor allem eines wichtig: die richtige Warentarifierung. Falsche Zolltarifnummern führen schnell zu höheren Abgaben oder Verzögerungen an der Grenze — in Zeiten pauschaler Zölle kann das Zehntausende kosten. Ein kostenloser Praxis-Guide erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die korrekte Zolltarifnummer finden und Fehler vermeiden. Jetzt kostenlosen Zolltarifnummer-Guide sichern
In Nordamerika steht das Freihandelsabkommen USMCA auf dem Spiel. Zwar deuteten erste Hinweise auf Ausnahmen für konforme Waren hin, doch Kanadas Wirtschaft bereitet sich auf massive Störungen vor. „Wir müssen uns auf härtere und disruptivere Mechanismen einstellen“, warnte die Chefin der Kanadischen Handelskammer.
Mexiko prüft bereits defensive Maßnahmen zum Schutz seiner Industrie. In Europa bereitet man sich auf lang anhaltende Instabilität vor. Ein Analyst des European Policy Centre sieht den Welthandel in einer neuen Phase hoher Unsicherheit. Die deutsche Regierung betonte zwar das Urteil des Supreme Court, pocht aber weiter auf stabile und vorhersehbare Handelsbedingungen für europäische Exporteure.
Asien zwischen Sorge und strategischer Anpassung
In Asien reagieren Schlüsselländer mit Besorgnis und taktischen Überlegungen. Thailands exportstarke Elektronik- und Automobilindustrie ist besonders verwundbar. Der Verband der Thailändischen Industrien warnt vor schweren Ausfällen bei Halbleitern, Leiterplatten und Autoreifen. Letztere könnten sogar doppelt belastet werden, da der neue Zoll auf bestehende Strafabgaben aufgeschlagen wird.
Auch für Indien ist die Lage kompliziert. Ein kurz vor dem Gerichtsurteil ausgehandeltes Rahmenabkommen, das Zölle für indische Exporte deckeln sollte, steht nun auf wackligen Füßen. Die indische Delegation bewertet die Folgen für die bilateralen Beziehungen neu.
China reagierte vergleichsweise gemessen, aber kritisch. Die chinesische Botschaft in Washington erklärte, Handelskonflikte nützten niemandem. Analysten merken an, dass der effektive Zollsatz für chinesische Waren zwar sinken könnte. Die parallel angekündigten Untersuchungen zu unfairem Handel sorgen jedoch für weiterhin enormen Druck auf die ohnehin angeschlagene Volkswirtschaft.
Milliarden-Rückforderungen und ein Countdown beginnt
Der Wechsel zwischen den Zollregimen stellt den globalen Handel vor gewaltige bürokratische und finanzielle Hürden. US-Handelsverbände hatten das Gerichtsurteil zunächst als Schritt zu mehr Planungssicherheit gefeiert – eine Hoffnung, die nur Stunden später zerstoben war.
Die finanziellen Folgen sind massiv. Forscher der Yale Budget Lab schätzen, dass Verbraucher unter dem neuen Regime mit einer durchschnittlichen effektiven Zollbelastung von etwa 9,1 Prozent rechnen müssen. Das ist einer der höchsten Werte seit Mitte des 20. Jahrhunderts.
Eine weitere tickende Zeitbombe sind mögliche Rückzahlungen. Durch das Urteil könnten bis zu 175 Milliarden Dollar an bereits gezahlten, nun für unrechtmäßig erklärten Zöllen zurückgefordert werden. Die Regierung hat noch kein klares Verfahren für diese Erstattungen vorgelegt, was jahrelange Gerichtsverfahren wahrscheinlich macht.
Fünf Monate bis zur nächsten Zäsur
Die globale Handelsagenda wird nun von einem strengen 150-Tage-Countdown bestimmt. Die Zölle nach Abschnitt 122 laufen Ende Juli 2026 aus. Jede Verlängerung müsste explizit vom US-Kongress gebilligt werden – was die Macht zurück zu den Gesetzgebern verschiebt und intensive Lobbyarbeit von In- und Ausland auslösen wird.
In diesen fünf Monaten müssen Unternehmen weltweit eine Doppelstrategie fahren: Sie zahlen den neuen Aufschlag und bereiten sich gleichzeitig auf die Ergebnisse der parallel laufenden Handelsuntersuchungen vor. Die Handelspartner der USA werden ihre diplomatischen Anstrengungen verstärken, um bilaterale Ausnahmen zu sichern oder im Gegenzug Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten. Während die US-Regierung an einer dauerhaften rechtlichen Grundlage für ihre protektionistische Agenda arbeitet, bleibt für multinationale Konzerne nur eins: maximale Anpassungsfähigkeit.
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