Studie: Vielfalt im Sport senkt Sterberisiko stärker
27.02.2026 - 00:18:54 | boerse-global.deEine neue Harvard-Studie zeigt: Wer verschiedene Sportarten kombiniert, lebt länger. Die Vielfalt der Bewegung ist demnach entscheidender als bisher angenommen.
Eine Mischung macht den Unterschied
Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health fanden heraus, dass die Kombination mehrerer Sportarten das Sterberisiko signifikant stärker senkt als nur eine Aktivität. Die im Fachjournal BMJ Medicine veröffentlichte Studie zeigt: Teilnehmer mit der größten Bewegungsvielfalt hatten eine um 19 Prozent niedrigere Gesamtsterblichkeit. Besonders stark war der Effekt bei Todesfällen durch Atemwegserkrankungen – hier sank das Risiko um über 50 Prozent.
Die Ergebnisse legen nahe, dass der Körper von unterschiedlichen Belastungsreizen profitiert. Laufen, Schwimmen, Krafttraining oder Ballsportarten – die Mischung macht's.
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Die globale Krise der Bewegung
Die neuen Erkenntnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer globalen Krise der körperlichen Inaktivität. Fast ein Drittel aller Erwachsenen weltweit – rund 1,8 Milliarden Menschen – bewegt sich nicht ausreichend.
In Ländern mit hohem Einkommen ist das Problem besonders ausgeprägt. In Deutschland erreichen laut WHO 44 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer die empfohlenen Bewegungsziele nicht. Die wirtschaftlichen Folgen sind immens: Bis 2030 könnten die globalen Gesundheitskosten durch Bewegungsmangel bei etwa 300 Milliarden US-Dollar liegen.
Was im Körper passiert, wenn wir sitzen bleiben
Chronische Inaktivität führt zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt erheblich. Ein sitzender Lebensstil begünstigt zudem Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit und bestimmte Krebsarten.
Auch die Psyche leidet. Bewegungsmangel stört das hormonelle Gleichgewicht und erhöht das Risiko für Depressionen und Angststörungen. Eine Studie der Johannes Kepler Universität Linz zeigte zudem: Inaktivität kann die Leistung des Kurzzeitgedächttes und der Aufmerksamkeit verringern.
So viel Bewegung empfiehlt die WHO
Die Weltgesundheitsorganisation gibt klare Richtlinien vor. Erwachsene sollten pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Aktivität durchführen. Zusätzlich sind an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Übungen empfohlen.
Moderate Bewegung ist etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Gartenarbeit. Die WHO betont: Jede Bewegung ist besser als keine. Selbst kleine Änderungen im Alltag – wie Treppensteigen statt Aufzugfahren – zählen.
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Prävention wird zur gesellschaftlichen Aufgabe
Die Studienergebnisse bieten eine praktische Hilfestellung. Menschen können je nach Vorlieben und Gesundheitszustand verschiedene Aktivitäten wählen. Die WHO hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die körperliche Inaktivität bis 2030 um 15 Prozent zu senken.
Experten fordern daher nicht nur individuelle Verhaltensänderungen, sondern auch politische Maßnahmen. Es braucht ein bewegungsfreundliches Umfeld, in dem Prävention zur gemeinsamen Aufgabe wird.
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