Studie, Papier

Studie: Papier schlägt Bildschirm beim Textverständnis

29.12.2025 - 05:30:12

Das gedruckte Buch erlebt eine Renaissance – und die Wissenschaft erklärt warum. Aktuelle Meta-Analysen bestätigen den sogenannten „Bildschirm-Unterlegenheits-Effekt“. Demnach fördert Lesen auf Papier das tiefe Verständnis deutlich stärker als die digitale Lektüre.

Forschungsteams, unter anderem der Universität Valencia, werteten Daten Hunderttausender Teilnehmer aus. Ihr Ergebnis: Das Verständnis komplexer Texte leidet signifikant bei digitalem Konsum. Lesen auf Papier stärkt das Textverständnis um den Faktor sechs bis acht.

Experten führen das auf unterschiedliche Nutzungsmuster zurück. Der Bildschirm ist mit schnellem Scrollen und Multitasking verbunden. Das Gehirn schaltet unbewusst in einen Modus der Oberflächenverarbeitung. Papier hingegen signalisiert Ruhe und aktiviert die Fähigkeit zum „Deep Reading“.

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Das Gehirn braucht Haptik zum Merken

Neurowissenschaftliche Untersuchungen, etwa am Teachers College der Columbia University, liefern die Erklärung: Das Gehirn kartographiert Texte wie Landschaften. Ein physisches Buch bietet feste Orientierungspunkte – die Dicke der Seiten, die Position eines Absatzes. Diese sensomotorischen Hinweise helfen beim Erstellen eines mentalen Textmodells.

Beim digitalen Lesen fehlen diese Anker. Der Text wird zum endlosen Strom. Kognitionsforscher analysieren: Ressourcen, die für das Verständnis nötig wären, werden für die Orientierung im digitalen Raum verbraucht. Das Ergebnis ist ein flüchtigeres Verständnis. Zudem beschleunigt das Bildschirmlicht die visuelle Ermüdung.

Überraschender Trend: Generation Z kauft Bücher

Die größten Fans des gedruckten Wortes sind ausgerechnet die Digital Natives. Marktanalysen zeigen, dass die Generation Z den Trend zum Buch anführt. Bis zu 80 Prozent ihrer Buchkäufe entfallen auf physische Exemplare.

Auf Plattformen wie TikTok wird das Buch als ästhetisches Objekt zelebriert. Doch hinter dem Trend steckt mehr: Jugendforscher sehen ein tiefes Bedürfnis nach Fokus. Junge Erwachsene reagieren sensibel auf die Fragmentierung ihrer Aufmerksamkeit. Das gedruckte Buch bietet einen entscheidenden Vorteil: Es kann nicht pingen, vibrieren oder ablenken. Es erzwingt Monotasking.

Bildungspolitik zieht Konsequenzen

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse haben bereits politische Folgen. Länder wie Schweden und die Niederlande hinterfragen die Digitalisierung in Grundschulen kritisch und stärken wieder gedruckte Lehrmaterialien.

Diese Kehrtwende kontrastiert mit den milliardenschweren Investitionen in digitale Schul-Infrastruktur der letzten Jahre. Kritiker der „Digital-Only“-Strategie fühlen sich durch aktuelle PISA-Ergebnisse bestätigt. Der bloße Zugang zu Tablets führt nicht automatisch zu besserer Lesekompetenz.

Es geht nicht um eine Ablehnung des Digitalen. Vielmehr kristallisiert sich das Konzept der „Medien-Adäquanz“ heraus:
* Digital für Recherche, Aktualität und Interaktivität.
* Print für komplexes Verstehen, langes Lesen und das Lernen neuer Konzepte.

Die Zukunft des Lesens ist hybrid. Doch für die tiefe kognitive Verarbeitung bleibt Papier die erste Wahl. Wer wirklich verstehen will, greift also auch 2026 zum Buch.

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